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Gündogan verlängert: "Wir versuchen, die Distanz zu verkürzen"

Landesliga Nordost

Elf Punkte Vorsprung auf die Rote Zone, 20 Punkte Rückstand auf die Aufstiegsränge - die SG Quelle überwintert in der Saison 2018/19 in der Tabelle jenseits von Gut und Böse. Coach Serdal Gündogan, der zum Zeitpunkt des Gesprächs in Istanbul weilt, zieht ein erstes Fazit und wird indes auch kommende Saison auf der Kommandobrücke stehen.

Serdal Gündogan (links) verlängerte seinen Vertrag.

 / © SG Quelle

Vor der Saison legte Serdal Gündogan ein Zeitfenster fest: Zehn Spiele wolle er bei seinem neuen Verein abwarten, bevor er konkreter über Ziele sprechen könne. Zum zehnten Spieltag stand die Quelle dann auf Rang neun - eben da, wo man zwölf weitere Spieltage später dann auch in die Winterpause ging. "Die bisherige Runde hat deutlich gezeigt, dass Luft nach oben ist", gibt Gündogan zu. Im Sommer erst hatte er das Cheftrainer-Amt von Patrick Frühwald übernommen, aber nicht nur der Coach selbst war zum Trainingsauftakt ein frisches Gesicht auf dem Quelle-Sportplatz an der Coubertinstraße: "Man hat gesehen, dass vor der Saison ein Umbruch stattgefunden hat. 13 Spieler sind gegangen, zwölf Neue gekommen, darunter viele aus unserer eigenen Jugend. Aber ich glaube, wir haben den Umbruch erfolgreich eingeleitet." Zudem zeigen nicht nur die (Teil-)Erfolge gegen Topteams wie Schwabach und Eintracht Bamberg, "dass wir mithalten können, manchmal sogar mehr als das."

Die junge Quelle-Truppe durchlebte einen holprigen Start, einen starken Spätsommer und einen durchwachsenen Herbst. Mit einer Bilanz von acht Siegen, sieben Remis und sieben Niederlagen sowie einem knapp positivem Torverhältnis ist die Elf im Landesliga-Vergleich die Definition von Durchschnitt. Bester Torschütze ist mit sieben Treffern Sommerneuzugang Dickson Abiama, der aufgrund seiner Dynamik auch sonst zu den auffälligsten Akteuren zählte. Gündogan ist nicht überrascht, dass das vormalige Kreisklassen-Talent so schnell den Sprung zum Landesliga-Stammspieler geschafft hat. "Ich will keinen hervorheben, aber unsere Jungen haben alle das Zeug dazu", so Gündogan, "auch bei Dickson ist noch viel Luft nach oben, er musste sich auch erst gewöhnen an das Tempo und die Spielweise in der Liga. Aber man sieht Woche für Woche den Fortschritt."

"Wir versuchen, die Distanz zu verkürzen"

Und wie sieht es nun aus mit den Zielen? Platz drei, Platz drei, Platz fünf - so lauten die Endplatzierungen der vergangenen drei Spielzeiten. Ist es für einen Verein, der seit Jahren zu den besseren, aber eben nicht zu den besten Teams der Liga zählt, nicht mal an der Zeit, die Bayernliga auf die "To-do-Liste" zu setzen? "Der Verein und ich schätzen die Situation realistisch ein. Es gibt in dieser Liga immer fünf, sechs Teams, die die Ambitionen haben, ganz oben mitzuspielen. Dazu gehören wir aber nicht, aufgrund unserer Strukturen, dem Ansatz, den Weg mit unserer eigenen Jugend zu gehen", so Gündogan. Nach oben orientiert man sich aber dennoch: "Wir versuchen in den kommenden Jahren, die Distanz zu verkürzen, den Anschuss herzustellen."

Weil Gündogan von wir spricht - Übereinkunft, die Zusammenarbeit über die laufende Saison hinaus fortsetzen zu wollen, besteht generell zwar, fix war zum Zeitpunkt des Gesprächs aber noch nichts. "Nach meiner Rückkehr werden wir uns zusammensetzen und das besprechen. Unabhängig von mir ist der Verein aber auf einem guten Weg", so der Coach damals, dessen Vertragsverlängerung mittlerweile in trockenen Tüchern ist, wie der Verein am Montag (4. Februar) in einer Pressemitteilung bestätigte. Abteilungsleiter Michael Eglau zeigte sich mit der Fortsetzung der Zusammenarbeit zufrieden: „Nach dem Umbruch zum Saisonstart lässt sich eine positive Entwicklung der Mannschaft, gerade in spielerischer Hinsicht, feststellen. Die Handschrift von Serdal wird mehr und mehr sichtbar. Nun gilt es, diese gute Entwicklung weiter voran zu treiben und in der nächsten Saison kontinuierlich daran weiter zu arbeiten.“ Um diese Entwicklung voranzutreiben sagt Gündogan aber auch: "Wenn man den nächsten Schritt machen will, braucht man wohl den ein oder anderen erfahrenen Akteur von außerhalb."

Den beruflich bedingten Abgang von Markus Pröll kompensierte der Landesligist mit der Verpflichtung von Marcus Kredel, der vom Bayernligisten ASV Vach kommt und "reichlich Bayern- und Landesligaerfahrung vorzuweisen" hat.

Zwei Winterabgänge zumindest stehen schon fest: Frank Kirschner zieht es zum ambitionierten Bezirksligisten Gutenstetten. "Frank ist ein verdienter Spieler, er hat in den vergangenen Jahren seine Leistung bei der Quelle gezeigt." Aufgrund von Verletzung, Sperre und Studium spielte Kirscher in der laufenden Saison eher eine Nebenrolle bei der Quelle. "Er wollte den Aufwand nicht mehr betreiben." Zudem wurde inzwischen auch der Abgang von Rick Bolz bekannt. Der 28-jährige kehrt nach sieben absolvierten Partien zum ASV Veitsbronn zurück, von dem er vor der Saison zur Quelle gewechselt war.

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