Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Kann ein Underdog die Favoriten knacken?

Vorschau Brucker Drei-Königs-Turnier

Das Drei-Königs-Hallenturnier des FSV Bruck ist immer auch ein Treffen der Erlanger Fußball-Szene. Inoffiziell spielen die zwölf teilnehmenden Vereine um die Stadtmeisterschaft. Meistens gewinnt ein ambitionierter Bayernligist, ab und zu gibt es Überraschungsteams aus der Bezirksliga. Am Sonntag in der Emmy-Noether-Halle könnte der SC Eltersdorf zum dritten Mal in Folge siegen - und damit den Wanderpokal für immer erringen. Insgesamt siebenmal haben die Quecken das Turnier bereits gewonnen, Rekordsieger ist Gastgeber FSV Bruck mit zwölf Siegen. Manche Klubs hingegen haben in 27 Turnierjahren noch kein einziges Mal gewonnen. Die SGS Erlangen zum Beispiel ist seit 1993 durchgehend dabei - und hat insgesamt erst neun Spiele für sich entschieden. Was macht so viel Spaß dabei, immer wieder von den Spitzenmannschaften vermöbelt zu werden? Katharina Tontsch hat sich vorab einmal umgehört im Club der Verlierer.

Der Wanderpokal ist zum Greifen nah für den SC Eltersdorf. 

 / © Zink

1. Gewinnen konnten wir das Brucker Dreikönigsturnier nie. Wir nehmen trotzdem wieder teil, weil ...

2. Unsere beste Platzierung war ...

3. Diesmal wird alles anders, weil ...

VdS Spardorf

1. es das schönste Turnier in Erlangen und Umgebung ist. Alle gehen fair und freundschaftlich miteinander um. Man trifft viele von früher, alte Freunde. Wobei in meinem Alter die meisten auf der Tribüne sitzen. Ich bin am Sonntag zum 20. Mal dabei, ich war auch schon 1993 beim ersten Turnier. Diesmal denke ich, es wird mein letztes sein. Ich kann ja nicht ewig spielen. Ich komme aus Spardorf, bin schon immer dort im Verein. Mittlerweile spiele bei den Alten Herren und helfe manchmal in der Reserve aus. Beim Turnier bin ich der älteste Spieler unserer Mannschaft. Ich habe den Trainer gefragt, ob ich mitspielen darf — und er meinte: ja!

2. Wir wurden mal Zweiter. Das war 1994. Das weiß ich, weil ich da selbst schon dabei war. Ich erinnere mich noch genau an das Endspiel. Mein Mannschaftskollege hatte die Chance auf das 2:2, er ließ sich fallen und hoffte auf einen Neunmeter. Den haben wir nicht bekommen. Im Gegenzug hat der SC Eltersdorf das 3:1 erzielt. Das war auch der Endstand.

3. Keine Ahnung. Ich weiß nicht, ob’s besser wird. Wir wollen eine Runde weiter kommen, dann mal sehen. Mit Spardorf lernt man bei diesem Turnier das Verlieren. Wir sind die Mannschaft aus der untersten Klasse. Gegen so viele höherklassige Teams zu spielen, ist eine Herausforderung. (Spieler Jürgen Beer, 45)

FC Großdechsendorf

1. es ein Traditionsturnier ist! Ich bin schon lange dabei, als Zuschauer, seit zehn Jahren als Aktiver. Man kann sich bei diesem Turnier den anderen Vereinen der Stadt präsentieren. Im Winter ist sonst außerdem auch nicht viel los. Vielleicht gehen ein paar von unseren Jungs ein wenig Laufen. Fußball in der Halle spielen wir diesmal nur noch beim Mitternachtsturnier in Heßdorf. Das Dreikönigsturnier ist also eine willkommene Abwechslung. 27 Jahre lang gibt es das schon. Und wenn man ein Jahr mal keine Mannschaft meldet, laden die Brucker den nächsten Verein auf der Warteliste ein. Dann kommt man nicht mehr rein. Solange wir eine Mannschaft stellen können, sind wir dabei. Manche Jungs sind auch total begeistert, andere muss man überreden zu spielen, auch weil sie schon Erfahrung gemacht haben mit schweren Verletzungen in der Halle.

2. War das ein vierter Platz? (Es war zweimal Platz drei, 2000 und 2006, d. Red.) Unser Peter Kram war auch mal Torschützenkönig (2010, mit sieben Treffern) und Rüdiger Gollmar ist der Spieler mit den meisten Turnierteilnahmen (20). Er ist bei uns immer noch bei den Alten Herren aktiv.

3. wir nicht in der Vorrunde ausscheiden wollen. Das ist auf jeden Fall der Plan! Vielleicht schafft man es ins Halbfinale, das ist dann auch viel Zufall. Es kann alles passieren. Wir wollen ein Spiel gut spielen und gewinnen, vielleicht bekommen wir in der Zwischenrunde einen vermeintlich einfachen Gegner. Ich werde das von der Tribüne aus verfolgen, gemeinsam mit unseren Anhängern. 25 kommen bestimmt, Eltern, Freundinnen, Fußballer, die nicht mitspielen können. Alle wollen das Turnier miterleben. Die Stimmung in der Halle ist immer gut. (Abteilungsleiter Roland Mühleck, 62)

DJK Erlangen

1. es das beste Hallenturnier in der Region ist. Die Stimmung ist perfekt, die Halle voll. Und es wird noch Fußball gespielt, kein Futsal, es gibt eine Rundum-Bande. Wir haben extra vor dem Turnier dreimal in der Halle trainiert, nicht intensiv, aber um einfach rein zu kommen in das Feeling.

2. Platz vier! Das weiß ich, weil es ja erst im vergangenen Jahr war. Die DJK war 2018 das erste Mal überhaupt dabei. An das Turnier erinnern wir uns sehr gerne, es war auch ein Thema bei meiner Powerpoint-Präsentation auf der Weihnachtsfeier. Wir waren 2018 eines der jüngsten Teams und neu dabei. Wir hatten Losglück und einen guten Tag erwischt.

3. puh. Es wird schwierig sein, das Ergebnis aus dem Vorjahr zu toppen. Ich glaube nicht, dass es ein Vorteil ist, dass wir nun zum zweiten Mal dabei sind. 2018 hat alles zusammen gepasst. Ich hoffe, dass die Jungs nicht mit zu vielen Erwartungen in das Turnier gehen. Alle sind scharf drauf, sich zu zeigen, gerade wenn man einem Verein wie der DJK spielt, der grauen Maus im Erlanger Fußball. An Negatives denken wir im Vorfeld nicht. Wir wollen Spaß haben. Doch das Viertelfinale sollte schon drin sein. Wir fahren da nicht hin, um zwei Spiele zu verlieren. (Trainer Dario Cedrone, 40)

SGS Erlangen

1. die Atmosphäre hervorragend ist in der Halle. Die Zuschauer und Spieler sind wie eine große Familie. Ich komme aus Erlangen, bin beim Turnier das 14. oder 15. Mal dabei, im Herrenbereich habe ich immer für die SGS gespielt. Es ist schön, wenn Groß und Klein, also Bayernligist und A-Klassist, mal zusammenkommen. Dabei sein ist immer Vieles. Und es ist schon toll, wenn man einen Sieg einfährt oder einen Großen ärgern kann.

2. irgendwann Platz drei, glaube ich. Aber da war ich noch nicht dabei. (Fast, es war Platz vier im Jahr 1994, d. Red.) Ja. Oder so. Eine gewisse Enttäuschung spielt mit, wenn man verliert. Wenn diverse höherklassige Mannschaften teilnehmen, ist für uns die Aussicht natürlich überschaubar. Wir haben fußballerisch nicht die beste Mannschaft, da ist es ein Problem, acht technisch gute Spieler zu finden. Wie viele mitmachen wollen, ist von Jahr zu Jahr verschieden. Und ob dann auch alle gute Hallenfußballer sind, sei dahingestellt. Manche sind auch Skifahren oder scheuen das Verletzungsrisiko. Wir haben nicht immer die besten fünf Fußballer dabei, können da nicht so aus dem Vollen schöpfen. Unsere zweite Mannschaft spielt in der B-Klasse.

3. wir vielleicht doch den ein oder anderen guten Hallenspieler mehr dabei haben. Ansonsten: Schauen wir mal! (Abteilungsleiter Alexander Kühn, 38)

Türk SV Erlangen

1. es ein geiles Event ist. Die Mannschaften sind cool, die Stimmung ist geil. Für einen Erlanger ist das ein Muss, auch für Zuschauer. Ich bin sogar noch Brucker, habe dort Fußball gespielt. Ich kenne das Turnier, war selbst schon gut zehnmal dabei. Das erste Mal rund ums Jahr 2000. Dass wir noch nie gewinnen konnten? Dabei sein ist alles! Einige Spieler von uns wollen in der Halle auch nicht antreten wegen der Verletzungsgefahr, manche guten Spieler sind deshalb nicht dabei. Sie müssen in der Halle nicht spielen, wenn sie nicht wollen.

2. Platz drei! (sogar zweimal Platz drei, 1994 und 1999, d. Red.) Ich war damals in der Halle, glaube ich, erinnere mich aber nicht mehr wirklich daran.

3. Wie anders? Ich hoffe, dass es besser wird. Wir haben eine junge Mannschaft, alle sind sehr motiviert. Doch es ist wirklich so: Wir wollen einfach dabei sein und anständig spielen. Das Ziel ist, die Vorrunde zu überstehen. (Trainer Mustafa Canbaz, 41)

TSV Frauenaurach

1. es ein traditionelles Turnier ist. Es macht immer großen Spaß — und der steht bei uns im Vordergrund. Das Turnier ist ein Pflichttermin, es wollen alle im Team mitspielen. Ich muss entscheiden, wen wir mitnehmen. Wir können ja nicht mit 20 Mann zu einem Hallenturnier fahren. Jeder will sich gut präsentieren. Die restlichen Spieler unserer Mannschaft sind als Zuschauer dabei. Am Samstag spielen wir in Niederndorf. Ich selbst kenne als Erlanger das Dreikönigsturnier, bin aber kein Fan von Hallenfußball. Ich habe vielleicht einmal mitgespielt. Zuletzt war ich ja beim ATSV Erlangen, dort habe ich aber auch

2. Das weiß ich gar nicht. (Wir verraten es: Platz zwei im Jahr 2002, d. Red.) Ach, ich lasse mich überraschen. Es sind sicher andere Kaliber dabei als wir.

3. wir uns schon etwas ausrechnen. Wir wollen die Gruppenphase überstehen. Die Mannschaft hatte auch Hallentraining, darum hat sich mein Co-Trainer gekümmert. Ab er K.o.-Phase ist sowieso alles möglich. In der Gruppe spielen wir ja gegen den ATSV, meinen alten Verein, zusammen mit der DJK. Das wird sehr interessant. Ich versuche, die Jungs mit meiner Ansprache auf jeden Fall zu motivieren. Und ich freue auf das Spiel gegen den ATSV, sonst haben wir ja nicht die Gelegenheit dazu. (Spielertrainer Payam Azizi, 26 Jahre alt)

Mehr zum Thema