Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Markus Theil: Für den Ur-Schwabacher schließt sich der Kreis

Der Spielertrainer des SVB im Portrait

Der aktuelle Spielertrainer des SV Barthelmesaurach hat schon unter Regensburg-Coach Achim Beierlorzer gespielt. Er verließ den SC 04 Schwabach als Kapitän und kam über den FC Hersbruck und den FSV Stadeln zum SVB, wo er seit drei Jahren tätig ist. Nach der Saison soll dann ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. Inzwischen ist er auch wieder beim SC 04 aktiv, wo seine Eltern bis heute nicht wegzudenken sind. Theil kickt sehr erfolgreich für die AH der Schwabacher.

Für Markus Theil (links. hier noch im Trikot des FSV Stadeln) ist nach der Saison Schluss beim SV Barthelmesaurach. 

 / © Zink / WoZi

Im Jahr 1992 wurde Markus Theil von einem Nachbarn auf dem Bolzplatz entdeckt und schloss sich dem damaligen Sportclub Schwabach an, der erst ein paar Jahre später mit dem TSV 04 fusionierte und seit 1996 SC 04 Schwabach heißt. Dort durchlief er die komplette Jugendzeit gespickt mit einigen Erfolgen zusammen mit seinem besten Freund Christian Jeschin, der nicht mehr aktiv Fußball spielt. Im letzten A-Jugendjahr wurde Theil in die zweite Mannschaft hochgezogen, die damals in der BOL spielte. Im Winter der Folgesaison hatte er seine ersten Einsätze in der ersten Mannschaft. 

Hochgezogen wurde er von Achim Beierlorzer bei dessen erster Station als Übungsleiter - heute ist er Trainer der SpVgg Jahn Regensburg - unter dem die Bayernliga knapp gehalten werden konnte. Die letzten beiden Saisonspiele hatten die Schwabacher gegen Bayern Hof und die SpVgg Bayreuth gewinnen müssen und in beiden Partien traf Youngster Theil und die geforderten Siege waren vollbracht. Da Weiden ebenfalls seine Partie gewann (in der 90. Minute!), war der direkte Klassenerhalt eingetütet.

Der Kapitän zieht nach 18 Jahren die Konsequenzen

„Die Nichtabstiegsfeier war überragend. Das war ein absolutes Highlight“, erinnert sich der bekennende Skifahrer noch heute sehr gerne an die Zeit zurück. Nun spielte er mit Vereinsikonen wie Andreas Sendner oder Roland Fischer zusammen, die er „zuvor ein bisschen bewundert hatte.“ Auf Beierlorzer folgte Uwe Neunsinger, mit dem man hinter den Amateurmannschaften der bayerischen Proficlubs mehr als passabel abschloss. Im Winter der Saison 2004/05 wurde Neunsinger von Sendner abgelöst. Der Abstieg in die Landesliga konnte nicht verhindert werden, auch weil den Schwabachern damals sechs Punkte aberkannt wurden. Es folgte ein großer Umbruch. Der Aderlass konnte nicht kompensiert werden und man wurde direkt in die Bezirksoberliga durchgereicht, wo der SC 04 mehrere Jahre verblieb und immer eine gute Rolle spielte. In der Spielzeit 2007/08 wurde Theil gar Torschützenkönig mit 26 Buden. 

Zur Saison 2010/11 wurde von der sportlichen Leitung als Saisonziel „besser als in der Vorsaison“ ausgerufen. Schließlich hatte der SC 04 zuvor als Tabellenzweiter unter Trainer Reiner Eisenberger, mit dem er noch heute ein enges Verhältnis pflegt, die Relegation gegen Tegernheim verloren. Allerdings gingen daraufhin fünf Stammspieler und der damit geforderte Aufstieg schien unrealistisch. Natürlich folgte ein Fehlstart in die Saison und Theil, der längst Kapitän der Mannschaft war, wurde vorab davon informiert, dass Eisenberger geschasst werden sollte. „Ich habe mich dagegen ausgesprochen.“ Er zog die Konsequenzen und entschied sich nach 18 (!) Jahren im Verein für einen Wechsel.

Über Hersbruck zum FSV Stadeln

Da Harald Gerstner in der AH in Schwabach spielte und gleichzeitig Trainer des FC Hersbruck war, stand das Ziel schnell fest. „Hersbruck war völliges Neuland für mich. Erstmals war ich bei einem anderen Verein.“ Allerdings gelang nach der Herbstmeisterschaft nicht mehr viel. Nach einer „grottenschlechten Rückrunde“ – auch trotz der 20 Tore Theils landete man am Ende nur auf Platz neun - gab Gerstner seinen Abschied bekannt und die Fahrgemeinschaft hatte sich somit erledigt. „Für das Leben hat mich die Zeit dennoch weitergebracht. Ich musste raus aus der Wohlfühloase und kannte auf einmal nicht mehr alles.“ So wechselte Theil erneut und für ihn kam nur ein Verein in Frage. „In Stadeln waren immer viele Zuschauer und es gab immer gute Stimmung. Schon als Gegner habe ich sehr gerne dort gespielt.“ Der unnachgiebige Manager des FSV, Robert Frank, tat sein Übriges, dass Theil, Berber und Ell wieder zusammenspielten. In dem „sehr guten Umfeld“ fühlte sich Theil sofort wohl und freilich blieben die Relegationsspiele gegen den SV 73 Süd als Highlights in Erinnerung. Hier kam es auch zum Wiedersehen mit Ex-Trainer Gerstner, der die Süder nach dem Hinspiel verlassen musste.

„Dieter Rebel hatte vorher posaunt, dass Süd egal gegen welchen Gegner klar gewinnen würde. Da braucht man dann nicht mehr viel Motivation. Für Harald hat es mir aber leidgetan“, zeigt sich Theil bodenständig. Freilich bleibt auch die Aufstiegsrelegation zur Bayernliga in Erinnerung. Nach einem 0:3 im Hinspiel („Da hatten wir zu viel Respekt“) gewann der FSV das Rückspiel mit 3:2. „Ich möchte keine Sekunde in Stadeln missen. Leute wie der Bernd Mielack, um nur einen zu nennen, leben den FSV.“ Mit ebenjenem Mielack, Coach Alexander Rambau und Franz Ell gehörte eine Schafkopfrunde nach dem Training zum guten Ton.

"Die Zukunft ist völlig offen"

Ein neuer Abschnitt folgte zur Saison 2015/16 mit dem Wechsel zum SV Barthelmesaurach als Spielertrainer, wo er bis vor Kurzem mit seinem mittlerweile guten Freund Andreas Schneider zusammenarbeitete, dem ehemaligen Abteilungsleiter. Im ersten Jahr gelang der Aufstieg in die Kreisliga, die mit einem fünften Rang abgeschlossen werden konnte. Im Jahr darauf folgte der Wiederabstieg in die Kreisklasse. Seit der Saison 2017/18 bekommt Theil Unterstützung von Matthias Ferstl, ebenfalls ehemals in Stadeln aktiv und nach seinem USA-Aufenthalt nach Schwabach gezogen, als spielender Co-Trainer. „Das passt sehr gut. Aktuell sind wir Dritter und vielleicht ist noch was drin: Es wäre schön, wenn ich mich mit dem Aufstieg in die Kreisliga verabschieden könnte.“ Obwohl er sich dort heimisch fühlt, soll nach vier Jahren Schluss sein für Theil, dessen Zukunft er als „völlig offen“ beschreibt. Inzwischen hat der für die Firma Schmidt und Sohn im Logistikbereich tätige Betriebswirt Frieden geschlossen mit dem SC 04 Schwabach, bei dem seine Mutter seit jeher die Trikots wäscht und sein Vater immer da ist, wo eine helfende Hand benötigt wird. Der 35-Jährige Bayern-Fan spielt inzwischen auch wieder für den SC 04, allerdings bei den Alten Herren, mit denen er zuletzt die Meisterschaft eintütete.

Mehr zum Thema