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Die Latte war ein "Puma"

1:0-Sieg gegen Röslau

Der FC Herzogenaurach ist zurück aus der Winterpause. Und das erfolgreich. Beim 1:0-Erfolg gegen den FC Vorwärts Röslau mussten die Pumas jedoch drei unterschiedliche Spielphasen überstehen.

Wie hier Eric Stübing mussten sich alls Spieler des FCH zum Rückrundenauftakt lang machen. Die Gäste aus Röslau waren der gleiche unangenehme Gegner wie im Hinspiel. Doch diesmal zogen die Pumas nicht den Kürzeren. 

 / © Rödel

Im Grunde ist es nur ein kleines Heft, ein netter Zeitvertreib, um die Minuten zu überbücken, bevor der Schiedsrichter die Partie anpfeift. Der Raubkatzen-Report. In dem Heft, das jedem Zuschauer beim Eintritt in die Hände gedrückt wird, porträtiert der Verein auf wenigen Seiten seine Spieler, stellt seine Jugendarbeit vor, berichtet über Neuigkeiten. Doch wer an diesem Samstagnachmittag genau liest, findet in dem Heft sogar eine Vorahnung.

Bis zur viertletzten Seite muss man blättern. Unter der Überschrift „Wir bitten zum Gespräch“ steht Marco Müller Rede und Antwort. Der Co-Trainer spricht über die Vorbereitung, seine fußballerische Vergangenheit, den beruflichen Wechsel von Adidas zu Puma. Ganz unten, wo man es fast überliest, wird Müller gefragt, wie sein Tipp für das heutige Spiel lautet. Aus Sicht der Zuschauer würde er sich zwar ein spannendes und spektakuläres 4:3 wünschen, aber „aus Trainerteamsicht freue ich mich über ein 1:0.“ Was der Co-Trainer vor der Begegnung bereits zu ahnen scheint, wird jedem Zuschauer innerhalb nur weniger Minuten ebenfalls klar: Hier fallen heute nicht viele Tore. Die Pumas wirken enorm engagiert, wollen die schlechte Leistung aus dem Hinrundenspiel wieder vergessen machen. Von Beginn an sucht das Team die Offensive. Einerseits.

Andererseits ist Röslau nach wie vor derselbe unangenehme Gegner. Immer wieder wechseln die Gäste den Rhythmus. Mal laufen sie hoch an, mal warten sie an der Mittellinie. Mal kombinieren sie flach, mal bolzen sie weit. Jede Art von FCH-Routine ersticken sie so bereits im Voraus. Die Pumas kombinieren sich problemlos auf die Flügel. Einerseits. Andererseits kleben sie dort regelrecht fest, kommen kaum in den Strafraum, finden keinen Abnehmer für Eric Stübings Flanken. Als es doch einmal gelingt, rutscht Kevin Rockwell hauchdünn am Ball vorbei. Auf der anderen Seite hat Waldemar Schneider die größte Chance. Doch sein Abschluss wird von Keeper Florian Peter im letzten Moment geblockt.

Nach der Halbzeitpause verändert sich die Spieldynamik. Es bleibt eine Partie ohne Rhythmus. Doch beide Abwehrreihen werden fragiler. Es geht hin und her. Von der Öffnung der Partie profitieren die Pumas, die jetzt ihre Geschwindigkeit besser ausspielen können. Und tatsächlich: In der 57. Minute geht die Karches-Elf in Führung. Es ist einer dieser Weitschüsse, die man bereits ins Netz trudeln sieht, während der Ball noch durch die Luft fliegt. Rockwells Freistoß springt an die Latte und von dort ins Netz.

Anschließend wandelt die Partie ein weiteres, ein letztes Mal ihre Gestalt, die Spieldynamik ändert sich erneut, sie tritt in die dritte Phase ein. Röslau drängt die Pumas jetzt nach hinten. Die Pumas haben den Raum zum Kontern, doch die Abschlüsse sind zu ineffizient, sie verpassen die Vorentscheidung. 15 Minuten vor dem Ende feuert Berkan Kurdoglu einen Schuss Richtung FCH-Tor. Der Ball springt an die Latte, doch statt ins Tor, prallt er von dort ins Aus. Die Latte als Hilfe, die Latte als Hindernis – manchmal reicht das schon, um über Sieg und Niederlage zu entscheiden. Co-Trainer Marco Müller dürfte den 1:0-Sieg seiner Mannschaft nur zu gerne entgegengenommen haben.

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