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Türkspor zwischen notwendiger Pause und neuen Ambitionen

Bezirksliga Nord

In der vergangenen Saison spielte Türkspor lange um den Aufstieg in die Landesliga mit. Ein halbes Jahr später müssen sie den Blick nach einer bislang turbulenten Hinrunde nach unten richten – allerdings nicht mehr lange, glaubt der neue Trainer.

Den attraktiven Fußball, der manch Konkurrent Türkspor bescheinigt, führte bislang aber noch zu einer überschaubaren Punktausbeute. 

 / © Zink / JüRa

Als Mehmet Marabaoglu am Sonntagmorgen aus dem Fenster blickte, da konnte er sich nicht so recht entscheiden. Fußball, das ahnte der Trainer von Türkspor bereits, würden sie aufgrund des anhaltenden Regens wohl nicht mehr spielen. „Einerseits war uns das ganz recht, weil wir einige angeschlagene und verletzte Spieler haben“, sagt Marabaoglu, andererseits hätten sie schon gerne auch noch gespielt, um vielleicht mit einem Sieg bei der Spielvereinigung Erlangen in die Winterpause gehen zu können.

Entscheiden durften sie das allerdings nicht, weshalb der 34-Jährige den Sonntag mit seiner Familie verbringen konnte. „Da freut man sich auch mal nach intensiven Wochen“, sagt Marabaoglu, die Sonntage waren zuletzt ja meist für den Fußball reserviert – vor allem ab Ende August, als Mehmet Marabaoglu zuerst zum Interims- und dann zum Cheftrainer eines Bezirksligisten befördert wurde.

Bereits gegen Ende der vergangenen Spielzeit hatte der ehemalige Trainer Serdar Kuygun immer mal wieder durchklingen lassen, dass ihm die Zeit für die Aufgabe eigentlich fehlt, als dann zu Saisonbeginn auch noch die Ergebnisse ausblieben, verabschiedete sich Kuygun. „Ich habe im Segelurlaub erfahren, dass ich die Mannschaften übernehmen soll“, erzählt Marabaoglu. Eigentlich war er im Sommer als spielender Co-Trainer zu Türkspor gewechselt und wollte vor allem nebenbei noch mit Kumpels bei den Alten Herren kicken. Doch nun lag die komplette Verantwortung bei ihm, „es war schwierig für mich“, erinnert er sich. Schließlich war in diesem Sommer vieles nicht so gut gelaufen rund um den noch jungen Verein.

Saisonvorbereitung im Fitness-Studio

Auf dem Platz des ehemaligen SV 73 Süd konnten sie nicht mehr trainieren und spielen, teilweise mussten sie die Saisonvorbereitung im Fitness-Studio absolvieren. Erst eine Woche vor dem ersten Spiel konnten sie auf dem Platz der früheren DJK Langwasser gemeinsam üben – wo sie inzwischen auch den Großteil ihrer Spiele austragen. Dementsprechend holprig verlief der Saisonstart, obwohl mancher in Türkspor sogar einen der Aufstiegsfavoriten gesehen hatte. Erst am fünften Spieltag gelang der erste Sieg, danach ging Serdar Kuygun – und Mehmet Marabaoglu übernahm eine „sehr junge Mannschaft ohne wirklichen Teamgeist“. Noch dazu waren permanent einige Akteure angeschlagen oder verletzt.

Perfekt waren die Voraussetzungen also keineswegs, wozu sie trotz aller Probleme sportlich in der Lage sind, zeigte sich in einigen Spielen im weiteren Saisonverlauf. Den FSV Stadeln, der zur Winterpause auf Relegationsplatz zwei steht, schossen sie mit 4:0 ab, mit jedem Sieg kehrte auch das Selbstbewusstsein ein bisschen mehr zurück. „Wir sind eben eine südländische Mannschaft“, gibt Marabaoglu zu bedenken, „wenn die Emotionen hochkochen, kann das im positiven Fall zu Überleistungen führen, im negativen Sinne kann man sich aber auch alles schnell versauen.“

Titelverteidigung in der Halle?

Die sportlichen Erfolge der vergangenen Saison sieht er rückblickend auch „vom Aufwind getragen“. Nach der nur knapp verpassten Relegation hätte dann mancher „zu viel Druck“ aufgebaut auf eine Mannschaft, die für ganz große Erfolge wohl noch nicht bereit ist – auch wenn Marabaoglu immer wieder zu hören bekommt, dass sein Team „den attraktivsten Fußball der Liga spielt“.

In die Winterpause gehen sie mit sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze, zudem haben sie zwei Spiele weniger ausgetragen. „In der Rückrunde werden wir mit einer anderen Mannschaft auftreten“, glaubt der Trainer, bislang muss er sich wegen der Verletzungssorgen noch selbst einwechseln. Sein Fokus gilt jedenfalls den verbleibenden Spielen auf dem Feld, gegen weitere Erfolge in der Halle hätte er aber natürlich auch nichts einzuwenden. Seit dem letzten Winter dürfen sie sich ja Süddeutscher Futsal-Meister nennen, „und wir haben einige junge Spieler, die den Titel gerne verteidigen würden“.

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