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BFV will in Sachen Totopokal die Vereine mit ins Boot holen

Mehr Klarheit nach Umfrage?

Es ist ein Thema, das polarisiert: Es geht um die Qualifikation zum Bayerischen Toto-Pokal. Viele Vereine sind damit nicht zufrieden, dass vor allem für die Bayern- und Landesligisten unmittelbar vor einer jeden Spielzeit Anfang Juli zwei Qualifikationsrunden anstehen. Wer in der ersten Runde ausscheidet, der hat dann vor dem Saisonstart ein Problem noch einen Gegner für ein Testspiel zu bekommen.

Der ATSV Erlangen musste im Viertelfinale gegen die SpVgg Unterhaching die Segel streichen.

 / © Harald Sippel

Nun will der Bayerische Fußball-Verband (BFV) den Modus anpassen und nimmt dabei die Vereine mit ins Boot. Eine Umfrage unter den Bayern- und Landesliga-Klubs soll bis zum 20. Februar Klarheit bringen. Es kann so bleiben wie es im Moment ist, es kann aber auch unter zwei Modellen ausgewählt werden. Baldmöglich soll die Entscheidung der Klubs umgesetzt werden.

Es ist nicht leicht es jedem recht zu machen. Der Pokal auf Landesebene soll attraktiv bleiben. Durch den Sponsor wird nicht nur Geld an die teilnehmenden Vereine verteilt, der Pokalsieger hat sich als Zuckerl für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal qualifiziert. Das ist mit rund 140 000 Euro Antrittsgeld plus Einnahme gegen einen interessanten Profiverein für die Amateurklubs sehr lukrativ. Nun hat man sich im Verbandsspielausschuss Gedanken zur Qualifikation gemacht, die Patrick Garbe bei der Landesliga-Tagung in Neudrossenfeld vorgestellt hat. „Wir haben die Kritik der Vereine aufgegriffen und zwei Modelle erarbeitet. Denn in der Vergangenheit hatten wir das Problem, dass zwei Runden Qualifikation zu viel sind. Es hat auch Nichtantreten gegeben, weil manche Teilnehmer zum Termin Anfang Juli keine Mannschaft stellen konnten. Das wollen wir zukünftig vermeiden“, erläuterte Garbe.

Erste Runde mit 64 Vereinen

So läuft es jetzt: 64 Vereine nehmen an der ersten Hauptrunde im Bayerischen Toto-Pokal teil. Ein Großteil der Plätze ist vergeben. So sind die 22 Kreissieger fix qualifiziert: „Das soll auch so bleiben, denn für die Kreissieger ist es immer ein Highlight, sich einen höherklassigen Verein aussuchen zu dürfen“, so Garbe. Ebenfalls gesetzt sind die aktuell drei Drittligisten sowie die 13 Regionalligisten plus die beiden Bayernliga-Meister, zweite Mannschaften haben kein Teilnahmerecht. Ebenfalls dabei sind die beiden Bayernligisten, die an der Relegation zur Regionalliga teilnehmen. Die restlichen Plätze müssen die Bayern- und Landesligisten ausspielen. Aus den Landesligen ist nur eine begrenzte Zahl von Klubs zugelassen, ab Platz eins bis Platz acht oder zehn - je nach Bedarf.

Und genau darum geht es, denn der BFV lässt die Qualifikation unmittelbar vor Beginn einer Saison in zwei Runden ausspielen. Und das hat einen Haken, denn viele Vereine beklagen, dass die Vorbereitung auf die Saison dadurch gestört wird. Denn wer in Runde eins rausfliegt, der hat eine Woche vor Saisonstart kein Spiel mehr. Naturgemäß haben es diese Teams schwer kurzfristig, noch einen Testspielgegner zu bekommen. Nun hat der BFV dazu zwei Modelle erarbeitet. Bei Modell 1 soll die Zahl der Vereine, die an der Qualifikation teilnehmen dürfen, weiter begrenzen, damit es nur eine Qualifikationsrunde gibt. Das könnte bedeuten, dass nur die ersten sechs Landesligisten einer jeden Liga teilnehmen dürfen.

Modell 2 sieht vor, dass alle 88 Landesligisten teilnehmen dürfen. Die sollen dann nach aktuellem Stand auf 22 Gruppen zu je vier Mannschaften nach regionalen Gesichtspunkten aufgeteilt werden. Bei einem Blitzturnier an einem Tag soll ein Sieger ermittelt werden. Die 22 Sieger spielen danach in einer Einfachrunde elf Teilnehmer an der ersten Pokalhauptrunde aus. Je nach Anzahl der Landesligisten müsste der Modus Jahr für Jahr entsprechend angepasst werden.

Abstimmung per Fragebogen

Wie geht es nun weiter? Die Vereine werden per Fragebogen zu einer Abstimmung aufgefordert und da werden nur zwei Fragen gestellt, die durch ankreuzen beantwortet werden müssen. Frage 1 bietet die beiden Antwortmöglichkeit den aktuellen Qualifikationsmodus zu bejahen oder diesen zu ändern. Bei Frage 2 muss sich jeder Verein, auch wenn er für die Beibehaltung der jetzigen Regelung stimmt, für Modell 1 oder Modell 2 entscheiden.

Das Ergebnis soll dann bis spätestens zum 20. Februar vorliegen. Nun sind die Klubs gefordert, eine Mehrheitsentscheidung zu ermitteln, die der BFV dann alsbald und eventuell schon zur nächsten Saison umsetzen wird.

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