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Noppenberger: „Wir können auch mal auf den Putz hauen“

Landesliga Nordost

Mit seinen 28 Jahren ist Firat Güngör in der neuformierten Mannschaft der SpVgg Jahn Forchheim zum ältesten Akteur aufgestiegen. Zusammen mit dem 23 Jahre alten Heroldsbacher Timo Noppenberger, der sich in der vergangenen Saison als Bayernliga-Stammkraft etablierte, soll er den Landesligisten in geteilter Kapitänsrolle zurück in die Erfolgsspur führen.

Timo Noppenberger teilt sich mit Firat Güngör das Amt des Kapitäns.

 / © Sportofoto Zink

Hat sich schon herauskristallisiert, wer den guten und wer den bösen „Bullen“ spielt?

Firat Güngör: Timo und ich sind auf derselben Wellenlänge und jegliche Aufgaben werden von uns gleichermaßen angenommen. Allerdings gebe ich das Organisatorische außerhalb des Platzes gerne an Timo ab, da ist er der Kreativere.

Timo Noppenberger: Wenn nötig, sollten wir beide klare Ansagen treffen können. Aber im Vergleich zur letzten Saison haben wir fast ausschließlich pflegeleichte Charaktere.

In der missratenen Vorsaison, so der Eindruck, zogen nicht immer alle in die gleiche Richtung. Hatte der Trainer Recht, als er einen Mangel an Führungspersönlichkeiten beklagte?

Noppenberger: Ich glaube nicht, dass wir einen Mangel an Führungspersönlichkeiten hatten. Patrick Hagen war ein super Kapitän. Tatsächlich hat die Konstellation beziehungsweise Hierarchie außen herum nicht harmoniert.

Güngör: Sie wurde eben von einem Teil der Mannschaft nicht angenommen. Zudem gab es aufgrund von Verletzungen oder privater Verhinderung wenig Konstanz im Kader, so dass sich nie eine Stammelf einspielen konnte.

Provokante Unterstellung: In immer jüngeren Jahren wachsen die Fußballer in Verantwortung hinein, aber lassen sich ungern selbst etwas sagen. Braucht es nicht genau deshalb einen Leitwolf, der als verlängerter Arm des Trainers Strömungen innerhalb seiner Mannschaft erkennt und frühzeitig auf den Putz haut?

Güngör: Die Führung funktioniert bis jetzt sehr gut, auch dank Unterstützung des Spielerrates. Timo und ich versuchen uns mit Erfahrung und Ehrgeiz zu ergänzen, tauschen uns auch täglich aus.

Noppenberger: Wenn es darauf ankommt, können wir auch mal auf den Putz hauen. Mit Philipp Nagengast, Nicolas Schwab und Axel Hofmann haben wir drei Sprachrohre mit an Bord, die innerhalb der Truppe hochangesehen sind.

Gab es nach dem Abstieg, alternativ zur jetzigen Aufgabe, auch Gedanken an einen Vereinswechsel?

Noppenberger: Für mich war relativ früh klar, Mitte Februar, dass ich beim Jahn bleiben möchte, auch ligaunabhängig. Für mich ist der Jahn ein Aushängeschild im Landkreis. Ich habe Freude am Spielen und spüre das Vertrauen der Verantwortlichen. Vor dem ersten Test haben wir über die Idee des Kapitänsduos gesprochen und entschieden, dass Firat die Binde trägt.

Güngör: Ich weiß was ich am Trainer habe und was von mir erwartet wird. Forchheim war daher mein erster Ansprechpartner und die Zusage nach dem ersten Gespräch fix. Eine schöne nachträgliche Überraschung war die Verpflichtung meines Mentors Hutch (die Wege mit Co-Trainer Erkan Esen kreuzten sich bei Eintracht Bamberg; d.Red.).

Zu den sportlichen Zielen gab es bisher leise Töne. Kann es einem Bayernliga-Absteiger als Motivation genügen, offiziell auf Spitzenansprüche zu verzichten?

Noppenberger: Wir wollen so gut es geht oben mitspielen und mit attraktivem Offensiv-Fußball wieder mehr Zuschauer zum Jahn locken. Wenn das dann für die Top 5 reicht, wäre es schön. Ich persönlich wünsche mir, verletzungsfrei zu bleiben und meine Vorbildfunktion auszufüllen.

Güngör: Das allerwichtigste ist, einen guten Teamgeist aufzubauen. Außerdem müssen wir in der Defensive stabiler und geordneter stehen. Ich nehme die Top 5 ins Visier und möchte die Derbys erfolgreich bestreiten.

Welcher Spieler wird Zuschauer und Gegner in der neuen Saison überraschen?

Noppenberger: Die meisten Neuzugänge waren oder sind gestandene Landesliga-Akteure. Die werden ihre Leistungen abrufen. Müsste ich eine Figur herausheben, wäre es Axel Hofmann (Torwartneuzugang; d.Red).

Güngör: Mit seiner Ausstrahlung und seinen Fähigkeiten ist er schon jetzt ein wichtiger Faktor im Team. Das gibt der Abwehr davor die Chance, zu glänzen.

Wie stimmt sich das Kapitänsduo privat auf die Auftaktpartie bei Quelle Fürth ein?

Noppenberger: Haferflocken, Beeren und eine Banane stehen am Spieltag auf der Speisekarte, ansonsten muss ich ein wenig meine Knochenquetschung im Schienbein pflegen, gehe aber ganz locker aus der Kabine.

Güngör: Ich achte darauf, viel Wasser zu trinken und stärke mich zum Frühstück wie üblich mit Rührei und Sucuk.

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