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Auch Steffen Müller und Sandro Gumbrecht verlassen Forchheim

Nach dem 3:3 gegen Ammerthal

Auf der Zielgeraden der Bayernliga-Sasison plant die SpVgg Jahn Forchheim hinter den Kulissen bereits für die neue Spielzeit. Einige Akteure haben ihren Abschied verkündet, doch in der Gegenwart versuchen diese, den Abstieg zu verhindern. Ein 3:3 gegen die DJK Ammerthal zeigt, dass weiterhin Druck auf dem Kessel ist.

Sandro Gumbrecht (ganz links) wird den Verein im Sommer verlassen. Nuyan Karsak (ganz rechts) bleibt Forchheim hingegen erhalten.

 / © Zink / WoZi

Als nach dem 1:1 gegen den ATSV Erlangen die vermeintlich letzte Chance verspielt war, die Abstiegs-Relegation noch durch eine Erfolgs-Serie zu vermeiden, äußerte Jahn-Trainer Christian Springer in beiläufigen Sätzen einen Gedanken, der leichte Zweifel am stets gelobten internen Zusammenhalt aufkommen lässt. Angesprochen auf die Ungenauigkeiten im Angriffsspiel, hatte der Ex-Profi sinniert, dass sich manch ein Spieler „mit dem Kopf schon woanders“, also bei einem anderen Verein, befinde. Früh zeichnete sich bei den obligatorischen Personalgesprächen im Frühjahr der nächste größere Umbruch bei den Forchheimern ab.

Müller zieht es nach Bamberg

Während sich Leistungsträger wie Philipp Nagengast und Timo Noppenberger klar zum Klub bekannten, kommunizierten Kapitän Patrick Hagen oder Jens Wartenfelser ihren Abschied. Inzwischen ist auch klar, dass Steffen Müller nach drei Jahren eine neue Herausforderung sucht. Der beim FSV Erlangen-Bruck ausgebildete 24-Jährige schaffte vom Kreisligisten Adelsdorf den Sprung ins damalige Landesliga-Team und mauserte sich vom Rechtsverteidiger zum Mittelfeld-Strategen. In der heimlichen Chef-Rolle aber fand sich Müller in der laufenden Runde häufig im Schatten von Kapitän Hagen wieder, musste seinen offensiven Drang der kollektiven Suche nach Stabilität unterordnen und arbeitet nach auskurierter Meniskus-Verletzung an der alten Form.

„Klar ist es eine seltsame Situation. Aber alle, die gehen, haben das Versprechen gegeben, sich voll und ganz auf den Klassenerhalt zu fokussieren. Niemand will sich als Absteiger verabschieden“, widerspricht Müller der nach dem ATSV-Spiel aufgestellten These seines Trainers. Tatsächlich wird sich Steffen Müller ab Sommer selbst in die Perspektive eines Übungsleiters versetzen, heuert er doch unter dem früheren Förderer Michael Hutzler als spielender Co-Trainer beim FC Eintracht Bamberg an. Mit nur 24 Jahren. „Es mag sein, dass dies in meinem Alter ein eher unüblicher Schritt ist, aber für dortige Verhältnisse bin ich vergleichsweise erfahren und kann in der verantwortungsvollen Position noch vieles dazulernen. Der Wechsel kommt zur richtigen Zeit“, erklärt Müller, der mit einer jungen Bamberger Mannschaft vielleicht in der kommenden Bayernliga-Saison gegen Forchheim antritt. Mittelfristig, so der Industriekaufmann, möchte er in der Regionalliga spielen.

Über seinen aktuellen Beitrag an der Mission Klassenverbleib beim Jahn wiederum sagt Müller: „Es ist nicht so einfach, wieder voll in Tritt zu kommen, aber die Fortschritte sind erkennbar.“ Beinahe hätte der Techniker seine Einschätzung nun im Spiel gegen die DJK Ammerthal unterstrichen und wie beim letzten Sieg des Jahn in Sand den entscheidenden Treffer erzielt. Beim Stand von 3:3 strich der Schussversuch des eingewechselten Jokers in der 65. Minute aus 18 Metern knapp am Pfosten vorbei. „Das Unentschieden ist ärgerlich, aus meiner Sicht hätten wir zwei Elfmeter bekommen müssen“, konstatiert Müller hinterher.

1:3 und vor Wut schäumend

Dabei geriet der Auftakt nach Maß. Früh markierte Tom Jäckel per Aufsetzer die Führung, allerdings ließ sich der Jahn in der Rückwärtsbewegung mehrfach in Verlegenheit bringen. Als Firat Güngör im Strafraum den Laufweg seines Gegenspielers kreuzte,verwandelte Ammerthal zum Ausgleich. Eine weitere hochkarätige Möglichkeit hatte der Gast ausgelassen, als auf der anderen Seite wiederum Nagengast von den Beinen geholt wurde.

Zur Verwunderung des Jahn blieb jedoch der Elfmeterpfiff aus. Nachdem auch ein vermeintliches Handspiel im Sechzehnmeterraum nicht geahndet wurde, schäumte an der Außenlinie Jahn-Coach Springer vor Wut. Ammerthal ließ die Aufregung kalt und zog jeweils nach Abwehr-Pannen zum 3:1 davon. Eine Ecken-Variante, dieden Kopf von Jäckel fand, linderte zur Pauseden Frust der Hausherren. Gleich nach Wiederanpfiff vollendete Nagengast einen sehenswerten Angriff und nährte die Hoffnung auf den ersten Dreier seit sieben Partien. Trotz Feldvorteilen reichte es nicht. Doch die Spieler bewiesen ihrem Trainer, dass siemit dem Kopf voll für den Jahn bei der Sache sind.

Gumbrecht geht

Vor Torwart Tino Stahl und neben Firat Güngör sollte auch Sandro Gumbrecht dem Jahn als erfahrene Säule in der Abwehr erhalten bleiben. Doch den Kapitäns-Stellvertreter, der in vier Jahren bisher einen Abstieg und den Wiederaufstieg in die Bayernliga erlebte, zieht es nach Informationen aus gut unterrichteten Kreisen zurück zum Ausbildungsverein FSV Bruck. Erlangens Co-Trainer Besnika Avdiji bestätigt das Interesse, unterschrieben sei aber noch nichts. Derweil basteln die Forchheimer Verantwortlichen an ihrem Gerüst, konnten neben Timo Goldammer und Johannes Petscher in Nuyan Karsak und Christian Städtler nunmehr zwei weitere Kandidaten positiver Entwicklung in ihrer ersten Saison binden.

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