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Nach Abbruch gegen Schwabach: Hohe Strafen für Mösle, Maiser und Kornburg

Pokal-Qualifikation Landesliga

Das Sportgericht Bayern sprach den TSV Kornburg nach dem verursachten Spielabbruch im Pokal-Qualifikationsspiel gegen den SC 04 Schwabach am 6. Juli in Herzogenaurach in mehreren Fällen schuldig. Neben saftigen Geldstrafen für Verein und verantwortliche Personen wurde Kornburgs Coach Klaus Mösle auch persönlich hart belangt. Er muss zwei Spiele pausieren. Verein und Trainer sehen sich aber zu Unrecht bestraft. Deshalb wollen sie gegen das Urteil Einspruch einlegen. Ziel ist es, dass es in einer zweiten Auflage zu einer mündlichen Verhandlung kommt.

© Huber

Was war passiert? Nach einem "gefährlichen Bodycheck" (O-Ton Klaus Mösle) von Schwabachs Timm Raumer nahe der Seitenauslinie auf dem Herzogenauracher Kunstrasen gegen Dominik Rohracker, der dabei auf die nahegelegenen Pflastersteine stürzte, forderte die TSV-Anhängerschaft die Rote Karte. Der Referee beließ es aber beim gelben Karton, woraufhin Klaus Mösle und seine Mannschaft das Spielfeld verließen. Mösle sagte noch am gleichen Tag gegenüber nordbayern Amateure"Ich hatte das Gefühl, dass es ein schlimmes Ende nehmen wird. Das war eine reine Schutzmaßnahme gegenüber meinen Spielern." Das Foul an Rohracker, der bis vor kurzem noch das Schwabacher Trikot getragen hatte, sei "volle Absicht" gewesen. "Wenn Dominik ein paar Zentimeter weiter fällt, können wir den Hubschrauber rufen", so Mösle vor knapp drei Wochen.

Der Schiedsrichter schilderte die Ereignisse in seiner Meldung an den Verband wie folgt: "In der achten Spielminute ereignete sich ein Foulspiel. Unmittelbar danach lief nicht nur der Trainer des TSV Kornburg auf das Spielfeld, sondern auch der Zuschauer Josef Maiser." Der Kornburger Gönner soll laut Schiedsrichter-Team daraufhin gesagt haben: "Ihr werdet sehen, was ich für einen Einfluss beim Verband habe. Ihr werdet so schnell kein Landesligaspiel mehr pfeifen." Diese Aussage sei laut Urteilsverkündung "als Drohung zu verstehen" und ginge "deutlich über ein normales Maß an Kritik" hinaus, wofür der TSV Kornburg eine Geldstrafe in Höhe von 100 Euro zahlen muss.

Funktionssperre gegen Klaus Mösle

Härter als Maiser erwischte es Kornburgs Coach Klaus Mösle. Wegen unsportlichen Verhaltens wurde ihm für die Dauer von zwei Spielen das Recht aberkannt, eine Verbands- oder Vereinsfunktion auszuüben. Daneben muss der TSV-Trainer unter Mithaftung des Vereins eine Geldstrafe in Höhe von 700 Euro zahlen. Laut Schiedsrichter soll Mösle unmittelbar nach dem Foulspiel schnell und zielstrebig auf das Spielfeld direkt auf Timm Raumer zugelaufen sein und dabei geschrien haben: "Das ist Körperverletzung, was du da machst!" Nachdem der Schiedsrichter bei seiner Entscheidung, Gelb zu zeigen, geblieben war, soll Mösle die Anweisung an seine Spieler gegeben haben, den Platz zu verlassen. "Für den Schiedsrichter und alle Beteiligten war - aufgrund der Entschlossenheit im Auftreten des betroffenen Trainers - klar, dass die Mannschaft das Spiel unter keinen Umständen mehr weiterführen werde. Der amtliche Schiedsrichter brach daher das Spiel ab", heißt es in der Urteilsverkündung. Des Weiteren habe sich die beschriebene Entschlossenheit einer endgültigen Verweigerung der Spielfortsetzung der Verantwortlichen und der Spieler des TSV Kornburg dadurch gezeigt, dass die Mannnschaft die weitere Teilnahme am Pokal-Turnier zunächst abbrechen und sich auf den Weg nach Hause begeben wollte. Erst nach Rücksprache mit dem Spielleiter der Landesliga Nordost, Volker Beck, hätten sich die Verantwortlichen des TSV Kornburg letztlich doch dazu entschieden, das Turnier zu Ende zu spielen. Mösle schrieb laut Urteilstext in seiner Stellungnahme an den Verband: "Er habe in seiner bislang 25-jährigen Tätigkeit selten so einen absichtlichen Bodycheck eines Spielers gesehen. Er habe gedacht, dass sich der Spieler Dominik Rohracker alles gebrochen habe. Diesen Eindruck habe er aus seiner Position mit freier Sicht heraus gehabt. Er habe das Foul als rohes Spiel, Absicht, Tätlichkeit und das bewusste Inkaufnehmen einer Verletzung des Gegenspielers sowie das Verhindern einer klaren Torchance, wahrgenommen. Aus Sicht des betroffenen Trainers sei ein Weiterspielen nicht möglich gewesen, weil es sonst nicht ohne weitere Verletzungen oder Konzessionsentscheidungen ausgegangen wäre. Dies sei ihm eine Woche vor Saisonstart viel zu riskant gewesen und er habe seine Mannschaft schützen müssen."

Neben den persönlichen Strafen von Josef Maiser und Klaus Mösle verhängte das Sportgericht auch noch eine Geldstrafe in Höhe von 300 Euro gegen den TSV Kornburg wegen des Verursachens eines Spielabbruchs. Hinzukommen Verfahrenskosten in Höhe von 153 Euro, womit der TSV insgesamt 1253 Euro berappen muss.

Noch allerdings hofft man beim TSV Kornburg, dass der Fall noch einmal in einer mündlichen Verhandlung aufgerollt wird. „Das werden wir auf keinen Fall auf uns sitzen lassen“, sagte Klaus Mösle dem Schwabacher Tagblatt. Der Verband wolle wieder einmal an ihm und an dem Verein ein Exempel statuieren.

>> Der Artikel wurde um 16:43 Uhr um den letzten Abschnitt aktualisiert.

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