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Schwarzenbrunner: „Wir haben keine Ahnung, was auf uns zukommt“

Nach dem 3:1 gegen Türkspor

Der TV 48 Erlangen hat den direkten Abstieg durch das 3:1 bei Türkspor vermieden. Am Samstag geht es in die Relegation gegen Mosbach. Für Kapitän Florian Schwarzenbrunner ist es eine Herzensangelegenheit.

Hat noch nie ein anderes Trikot getragen: Florian Schwarzenbrunner (links) spielt schon immer für den TV 48 Erlangen. Jetzt will er mit seinem Klub die Klasse halten.

 / © Zink / ThHa

Dass es schiefgehen könnte, so richtig schief, hatte Florian Schwarzenbrunner im Hinterkopf. Ganz verdrängen konnte auch der Kapitän der TVE-Fußballer nicht, dass es bei einer Niederlage vorbei sein könnte mit dem Abstiegskampf. Dass er dann verloren sein könnte. Mit einem Sieg aber würden die Erlanger weiterkämpfen können. Also hofften sie alle ganz sehnlichst darauf.

„Vor dem Spiel war ich nervös“, sagt Schwarzenbrunner. Der Turnverein ist seine Heimat, ganz in der Nähe des Sportplatzes ist der 26-Jährige aufgewachsen, seit 17 Jahren ist er Teil des Vereins, seit sieben Jahren spielt er im Herrenbereich Fußball. „Ich wollte nicht der Kapitän sein, der absteigt.“ Zur Winterpause allerdings sah alles danach aus. „Vor der Rückrunde standen wir schlecht da, trotzdem ist die Stimmung in der Mannschaft immer positiv geblieben.“ Der Saisonendspurt war stark, seit sechs Spielen haben die Erlanger nicht mehr verloren. Auch bei Türkspor Nürnberg, im Klassement am Ende auf Rang neun gelandet, gelang ein 3:1.

Die Gäste wussten worum es ging, dementsprechend gingen sie auch in die Partie und belohnten sich früh. Yu Xuan Xiong setzte den Ball aus 16 Metern ins kurze Eck zur Führung. Nach dem Seitenwechsel wurde Nürnberg stärker, Mustafa Köseoglu glich aus. Türkspor blieb am Drücker, den nächsten Treffer aber erzielte der Turnverein. Nach einem Eckball drückte Andreas Liebel aus dem Gewühl heraus die Kugel ins Netz. Ein Elfmeter, verwandelt von Liebel in der 86. Minute, entschied die Partie endgültig.

„Erst nach dem 3:1 habe ich gedacht: Gott sei Dank, das wird reichen“, sagt Schwarzenbrunner. Groß darüber gefreut haben sich die Erlanger nicht. „Wir haben noch nichts erreicht.“ Weiter gehen die Alles- oder- Nichts-Spiele. Am Samstag steht die Relegation gegen den Tabellenvierzehnter der Bezirksliga Süd, den SV Mosbach, an. Antreten müssen die Fußballer auf neutralem Grund, wo ist noch nicht klar.

„Wir haben keine Ahnung, was auf uns zukommt“, sagt Schwarzenbrunner. Er selbst hat noch nie ein Relegationsspiel auf dem Feld erlebt, nur als Zuschauer. Auch vielen anderen Erlangern ergeht es so. Den Rhythmus will der Turnverein vielleicht auch gerade deshalb erst einmal beibehalten. Am Dienstag und am Donnerstag ist Training, Samstag Spieltag. „Es ist wie ein Punktspiel, doch natürlich ist es kein normales Spiel“, meint der Kapitän.

Bei Relegationsspielen sind immer viele Zuschauer. „Darauf freue ich mich, und auch, dass wir noch einmal spielen können.“ Mosbach hat zum Abschluss der regulären Saison beim TSV Greding mit 1:2 verloren und in den letzten fünf Spielen nur drei Punkte geholt. Erlangens Spielertrainer Hannes Decher hat zudem bei zwei Kollegen aus der Bezirksliga Süd nachgefragt, „damit ich weiß, was auf uns zukommt“. Er erwartet eine „erfahrene Mannschaft mit einem höheren Altersdurchschnitt“, der TVE hingegen hat ein sehr junges Team. „Es wird ein interessantes Spiel, Mosbach wird auf Konter setzen“, schätzt Decher. „Es wird sicher kein Vollgas-Spiel“ - zumindest was die Offensive betrifft. Zu groß ist die Gefahr, durch einen Fehler in der Abwehr alles zu verspielen.

„Ich bin in diesem Verein groß geworden“, sagt Florian Schwarzenbrunner. Noch nie hat er woanders gespielt. Ein Abstieg wäre „sehr schade“, doch „darüber denken wir nicht nach, wir bleiben positiv“. Alle Zweifel haben maximal im Hinterkopf ein kleines Plätzchen. Verrückt machen aber will sich der Erlanger, der an der FAU Grundschullehramt studiert, trotz Relegation nicht. Auch er will die Woche ganz normal angehen. „Am Freitag mache ich etwas mit meiner Freundin“, sagt er. Und Samstag, ja, dann ist Spieltag.

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