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Schwab: "Mit diesem Sieg im Rücken ist alles drin“

Nach dem Erstrunden-Erfolg

Im Relegations-Rückspiel besiegt der Baiersdorfer SV den TSV Gochsheim mit 3:1. Damit dürfen die Krenkicker weiter um den Klassenverbleib in der Landesliga kämpfen. Der Abschied von Kapitän Nicolas Schwab ist vertagt.

Den Abstieg möchte der Kapitän unbedingt vermeiden: Nicolas Schwab (vorne rechts) wird den Baiersdorfer SV zum Saisonende verlassen - und das natürlich unbedingt mit dem Klassenverbleib. Hier jubelt er nach seinem Tor zum 3:1 gegen Gochsheim. 

 / © Wolfgang Zink

Im Spielerkreis war Nicolas Schwab zum ersten Mal kleiner als seine Teamkollegen. Aber natürlich nur, weil sich der Hüne von Innenverteidiger in diesem Moment vor Emotionen krümmte. Er brüllte all seine Hoffnung in die verschwitzten Gesichter um ihn herum. Kurz vor dem Anpfiff sollte jeder, aber auch jeder Baiersdorfer wissen, um was es geht. Nach dem 0:0 im Hinspiel hatten die Krenkicker beste Chancen, im Kampf um die Landesliga weiter zu bestehen. Einzig ein Sieg musste her gegen den TSV Gochsheim. Bei einer Niederlage oder auch nur einem Unentschieden,1:1 oder höher, drohte angesichts der Auswärtstorregel in dieser Relegation das Aus. Es war also ein spannendes Spiel, 400 Zuschauer wollten dabei sein.

Die Anhänger der Gäste, die „Nordkurve“, wie sie selbst auf ein Plakat gemalt hatten, stellten sich vor dem Sportheim auf. Als die Spieler den Rasen betraten, sorgten die Fans mit Fahnen und goldfarbenem Konfetti für eine kleine Choreo. Auch während der Anfangsphase waren die Gochsheimer immer wieder mit Sprechgesängen zu hören, die Baiersdorfer Jugendfußballer aber hielten mit ihren Anfeuerungsrufen über 90 Minuten wacker dagegen.

„Wir waren voller Selbstvertrauen“

Auf dem Feld war Baiersdorf zunächst besser, aber ebenso harmlos wie die Gäste. Kurz vor der Pause verwandelte Lars Reinhardt einen Elfmeter zum 1:0. Doch nur drei Minuten später glich der TSV durch Jonas Heimrich aus. „Das war ein kleiner Dämpfer“, sagt Nicolas Schwab. „Doch wir waren trotzdem voller Selbstvertrauen.“ Die Härte in den Zweikämpfen nahm zu. Mit diesem Remis wäre Baiersdorf abgestiegen. Marc Weiler erlöste die Heimfans nach einer guten Stunde mit seinem Tor zum 2:1. Kapitän Nicolas Schwab erhöhte wenig später vom Punkt auf 3:1, anschließend ging der Torschütze mit seinen Teamkollegen schon auf eine kleine Jubelrunde.

Für Nicolas Schwab sind es dieletzten Spiele im BSV-Trikot. Wie sein neuer Verein, die Sportvereinigung Jahn Forchheim schon Anfang Mai bekannt gemacht hatte, verlässt der Verteidiger nun den Baiersdorfer SV. Nach 14 Jahren und mehr als 160 Spielen. Zwar ist Nicolas Schwab in Hausen aufgewachsen und hat dort auch noch bis jetzt gewohnt, die Nähe zu Forchheim also war immer da. „Für mich war der Jahn immer die Mannschaft der Region.“ Timo Noppenberger, einer seiner besten Freunde, wird in Forchheim nun auch Mannschaftskollege.

Doch zum Fußballer herangewachsen ist der 24-Jährige in Baiersdorf. „Das ist mein Heimatverein.“ Trotzdem sei nun die Zeit gekommen, Neues zu wagen. „Bei mir steht ein großer Umbruch an, da habe ich gedacht, dass sich doch dann gleich alles verändern kann.“ Der Masterstudent wird von Zuhause aus- und mit seiner Freundin in Erlangen zusammenziehen. Außerdem beginnt bald ein sechsmonatiges Praktikum, langsam geht es Richtung Arbeitsleben.

Doch auch als Fußballer möchte Nicolas Schwab versuchen, den nächsten Schritt zu machen. Sein neuer Vertrag bleibt trotz Bayernliga-Abstieg des Jahn gültig. „Man muss auch mal neue Reize setzen.“ Der Verteidiger glaubt, in Baiersdorf sein Potential nicht ganz ausgeschöpft zu haben. Und immer nur mit Landesliga- Abstiegskampf kommt man ja auch nicht weiter. Wobei, ein erfolgreiches Jahr, in der Saison 2016/17 gab es auch. „Da haben wir lange um den Aufstieg mitgespielt.“

„Man wächst als Team zusammen“

Jetzt will sich der Innenverteidiger mit dem Klassenverbleib verabschieden. Bereits am Mittwoch geht es in der zweiten Runde der Relegation weiter, nächster Gegner ist der SV Erlenbach/Main. „Wir haben eine schlechte Saison gespielt“, sagt Nicolas Schwab. „Doch uns war immer bewusst, dass wir sie in der Relegation noch retten können. Mit diesem Sieg im Rücken ist alles drin.“ Egal wie es endet: Vermissen, da ist sich Nicolas Schwab sicher, wird er den Baiersdorfer SV. „Es ist immer eine junge Truppe gewesen, alle haben die gleichen Interessen. Wir hatten vielleicht keine Riesen-Fanbasis, doch deshalb haben wir vieles intern geregelt. So wächst man als Mannschaft auch zusammen.“ Das Umfeld werde ihm ebenfalls fehlen, die Betreuer und Edel-Fans. „Doch ich weiß, ehemalige Spieler sind immer willkommen. Nach dem Freitagsspiel gegen Friesen (3:0, Anfang April, d. Red.) haben auch fünf, sechs ehemalige Teamkollegen in der Kabine mitgefeiert.“ Und feiern, das wollen die Baiersdorfer nach der nächsten Relegations-Runde in jedem Fall auch.

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