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Dedaj: "Der FSV gehört einfach nach oben"

Nach dem Erfolg gegen Weißenburg

Der FSV Stadeln macht das Rückspiel gegen Weißenburg unnötig spannend. Doch in der Verlängerung zieht das Team in die letzte Relegationsrunde ein.

Manni Dedaj umringt von seinen Spielern: In der Nachspielzeit machte der FSV das Weiterkommen klar.

 / © Zink/DaMa

Markus Bauer freute sich nach dem Schlusspfiff vor allem auf die Massagebank. „Dann geht das schon am Mittwoch. Obwohl ich mit meinen 33 Jahren sagen muss, dass ich auf die beiden nächsten Spiele verzichten könnte“, sagte er mit einem Schmunzeln. Dem Stadelner Offensivspieler steckten 120 harte und nervenaufreibende Minuten in den Knochen. Und am Mittwoch steht eben schon das Hinspiel in der entscheidenden Relegationsrunde für den FSV um den Landesliga-Aufstieg an. Gegner ist der SV Etzenricht, der die Saison in der Landesliga Mitte auf Platz 15 beendet hatte.

Dass Stadeln in diese zwei Aufstiegs- Endspiele gehen kann, hat der Verein nicht zuletzt Bauer zu verdanken. Der schoss im Relegationsrückspiel gegen den TSV 1860 Weißenburg (2. Platz, Bezirksliga Süd) zwei Tore. Die Ausgangslage war nicht einfach, aber durchaus hoffnungsvoll für den FSV gewesen: Mit 2:1 hatten die Weißenburger das Hinspiel gewonnen, ein 1:0 hätte Stadeln also aufgrund der Auswärtstor-Regel zum Weiterkommen genügt. Kurz vor dem Pausenpfiff sorgte Bauer, der schon in der Saison 18 Mal für den FSV getroffen hatte, für dieses erlösende 1:0 (45.). Spätestens ab da, hatte die Mannschaft von Trainer Manfred Dedaj die Partie im Griff, vergab nur zu viele Chancen auf das 2:0.

Auch das erzielte Bauer mit einem Volley-Schuss in der 77. Minute. „Solche Tore müssen auch mal sein. Ich habe diese Saison einen Lauf, da muss ich meiner Mannschaft auch in solchen Spielen helfen“, so der Torjäger. Der FSV schien auf der Siegerstraße, doch dann kam die 81. Minute. Und FSV-Torwart Alexander Kracun, dem es noch an Spielpraxis fehlte, hatte einen Blackout. Kurzfristig und völlig überraschend hatte Dedaj den 25-Jährigen, der früher bei U 23 und U19 des 1. FC Nürnberg sowie beim SV Seligenporten aktiv war, statt Marcel Lenhart ins Tor gestellt. Kracun trug zum ersten Mal überhaupt das Stadelner Trikot. „Ich habe auf seine Erfahrung gehofft“, begründete Dedaj den Wechsel: „Bis dahin hat er es ganz gut gemacht.“ In jener 81. Minute allerdings verursachte Kracun einen Freistoß an der Strafraumgrenze, den er selbst noch über das Tor lenkte. Die anschließendeEcke unterlief der Torwart aber – und Jonas Ochsenkiel musste am langen Pfosten nur noch seinen Fuß für das Tor hinhalten, das Weißenburg in die Verlängerung brachte. „Dieser Fehler kurz vor Schluss darf nicht passieren“, räumte Dedaj ein: „Aber es ist Relegation, da kommen solche Sachen vor. Und ich mache eben manchmal Risiko-Einwechslungen, dazu stehe ich.“ Es begannen knapp 25 Minuten wildes Zittern. Doch Stadeln wirkte nur kurz geschockt, ging leidenschaftlich in die Zweikämpfe und erkämpfte sich so langsam die Kontrolle zurück. „Ich bin stolz auf die Mannschaft, die Moral und der Teamgeist waren überragend“, lobte Dedaj. Das 3:1 durch Max Hering war durchaus folgerichtig. Nachdem Angelo Walthier am Bein des Gästetorwarts Johannes Uhl gescheitert war, traf Hering mit seinem wuchtigen Nachschuss ins lange Eck.

Die anschließende Feier verlegten die Spieler spontan aus der Kabine auf den Rasen. Zwei Spiele trennen sie von einer noch größeren Party. Und obwohl die Landesliga-Rückkehr nie als Saisonziel ausgegeben wurde, sehnt sich der ganze Verein danach. Gerade nach einer Spielzeit, in der man 76 Punkte in der Tabelle geholt hat. „Der FSV gehört einfach nach oben. Es wäre sehr wichtig nach dieser tollen Saison“, sagt Dedaj.

Auch Doppel-Torschütze Bauer vergaß alle Erschöpfung schnell, als die Frage nach dem Aufstieg kam. „Wenn du da oben mal warst, willst du natürlich zurück. Wenn ich sehe, was die Jungs alles drauf haben, dann will ich Landesliga spielen. Etwas anderes geht nicht“, sagte er. Trainer Dedaj gab seinen Spielern bei nur zwei Tagen Pause lieber mit auf den Weg, vorsichtig mit dem Bier zu sein. Die Massagebank war da vermutlich auch die bessere Idee.

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