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Dresdner Fans in Vach: "Dann kommen wir zu euch"

Bayernliga Nord

Das gibt es nicht alle Tage: Rund 50 Fans der SG Dynamo Dresden unterstützten am Wochenende den ASV Vach im Bayernliga-Abstiegsduell gegen Jahn Forchheim (2:1). LaOla und ein Flitzer – geboten war am Sportgelände in Mannhof einiges. Wir haben mit Abteilungsleiter Jürgen Walthier noch einmal über den nicht alltäglichen Sonntag gesprochen.

Erst schrien die Dresdner Fans den ASV Vach zum Sieg, später feierten sie gemeinsam mit der Mannschaft in der ASV-Kabine.

 / © Burc Takmac

Herr Walthier, wie haben Sie das wahrgenommen, als die Dresdner Fans plötzlich bei Ihnen am Sportplatz aufgekreuzt sind?

Jürgen Walthier: Ich hatte schon vor dem Anpfiff eine Whatsapp-Nachricht auf dem Handy, dass das Zweitligaspiel der Fürther ausfällt. Dann erhielt ich den Anruf eines Dresdner Fans, der fragte, ob bei uns gespielt wird. Als ich das bejaht habe, sagte er: Dann kommen wir zu euch.

Dresdner beim ASV Vach, wie ging das denn?

Walthier: Die haben einfach im Internet geschaut, wo es Fußball gibt. Ein Teil ist dann nach Bayreuth gefahren zum Regionalligaspiel gegen den FC Bayern München II, und die anderen waren bei uns.

Und wie war Ihnen zumute – die Dresdner Fans gelten ja nicht gerade als unproblematisch?

Walthier: Wir haben natürlich mit Blick auf den Sicherheitsaspekt die Polizei verständigt, die mit ein paar Streifen kam, sich aber dezent im Hintergrund gehalten hat. Es ist auch nichts passiert. Insgesamt war es ganz lustig.

Geboten war aber doch einiges: Einen Flitzer wird es auf dem ASV-Sportplatz sicher nicht jedes Wochenende geben, oder?

Walthier: Nein, natürlich nicht. Naja, in der zweiten Halbzeit ist ein Dresdner auf den Platz gerannt. Wir haben ihn aber schnell eingefangen und wieder runter begleitet. Der war ganz friedlich.

Die Dresdner haben Vach angefeuert. Wie hat denn Ihre Mannschaft reagiert?

Walthier: Positiv. Die Dynamo-Fans standen schon beim Aufwärmen hinter unserem Tor. Nach dem Abpfiff waren sie in der Kabine, haben LaOla gemacht und mit den Jungs gesprochen.

Hatten Sie hinterher auch noch Kontakt?

Walthier: Mir fehlte die Zeit, ich hatte mit dem Schiedsrichter zu tun. Der wollte wegen des Flitzers eine Meldung machen und forderte dafür eine Namensfeststellung. Den hätte uns der Dresdner Fan aber freiwillig sicher nicht gegeben. Auch die Polizei hat davon abgeraten. Schließlich kann so eine Situation ganz schnell eskalieren. Und letztlich ist ja nichts passiert.

Hat Ihnen eigentlich das Bier gereicht oder haben die Dresdner den ASV leer getrunken?

Walthier: Es waren insgesamt knapp 200 Fans da, das Wetter war schließlich nicht besonders. Nein, das Bier hat gereicht. Aber die Bratwürste sind ausgegangen. Da mussten wir welche nachholen. Die Dresdner hatten eben Hunger.

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