Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Futsal Nürnberg schwebt trotz Sieg in Abstiegsgefahr: "Es war ein schönes, ungewohntes Gefühl"

Futsal Regionalliga

Das vierte Jahr in Deutschlands höchster Liga ist für Futsal Nürnberg bislang das schwierigste. „Man fragt sich schon, was sich gegen einen verschworen hat“, sagt der Spielertrainer – der sich beim 7:4 gegen Wackersdorf zumindest wieder freuen darf.

Einer der Hoffnungsträger für die Rückrunde: Ermin Kojic (in Weiß-Schwarz) spielt für den FC Kalchreuth – und neuerdings auch für Futsal Nürnberg in der Regionalliga.

 / © Anestis Aslandis

Das neue Jahr begann für Peter Schulze-Zachau mit ganz ungewohnten Gefühlen. Manche Menschen spüren nach Silvester plötzlich ihren Körper wieder, weil sie ihre Neujahrsvorsätze im Fitness-Studio verwirklichen wollen, was oft mit Muskelkater einhergeht. Schulze-Zachau hingegen, der Spielertrainer von Futsal Nürnberg, kennt seinen Körper, er ist schließlich ein sehr ambitionierter Sportler – dass 2019 für ihn trotzdem mit ungewohnten Gefühlen begann, lag an zwei Zahlen: sieben. Und: vier.

„Es war ein schönes, ungewohntes Gefühl“, sagt der 30-Jährige, „vor allem, weil damit nicht unbedingt zu rechnen war.“ Das erste Spiel des neuen Jahres gegen Wackersdorf gewannen sie tatsächlich mit 7:4, den Spielertrainer, der derzeit allerdings nur Trainer ist, überraschte das dann doch. „Sie haben einige Spieler vom Balkan und sind uns eigentlich technisch überlegen“, sagt Schulze-Zachau, „aber wir haben den Sieg einfach mehr gewollt.“ Und so darf der Trainer endlich einmal wieder über erfreuliche Ergebnisse sprechen. Die bisherige Saison in der Futsal-Regionalliga, der höchsten des Landes, lief bislang ja nicht unbedingt so, dass sie in Nürnberg viel Grund zur Freude hatten. Seit dem Aufstieg vor vier Jahren kannte die Entwicklung des kleinen Klubs nur eine Richtung: nach oben.

Im ersten Jahr nach dem Aufstieg mussten sie bis zum letzten Spieltag um den Ligaverbleib bangen, noch heute erinnert sich Peter Schulze-Zachau daran, wie sie am letzten Spieltag völlig überraschend beim Tabellenzweiten gewannen und sich so doch noch über den Strich retteten. Im Jahr danach wurden sie Sechster, dann Fünfter, die vergangene Saison schlossen sie als Dritter ab. Wer erwartet hatte, dass es in der neuen Spielzeit so weitergehen würde, sah sich zunächst bestätigt. Am ersten Spieltag schlugen sie Croatia Stuttgart mit 5:1 und holten in Wackersdorf einen Punkt. Doch seit diesem Ausflug in die Oberpfalz am Tag der Deutschen Einheit ist nichts mehr, wie es einmal war. Es scheint, so muss man das sagen, ein Fluch über dieser Spielzeit zu liegen.

„Seitdem hat sich in fast jedem Spiel einer verletzt“, erinnert sich der Spielertrainer, den es selbst auch erwischte. Noch immer trägt er eine Bandage am Knöchel, wann er nach seiner Sprunggelenksverletzung wieder auf dem Platz mithelfen kann, ist offen. Und auch viele andere Stammspieler verabschiedeten sich in den Krankenstand, dementsprechend fielen auch die Ergebnisse aus. Als „Knackpunkt der Hinrunde“ bezeichnet Schulze-Zachau das 4:5 gegen Aufsteiger TSV 1860 München, wo sie bis kurz vor Schluss mit 4:3 führten, dann aber noch 4:5 verloren. „Das war schon ein kleiner Genickbruch“, findet der Trainer, „viel komfortabler“ wäre die Lage wohl jetzt, hätten sie ihren Vorsprung gegen die Löwen über die Zeit gerettet.

Die folgenden Ergebnisse bestätigen Schulze-Zachaus These. Der Spielplan seit dieser Niederlage liest sich wie eine Übersicht des Grauens: 1:12, 0:5, 2:5, 0:8, 3:11, 4:8, 3:7. „Man fragt sich natürlich, ob man als Trainer etwas falsch gemacht hat“, sagt er rückblickend. Gravierende Fehler konnte er allerdings nicht feststellen, vielmehr hadert er einfach mit dem Pech, das sie in dieser Saison dauerhaft begleitet, das hartnäckig an ihnen haftet wie Hundekot am Schuh.

Allerhand Skurriles

„In der Häufung kann man das einfach nicht beeinflussen“, sagt der Trainer, zur Veranschaulichung erzählt er dann skurrile Dinge, die ihnen in dieser so komischen Spielzeit passiertsind. Da verletzte sich kurz nach dem Spieler plötzlich auch die Spielerfrau, ein vielversprechender Probespieler brach sich bei der zweiten Einheit den Zeh, „es gab einfach einen Rückschlag nach dem anderen“, sagt Schulze- Zachau, „da fragt man sich schon, was sich gegen einen verschworen hat“.

Doch nun soll alles wieder besser werden, sollen die ungewohnten Gefühle wieder zu gewohnten werden. Im Winter haben sie in Ermin Kojic, der in der Bezirksliga für Kalchreuth spielt, und Bastian Scholz aus Tennenlohe zwei neue Spieler bekommen, die beim 7:4 gleich trafen, auch der lange verletzte Dominik Fischer erzielte bei seiner Rückkehr zwei Tore. Die acht Niederlagen währende Serie haben sie gestoppt, am kommenden Wochenende reisen sie nach München – und könnten, einen Sieg vorausgesetzt, erstmals seit Monaten wieder auf einen Nichtabstiegsplatz klettern.

Mehr zum Thema