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Zengerle: "Wovon sollen wir träumen?"

Bezirksliga Süd

Der SV Marienstein schrieb in den vergangenen Jahren mit seinem Trainer Stephan Zengerle an einer erfolgreichen Geschichte, die aktuelle Saison aber ist für Trainer und Team recht fordernd. Der Coach sieht eine Offensivbaustelle und denkt über seine eigene Zukunft nach: Stagnation will er nämlich vermeiden.

Gemeinsam in die Restsaison: Der SV Marienstein hofft in dieser Spielzeit unter anderem noch auf den Pokalsieg.

 / © Giurdanella

Holprig ging es los für den SV Marienstein, bis zum sechsten Spieltag stand nur ein Dreier gegen Mosbach auf der Habenseite - die fünf weiteren Partien gingen verloren. "Der Start war schwierig, wir haben uns auch zuhause schwer getan, das war ungewöhnlich für uns", blickt Coach Stephan Zengerle zurück. Weil es dann vor allem im spätsommerlichen September deutlich besser aussah, ging Marienstein letztlich auf Rang zwölf in die Winterpause. Vier Punkte Vorsprung auf Relegationsrang 14 sind es aktuell. "Insgesamt war es keine leichte Vorrunde", konstatiert er.

Nicht nur diese Einschätzung hat Coach Zengerle mit vielen seiner Kollegen gemein, auch den engen Kader. "Das ist einer der Gründe, warum es nicht einfach für uns war", sagt er, "wir haben nicht nur einen kleinen Kader, viele Leistungsträger standen uns auch immer wieder nicht zur Verfügung." Zwar hat Marienstein ein ausgeglichenes Torverhältnis, die nur 26 erzielten Treffer weisen aber auf ein Defizit hin: "Wir sind vor allem nicht so gefährlich vor dem Tor wie die letzten Jahre", so Zengerle.

Das liegt zum Beispiel am Fehlen von Stephan Steib, einem der besten Mariensteiner Schützen der letzten Spielzeiten, der in der laufenden Saison aber beruflich immer wieder ausfällt. Auch ein weiterer Name steht im Fokus: Markus Hörmann. Der 36-Jährige, der für den TSV Rain/Lech in der Regionalliga kickte und sich vor allem als Goalgetter des VfB Eichstätt einen Namen machte, ist seit Sommer spielender "Co"-Trainer, hatte aber wieder und wieder mit Verletzungen zu kämpfen. So stand er nur in sieben Partien über 90 Minuten auf dem Feld und erzielte in insgesamt 13 Einsätzen zwei Treffer. "Als spielender Co-Trainer ist man natürlich darauf angewiesen, dass man fit ist. Er kam aus einer hartnäckigen Verletzung heraus zu uns, das wussten wir auch, aber er war seitdem wohl auch nie zu 100 Prozent fit, beschwerdefrei und in Topform so wie er sich das selbst wünscht", so Zengerle, der in der Rückrunde natürlich auf die Qualitäten seines erfahrenen Torjägers hofft.

Alles in allem klingt Zengerle dennoch optimistisch, was die Restspielzeit betrifft. Das Ziel ist klar: "Wovon sollen wir als SV Marienstein träumen?", sagt er, "wir wollen früh hinten raus, mit den Abstiegsrängen nichts zu tun haben." Dass sich diese in einer 18er-Liga bis auf Rang 14 erstrecken ist für Zengerle "das Resultat einer Fehlplanung des Verbands in den vergangenen Jahren. Denn wo gibt's schon vier direkte Absteiger und zusätzlich einen Relegationsplatz?" Neben dem Klassenerhalt in dieser anspruchsvollen Spielzeit gebe es noch ein weiteres Ziel: Das Pokalfinale am 1. Mai gegen den SV Rednitzhembach. "Dann könnten wir das erste Mal in der Geschichte den Pokal nach Marienstein holen", so Zengerle. Man habe in den vergangenen Jahren schon einige Premieren für den Verein erreicht - der Pokal wäre für den Verein ein weiteres Highlight.

Mazlum kehrt zurück

Im Winter hab es bislang einen externen Zugang geben, der aber weckt Hoffnung - wissen sie in Marienstein doch, was sie an Ramazan Mazlum haben. Der 24-Jährige, der vom FC Türk Gücü Eichstätt zum SVM zurückkehrt, spielte schon von 2015 bis 2018 hier, erzielte dabei in 96 Partien 29 Treffer. Auch Jonas Knietig, der zuletzt für ein Praktikum beim SC Freiburg weilte, wird in der Restsaison wieder zur Verfügung stehen. "Die Situation entspannt sich also hoffentlich ein wenig", sagt Zengerle. "Außerdem stößt wohl noch ein weiterer Spieler aus dem Ausland zu uns. Das hat sich kurzfristig vor Ende der Wechselfrist noch ergeben." Abgänge gibt es keine, nur sein ehemaliger Co-Trainer Viktor Stoll, der ohnehin schon länger nicht mehr trainierte und auch nicht mehr zum Kader gehörte, in der Hinrunde aber noch zweimal aushalf, hat den Verein in Richtung SV Ochsenfeld verlassen.

Bleibt noch die Frage nach Zengerles eigener Zukunft beim SVM, und da spricht der 41-Jährige erfrischend offen über Ansprüche und Fragen, die sich im Laufe einer solchen Trainerstation ergeben. 2013 übernahm er im Oktober einen Kreisligisten auf einem Abstiegsplatz, führte ihn über die Meisterschaft in die Bezirksliga, ging nach Rang zwölf in der Premierensaison in der vergangenen Spielzeit auf Rang fünf ins Ziel. "Ich habe schon letztes Jahr überlegt, ob es Sinn macht, weiterzumachen", sagt er. Der Verein würde gerne auch ins siebte gemeinsame Jahr gehen mit ihm, "ich selbst bin auch nicht abgeneigt, es besteht durchaus die Möglichkeit, dass ich noch ein Jahr dranhänge." Aber: "Das Gefühl muss passen - für alle, denn die Mannschaft soll nicht stagnieren. Der Glaube muss da sein, dass wir uns gemeinsam weiterentwickeln." Manche Spieler in Marienstein hätten im Herrenbereich nie einen anderen Trainer erlebt, so Zengerle, "ich muss sehen, wie sich die Saison so anfühlt, wie die Gespräche laufen, die der Verein und ich selbst mit den Spielern führen." Bis Ende März soll die Entscheidung über seine Zukunft in Marienstein fallen.

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