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Taner Koc verlässt die TSG 08 Roth - Spiessl geht nach Feucht

Bezirksliga Süd

Nach über zwei Jahren im Amt wird Taner Koc die TSG 08 Roth nach der Saison verlassen, das teilte er seiner Mannschaft am Samstag nach dem 1:1 gegen die Sportfreunde Dinkelsbühl mit.

Wird die TSG Roth verlassen: Trainer Taner Koc (links).

 / © Giurdanella

In der 90. Minute wurde aus der Ehren- eine Trostrunde. Während sich Spielverderber Tim Müller von den Sportfreunden Dinkelsbühl feiern ließ, half Trainer Taner Koc die enttäuscht auf dem Rasen kauernden Bezirksliga-Kicker der TSG 08 Roth in die Senkrechte. Das 1:1 kurz vor dem Abpfiff hatte die fast eine Stunde währende Hoffnung auf die Relegation zur Landesliga brutal platzen lassen. Für Koc war das nur Teil eins eines freudlosen Saisonfinales, in der Kabine verkündete er anschließend seine Entscheidung, dass er seinen Vertrag nicht verlängern wird.

De facto scheiterten die Rother an den letzten beiden Spieltagen an zwei Absteigern, gegen die sie geführt hatten. Dass das so endete war für Koc „ein Sinnbild für die ganze Saison“: „Da merkst du, dass du es mit der jüngsten Mannschaft der Liga zu tun hast. Die Naivität, die sie heute gezeigt hat, wird bestraft. Schade, aber so ist Fußball.“ Platz drei in der Endabrechnung ist trotz der verpassten Aufstiegschance für Koc ein gutes Abschneiden: „Ich habe die Mannschaft vor zwei Jahren auf dem drittenletzten Platz übernommen, ich habe für mich das Maximale rausgeholt.“ Für Taner Koc schließt sich mit der Partie gegen Dinkelsbühl damit ein Kreis. Denn sein erstes Spiel auf der Kommandobrücke in Roth absolvierte er ebenfalls gegen die Sportfreunde. Um den Ausbildungsbedarf, der noch besteht, wird sich ein Nachfolger kümmern. Da die TSG mit der Trennung von Koc gerechnet hatte, sind die Verhandlungen mit einem neuen Trainer schon fortgeschritten. Abteilungsleiter Mathias Hofmann will den Namen nach der Vertragsunterzeichnung schon Anfang dieser Woche bekanntgeben. Koc dagegen hat entgegen seiner Aussage am Sonntagnachmittag gegenüber Nordbayern Amateure, bei der er behauptet hatte, noch nirgends unterschrieben zu haben, bereits einen neuen Klub gefunden. Der SV Hagenbüchach verkündete nur wenige Stunden später, dass es Koc in der neuen Spielzeit zum Kreisligisten zieht.

Mit Taner Koc hat auch Torwarttrainer Sami Koc den Rücken gekehrt. Inwieweit die Mannschaft zusammenbleibt, die Koc „meine Jungs“ nennt und die auch nach Hofmanns Worten „durch ihn oder wegen ihm gekommen sind“, muss man abwarten. Der Abteilungsleiter hat zum Saisonabschluss jedenfalls zum Zusammenhalt aufgefordert: „Eine Mannschaft steht und fällt mit den Spielern, nicht mit dem Trainer.“ Dass ausgerechnet der alte Rivale TSV Weißenburg den Rothern auf den letzten Drücker mit dem 1:0 gegen Burgfarrnbach den zweiten Rang abgelaufen hat, nahm Taner Koc sportlich: „Wenn die das geschafft haben, haben sie es verdient, da gratuliere ich.“

Für die TSG war die letzte Hausaufgabe klar: Nur ein Sieg würde als Option auf Platz zwei reichen. Doch die bereits abgestiegenen Dinkelsbühler hatten alles andere als kapituliert. Sie gingen deftig in die Zweikämpfe und forderten die TSG mit ihren Flachpässen, ohne allerdings vor dem Tor gefährlich zu werden. In der Abwehr hatten sie mit Kapitän Johannes Müller einen aufmerksamen Aufräumer. Das sorgte für eine längere Anlaufzeit der Heimelf. Bei den ersten Versuchen standen Sven Müller und Philipp Ludwig im Abseits. Nach eine halben Stunde manövierten sich die Gäste mit einem Ballverlust an den Mitellinie selbst aus. Hartig schickte Philipp Spießl steil, der gewann das Laufduell gegen Johannes Müller und knipste den Ball unhaltbar zur Führung in die Maschen. Dem Torjubel folgte Leerlauf.

Nach der Pause schien zunächst mehr Zug in die Aktionen beider Mannschaften zu kommen. Zinnbauer feuerte zwei Mal aus der zweiten Reihe, Spießls Flachschuss ging ebenso knapp vorbei. Als Antwort der Gäste tauchte Haltmann am rechten Pfosten auf, doch Prigoana spritzt im letzten Moment dazwischen. Bei einer Freistoß rutschte Spießl zwei Meter vor dem Kasten der Ball über den Scheitel. Nach diesen sieben aufregenden Minuten war aber die Luft wieder raus. Erst in der 78. Minute sorgte wieder Prigoana für ein Highlight. Am Elfmeterpunkt freigespielt, schoss er aber genau den Torwart an. Weitere Angriffe verpufften beim letzten Pass oder im Abseits. Dafür fanden die Gäste mit einer hoch in den Strafraum geschickten Flanke die Lücke zum Ausgleich. Der Ball passierte die Innenverteidigung und fand den am langen Pfosten lauernden Tim Müller, der freie Bahn hatte und seinen Coup ausgelassen bejubelte.

Spiessl nach Feucht

Neben dem Trainer wird auch Philipp Spiessl die Rother verlassen. Er wechselt zurück nach Feucht. Der 23-Jährige stammt ursprünglich aus dem Nachwuchs der Feuchter, wechselte im zweiten U19-Jahr aber zum SK Lauf. Von dort führte ihn 2014 sein Weg zur TSG 08 Roth. Spießl hat inzwischen seine Ausbildung abgeschlossen und will sich nun in Feucht durchbeißen, die höherklassige Herausforderung annehmen.

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