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Simon Exner: Endlich wieder im geliebten weinroten "Spieli"-Trikot

Bezirksliga Nord

Die SpVgg Erlangen hat in der Bezirksliga den ersten Sieg im neuen Jahr geholt. Der absolute Befreiungsschlag aber war das 4:1 gegen den TSV Neunkirchen nicht.

Zurück bei der SpVgg Erlangen: Simon Exner ist einer von sechs Winter-Zugängen. Neu im Verein aber ist er nicht. 

 / © Sportfoto Zink

Als Birgitta Schönberger in der Winterpause wieder warmen Tee zum Training mitbrachte, wusste Simon Exner: Er ist zu Hause. Zum Jahreswechsel war der 29-Jährige an den Waldsportpark zurückgekehrt, nach einem unglücklichen halben Jahr beim ATSV Erlangen. „Ich wollte das Abenteuer Bayernliga erleben und dort eine gute Rolle spielen“, sagt Exner, nun wieder dauerhaft im weinroten Spieli-Trikot. „In der Sommervorbereitung habe ich mich verletzt, das hat sich das halbe Jahr lang durchgezogen.“ Ein Knorpelschaden im linken Sprunggelenk zwang ihn, wieder einen Schritt zurück in die Bezirksliga zu gehen. „Mir war klar, dass ich dann zur Spieli zurückkehre.“ In der Hinrunde hat Exner immer wieder zugesehen. „Es hat sich viel verändert, neuer Trainer, neues Spielsystem. Davon bin ich absolut angetan. Deshalb war es doppelt interessant, zurückzukommen.“ Joachim Müller, der Neunkirchen im Sommer 2018 noch zum Aufstieg geführt hatte, wollte bei den Erlangern viel verändern.

Doch zu Saisonbeginn stotterte es bei der Umsetzung gewaltig, erst am sechsten Spieltag gelang der erste Sieg. Und auch jetzt erlebt die "Spieli" wieder eine lange Durststrecke. Das 4:1 gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten war der erste Sieg seit Mitte Oktober. In neun Spielen hat der Landesliga-Absteiger seither nur drei Punkte geholt. „Zurzeit setzen wir es nicht gut um, spielen einen unschönen Fußball“, sagt Exner. „Doch wenn die Punkte kommen, können wir vielleicht wieder schöner spielen.“ Denn auch gegen Neunkirchen war es nicht wirklich: schön.

Nach dem 0:1 „war die Gefahr da, dass wir wieder in einen negativen Strudel kommen“, meint Exner. „Das wenige Selbstvertrauen, dass wir nach den vergangenen drei Spielen hatten“, drohte gänzlich zu verschwinden wie die Sonne hinter der Holztribüne. „Mit zwei teils glücklichen Treffern haben wir geschafft, das Spiel zu drehen.“ Daniel Diller und Dennis Dudek stellten vor dem Pausenpfiff auf 2:1, nach dem 3:1 durch Yannick Diederichs war das Spiel entschieden.

„Man hat es der Mannschaft angemerkt, dass seit Oktober punktemäßig nichts ging“, sagt Exner. „Jetzt müssen wir eine Serie starten.“ Das gilt auch für den Mittelfeldmann, der nach seiner langen Pause wieder in Tritt kommen will. „An das Niveau, das ich vor zwei, drei Jahren hatte, komme ich vielleicht nicht mehr heran, weil ich in meiner Beweglichkeit ein bisschen eingeschränkt bin.“ Ganz wird der Knorpelschaden nie verheilen. „Für mich ist es schön, noch einmal kicken zu können.“ Vor einem halben Jahr wusste Exner nicht, ob er noch einmal spielen kann. „Deswegen nehme ich jetzt Jahr für Jahr mit.“ Insgesamt sei es ein „schleichender Prozess“, vielleicht wäre es auch besser, in Fußball-Rente zu gehen. Doch natürlich will der Erlanger spielen. „Für mich war es so, als wäre ich nicht weg gewesen.“ Tatsächlich aber ist Exner einer von sechs Winter-Zugängen. Doch davor, dass die keine Wunder bewirken können, hatte Joachim Müller schon in der Vorbereitung gewarnt.

Mittwoch geht’s weiter

„Menschlich“, meint der Coach, „passt alles“. Doch fußballerisch läuft es nicht. „Wir sind Trainings-Weltmeister. Doch im Spiel sind alle so verkrampft.“ Nur mit weiteren Erfolgserlebnissen könne man das ändern. „Der Sieg fühlt sich schön an“, sagt Simon Exner. „Doch wir sind gewarnt.“ Die kommenden Gegner, bereits am Mittwoch Türkspor Nürnberg, dann ASV Fürth und TV Erlangen sind im Klassement alle unter der Spieli notiert. „Nur Neunkirchen zu schlagen, reicht nicht für diese Saison“, reicht nicht für die Bezirksliga.

An einen erneuten Wechsel aber denkt der Mittelfeldmann nicht. „Ich werde hier meine Karriere beenden“, sagt Exner, der in der Brucker Jugend und beim FSV in der Landesliga gespielt hat. „Noch einmal zu wechseln, kann ich mir nicht vorstellen.“ Das liegt auch an Birgitta Schönberger, „die beste Betreuerin“, sagt Exner. „Sie verpflegt uns nicht nur bei den Spielen, sondern auch im Training.“ Und sie ist ein Grund dafür, dass sich Simon Exner wieder zu Hause fühlt.

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