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Hufnagel: "Beim zweiten Elfmeter haben sogar die Fürther gelacht"

Bezirksliga Nord

Der lange Zeit souveräne Ex-Tabellenführer SV Schwaig verlor in der Bezirksliga Nord gegen den Vorletzten ASV Fürth, hat dafür aber eine recht einfache Erklärung.

Zweimal trat Mettin Copier gegen Jonas Seitz zum Elfer an, zweimal traf er.

 / © Sportfoto Zink

Das sah alles so gut aus für den SV Schwaig in der Bezirksliga Nord. Nach einem sehr normalen Saisonstart gewann die Mannschaft von Trainer Helmut Rahner am siebten Spieltag gegen Buckenhofen mit 4:0. Und dann gewann sie noch einmal und noch einmal - bis sie am 20. Spieltag tatsächlich mit einem 1:0 gegen Gutenstetten den 15. Sieg in Serie feiern durften. Schwaig war plötzlich ein gefühlter Landesligist. Der Vorsprung an der Spitze wuchs und wuchs, 13 Punkte lagen sie an diesem 20. Spieltag bei einem absolvierten Spiel mehr zum Beispiel vor dem FSV Stadeln. „Wir machen aus wenig viel“, versuchte sich Rahner mitten hinein in die schöne Serie trotzdem an Zurückhaltung in eigener Sache. Er sagte deshalb nach dem zehnten Sieg in Folge auch: „Uns ist auch klar, dass es nicht bis Ostern so weitergehen wird.“ Genau genommen ging es dann nicht nur nicht bis Ostern so weiter, sondern auch nicht bis Weihnachten: Ende November unterlag Schwaig Cagrispor mit 0:2. Fünf Spiele haben sie seitdem absolviert, einmal Remis gespielt, zweimal verloren, zweimal gewonnen. Das ist eine sehr normale Ausbeute für den SV Schwaig, es ist diese Bilanz aber auch der Grund dafür, warum jetzt nicht mehr alles so gut aussieht am Mittelbügweg.

Nach der 1:3-Niederlage gegen den ASV Fürth am Freitag sind sie tatsächlich nur noch Zweiter, Erster ist jetzt Stadeln, das jetzt seinerseits ein Spiel mehr absolviert hat und vier Punkte Vorsprung zwischen sich und den SVS gebracht hat. Da kann der unbedarfte Beobachter schon erwarten, dass da jetzt eine mittelgroße Panik ausbricht bei den Schwaigern, die sich schon so gefreut haben auf die Landesliga. Man kann das aber nur so lange erwarten, bis man Bernd Hufnagel ans Telefon bekommt, den Abteilungsleiter der Schwaiger Fußballer.

Man hört dann durch die Leitung nur ein bisschen leisen Ärger, der sich aber nicht mit den Schwaiger Fußballern beschäftigt, die da gerade gegen den Vorletzten verloren haben. Wer Schuld war? Der Schiedsrichter, sagt Hufnagel. Der hat nämlich im Spiel gegen den ASV zweimal einen Elfmeter für die Gäste gepfiffen. Zweimal, so sagt das Hufnagel, hätte er sich das sparen können: „Das waren zwei verfrühte Ostergeschenke für den ASV. Beim zweiten haben sogar die Fürther gelacht."

Sie selbst haben nicht gelacht, aber das Ergebnis so hingenommen. „Nach solchen Entscheidungen tust du dich auch als Spitzenmannschaft schwer", sagt Hufnagel. Sie wollen jetzt ganz entspannt bleiben. „Alles, was jetzt noch kommt, ist top", sagt Hufnagel, wenn man ihn fragt, ob sie sich jetzt Sorgen machen um ihre Saison, die ihnen lange so glänzend geglückt ist. Natürlich wollen sie rauf in die Landesliga, aber sich aufregen, wenn es nicht klappt? Darauf haben sie keine Lust in Schwaig, sagt Hufnagel. Wer weiß, wie oft ihnen der Verband bis zum Saisonende noch einen Schiedsrichter vorbeischickt, der Elfmeter pfeift, über die man höchstens noch lachen kann.

Sie fühlen sich bereit für die Landesliga. Mit Rahner verhandeln sie gerade über eine Vertragsverlängerung. „Wir wollen, er will“, sagt Hufnagel. Trotzdem dauert es wahrscheinlich noch bis nach Ostern, ehe sie die weitere Zusammenarbeit auch offiziell verkünden können. Es eilt nicht, sie haben ja auch noch andere Dinge zu tun. „Wir planen zweigleisig", sagt Hufnagel. Sie entwickeln also Szenarien für jeden Fall: Aufstieg oder Nicht-Aufstieg. Wenn es nach oben geht, sagt Hufnagel, hätten sie schon die Zusage eines Sponsoren, der sein Engagement erhöhen würde.

Erhöhtes Engagement bedeutet: mehr Möglichkeiten, die passenden Spieler zu finden. Die brauchen sie auf jeden Fall, weil jetzt schon feststeht, dass der ein oder andere aus der momentanen Spitzenmannschaft nach der Saison nicht weitermachen will am Mittelbügweg. Ob die Neuen dann für einen Landes- oder einen Bezirksligisten auflaufen? An Ostern wird man es noch nicht wissen, aber das haben sie in Schwaig ja schon geahnt.

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