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Baiersdorfer SV: 90 Minuten Zeit für die Reparatur

Landesliga-Relegation

Der Baiersdorfer SV verliert das Relegations-Hinspiel mit 0:1. In Erlenbach muss nun ein Sieg her.

Des Baiersdorfer SV muss im Rückspiel am Samstag einen 0:1-Rückstand wettmachen.

 / © Schreiter

Es war der erste Wutausbruch. Die Arme wedelten wild durch die Luft, Thomas Luckner stapfte auf den Platz. „Relegation ist das“, brüllte er seinen Fußballern zu, als müsste man sie erinnern, um was es hier geht. Was auf dem Spiel steht. Das war nach 30 Spielminuten. Wirklich besser wurde es zunächst nicht. Doch zumindest hatte sich der Trainer des Baiersdorfer SV nicht die Arme ausgekugelt. Zumindest nicht auf den ersten Blick.

Im ersten Durchgang dieser Relegation um den Klassenverbleib in der Landesliga hatten die Baiersdorfer oft nicht auf der Höhe gewirkt, teilweise sogar verschlafen, in der Offensive harmlos. „Wir waren nervös“, begründet Trainer Thomas Luckner die schwierige Anfangsphase, „zu aufgeregt in dieser Situation. Gehemmt, nicht verschlafen. Alle wussten, um was es geht.“ Auch die Gegner wussten das, doch besser waren sie zunächst ebenfalls nicht. Der SV Erlenbach war vor nicht allzu langer Zeit noch Bayernligist. Geht er jetzt aus Hin- und Rückspiel als Verlierer vom Platz, heißt es ab Sommer: Bezirksliga. Für den BSV gilt natürlich das gleiche. Es ging also schon um einiges, wenn nicht gar um alles am Mittwochabend. Tore sahen die 153 Zuschauer in der ersten Halbzeit nicht. Mal gab es einen gefährlichen Distanzschuss auf der einen, mal einen Kopfball-Aufsetzer auf der anderen Seite. Arg ins Schwitzen aber kamen die Keeper nicht. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das. Alexander Fieber rettete auf der Linie stark gegen Muhammed Kayaroglu, Fulbert Amouzouvi und Philipp Traut schossen knapp vorbei. Auf der Gegenseite hielt Max Zelder einen Kopfball von Nicolas Schwab, Lars Reinhardt vergab frei vor dem Tor. Nach einer Aktion gegen Fabian Schwab forderten die Krenkicker Elfmeter. Vergeblich.

Beide Mannschaften versuchten am Ende noch einmal ihr Glück, die Angst, Nervosität oder Lethargie, was auch immer es gewesen war, verflogen. Max Grabert köpfte zu zentral aufs Tor. Es liefen bereits die Schlussminuten, da pennte die Baiersdorfer Abwehr plötzlich. Kayaroglu schaltete im Strafraum am schnellsten und versenkte die Kugel flach im rechten Eck. 0:1. Schlimmer hätte es kaum kommen können, auch wenn Lucker wenig später sagt: „Das Schlimmste war es sicher nicht. Wir müssen das so annehmen und haben 90 Minuten in Erlenbach Zeit, das wieder zu reparieren. Schöner wäre es, mit einem 0:0 oder mit einem Sieg dorthin zu fahren. Jetzt eben mit einem 0:1.“ Ändern, meint der Coach, würde das wenig.

„Wir haben ein knappes Ergebnis, das wollten wir haben. Wir werden das in Erlenbach geraderücken“, macht er seinen Spielern direkt wieder Mut. Die Ausgangslage ist klar: Die Baiersdorfer müssen am Samstag gewinnen, ein Remis oder eine Niederlage würden den Abstieg bedeuten. „Doch wir haben schon ganz andere Situationen gemeistert.“ Aufgeben ist nicht. Auch nicht nach so einem Spiel, das der Trainer selbst als „nicht gut“ bewertet. „Wir wissen, dass wir mehr können.“ In der ersten Relegations-Runde gegen Gochsheim, vor allem beim 3:1 im Rückspiel am Sonntag, waren die Krenkicker tatsächlich anders aufgetreten. Mutiger, leidenschaftlicher, am Ende: glücklich. Am Mittwoch herrschte nach dem 0:1 hingegen Enttäuschung. Lange, glaubt Luckner aber, brauchen die Spieler nicht, um das zu verarbeiten. Am Samstag (16 Uhr) geht es mit einem großen Bus nach Erlenbach, auch Fans werden mitfahren. „Wir werden es auswärts richten.“ Wütend will Luckner nicht mehr werden müssen.

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