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Neunsinger: "Beschissen wäre noch geprahlt"

Vorschau Bezirksliga Nord 1. Spieltag, Wochenende

Das erste Bezirksliga-Wochenende steht vor der Türe. Froh, dass es wieder los geht, sind fast alle, auch wenn die Coaches unterschiedliche Resümees ziehen. Weisendorf und Gutenstetten müssen zu Beginn auf wichtige Akteure verzichten.

Zum Saisonstart bekommt es der letztjährige Tabellendritte mit Aufsteiger Ottensoos zu tun, also gleich ein Derby zum Auftakt. Die Spielvereinigung Hüttenbach bereitete sich diesmal auf heimischem Terrain auf die kommende Spielzeit vor. Mit Kevin Eckert von Saas Bayreuth, Niklas Beyer vom SK Lauf und Bastian Leikam vom SC Feucht konnte man kräftig aufrüsten. Coach Kevin Trauner ist natürlich froh den Kader "qualitativ und quantitativ stark verbessert zu haben. Es war ziemlich knapp vor der Wechselfrist, deswegen freuen wir uns dass es noch geklappt hat", so Trauner. Leikam soll als Co-Trainer fungieren und vor allem im Training den Coach entlasten. Für die kommende Spielzeit haben sie sich wieder einiges vorgenommen. "Wir wollen wieder eine wichtige Rolle spielen und lange vorne dabei bleiben. Wir sind gerüstet", so der Trainer zuversichtlich. Für das Derby erwartet Trauner eine spannende Aufgabe: "Sie werden bis in die Haarspitzen motiviert sein und haben ein Jahr kein Ligaspiel mehr verloren, aber wir haben auch gezeigt was in uns steckt und sind sicherlich auch der Favorit. Wir wollen gleich den ersten Sieg einfahren." Die Vorbereitung bei Aufsteiger Ottensoos ist laut Trainer Matthias Schiller "ganz gut gelaufen." Der Coach freut sich auf das Derby zum Auftakt: "Ich sehe Hüttenbach als einen der Favoriten. Sie haben gute Spieler und sich noch verstärkt. Wir werden mit dem Willen ins Spiel gehen, dieses Spiel zu gewinnen. Es wird sicher ein interessantes Spiel", ist sich Schiller sicher.

Der Auftakt am Sonntag steigt auf der Tulpe. Zwei Neulinge der Bezirksliga Nord stehen sich gegenüber. Während der TSV vom Süden in den Norden wechselte, ist der SVH aus der Kreisliga Nürnberg aufgestiegen. Doch von beiden Mannschaften ist nicht mehr viel übrig geblieben. Hüben wie drüben gab es zahlreiche Transfers zu vermelden. Das Kärwa-Spiel steigt bereits um 10:30 Uhr. TSV-Coach Uwe Neunsinger findet nach der durchwachsenen Vorbereitung deutliche Worte: "Beschissen wäre noch geprahlt. Wir haben einen kompletten Neuaufbau vor uns und haben jetzt noch viele Verletzte. Die ganze Achse fällt komplett weg. Wir haben in den Testspielen keine Spielidee zeigen können und auch zu leichte Gegentore bekommen. Hinzu kommt, dass wir nicht die nötige Fitness haben, um bei den Temperaturen über die volle Distanz unsere Leistung abzurufen." Der erfahrene Coach warnt vor dem Auftakt gegen den Aufsteiger: "Wir müssen aufpassen, dass es kein böses Erwachen gibt. Hagenbüchach ist fitter als wir, und das schmerzt mich extrem. Normal ist es unser Anspruch dieses Spiel zu gewinnen, aber ich erwarte ein extrem offenes Spiel", so Neunsinger. Auch sein Gegenüber Taner Koc muss ein Team formen"Wir brauchen noch Zeit. Am sechsten oder siebten Spieltag wird sich zeigen, wohin die Reise geht", sagte er jüngst. Aber: "Die Jungs sind sehr gewillt. Sie zeigen schon die Leidenschaft und die Gier, die ich sehen will. Wir wollen schnell, aggressiv und offensiv spielen", so der SVH-Coach. Das Ziel eines Aufsteigers ist ohnehin klar: "Ich will das Maximum, aber es wird bis zum Schluss ein Hauen und Stechen." Zum bevorstehenden 40. Jubiläum will Koc dem Verein den Klassenerhalt schenken.

Ein neues Kapitel steht bei Türkspor/Cagrispor an. Der neue Coach Jasmin Halilic sah eine gute Vorbereitung seiner neu formierten Truppe: "Alle Jungs sind super mitgezogen und haben gut gearbeitet. Es gab kaum etwas negatives." Viele Teams sehen seine Mannschaft im Kreise der Favoriten, der Trainer sieht andere Teams noch eher im Vorteil: "Wir haben die Qualität, aber das wird sich entwickeln. Andere Teams spielen schon länger zusammen und da sind die Abläufe bekannt. Bei uns muss sich alles erst neu finden, aber trotzdem sehe ich uns gut dabei mit anderen Mannschaften." Halilic muss im August auf einige Urlauber verzichten. Für die kommende Spielzeit haben sie sich vorgenommen "uns strukturell zu festigen und die Vereinigung auch auf den Platz zu bringen. Eine genaue Platzierung haben wir uns nicht vorgenommen, jedoch wollen wir so viele Spiele wie möglich gewinnen und uns vorne etablieren", so der Coach deutlich. Für das Duell gegen Kalchreuth - das auf dem Gelände des VfL Nürnberg stattfindet - erwartet er eine Partie "auf Augenhöhe. Sie sind eines der Top-Teams und haben sich nicht verschlechtert. Sie werden wieder oben mit dabei sein." Beim FC Kalchreuth hat sich im Sommer auch einiges getan. Doch trotz einiger Neuzugänge verlief die Vorbereitung auf der Alm nicht zufriedenstellend. "Zu den vier, fünf Langzeitverletzten haben sich noch ein paar hinzugesellt. Wir hatten bis zu zehn Ausfälle, da macht sich das dann schon bemerkbar", so Coach Joao Oliveira. Trotzdem freut sich der Trainer darauf, endlich zu starten. "Wir haben 15-16 Fitte, und der Rest muss sich ranarbeiten. Wir wollen die Spieler so schnell wie möglich fit bekommen." Zum Auftakt geht es für die Oliveira-Elf zu Türkspor/Cagrispor. Bange ist dem Coach deswegen allerdings nicht. "Wir haben keine Angst. Sie haben sich gut verstärkt und sind Favorit, aber wir wollen das Maximale herausholen. Es ist definitiv was drin. Wir werden Vollgas geben." Im zweiten Spiel kommt mit Gutenstetten der nächste Brocken auf den FC zu. Jammern will Oliveira nicht: "Der Anfang ist knackig , aber es ist egal wann wir wo gegen wen spielen. Die Liga ist diesmal noch ausgeglichener und man muss in jedem Spiel Vollgas geben."

Der SV Gutenstetten erlebte in der Vorbereitung ein echtes Highlight. Zweitligist Greuther Fürth gastierte im Steinachgrund. Auch mit dem Rest der Vorbereitung zeigte sich Coach Daniel Tarone zufrieden, allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen. Frank Kirschner muss an der Hand operiert werden und fällt wohl mindestens zwei Monate aus. "Er hat uns offensiv sehr viel gebracht. Wir hoffen, dass es schnell und gut heilt, damit er uns bald wieder helfen kann", so Tarone. Für die kommende Saison will der Trainer sein Team "stetig weiterentwickeln, junge Spieler einbauen und uns im Vergleich zur Vorsaison verbessern." In der ersten Partie empfängt der SVG den Aufsteiger aus Adelsdorf. "Wir freuen uns auf das Spiel und haben einen guten Gegner vor der Brust. Ich habe sie gesehen, sie haben einen guten Kader und werden vorne mitspielen. Sie sind eingespielt und werden mit viel Selbstvertrauen kommen, da sie viele Spiele gewonnen haben. Wir haben einen Plan, werden auf uns schauen und müssen eine Topleistung bringen, um dieses Spiel zu gewinnen", so ist sich Tarone sicher. Auch den SC Adelsdorf dürfen wir zurück in der Bezirksliga begrüßen. Die Jungs von Coach Dennis Weiler setzten sich in der Kreisliga Erlangen durch. Die Vorbereitung lief laut Weiler "eher schleppend. Es machte sich ein bisschen Zufriedenheit nach dem Aufstieg breit." Mit Benjamin Kaiser von Don Bosco Bamberg 2, Andre Fischer aus Etzelskirchen und Marc Weiler (Bruder von Coach Dennis) vom Baiersdorfer SV stoßen drei Neue zum Team. Der Trainer blickt zuversichtlich ins Wochenende, auch wenn es "bei uns allen im Moment bei der Einstellung nicht stimmt. Wir haben eine gute Truppe und wollen gut reinkommen. Wir spielen bei einem Favoriten und müssen uns selbst zurechtfinden." Die Vorgabe des Vereins sei es, die Klasse zu halten. "Wenn wir an das Maximum herankommen, dann können wir mithalten. Ein frühzeitiger Klassenerhalt wäre super", so Weiler vorausblickend.

Mit einem neuen Coach geht der Sportklub Lauf in die kommende Saison. Aleksandar Abutovic lenkt nun die Geschicke. Der Trainer sieht sein Team gut gerüstet für den Start: "Es lief sehr gut, alle haben gut mitgezogen, so stelle ich mir das vor." Gleich in den ersten Spielen warten mit Veitsbronn, Gutenstetten und Türkspor/Cagrispor echte Kaliber auf die Youngster. Trotzdem will man in Lauf "von Anfang an nichts mit den Abstiegsplätzen zu tun haben. Deshalb ist ein guter Start wichtig." Mit dem ASV Veitsbronn kommt der Vorjahres-Vierte nach Lauf. Abutovic hat den Gegner schon unter die Lupe genommen: "Ich habe sie zweimal gesehen. Wir wollen sie mit unseren Waffen schlagen." Die Stimmung nach der Vorbereitung ist bei Veitsbronn-Coach Alex Rambau nicht so gut. "Es war sehr durchwachsen. Alle haben mitgezogen, aber die Ergebnisse waren nicht so prickelnd." Mit Neuzugängen hielt sich der ASV zurück: Mit Christoph Bassing von Kreisklassist SV Wacker, Felix Gelfert von A-Klassist Großgründlach und Antonio Madeja (zurück aus den Staaten) wechseln drei eher Unbekannte nach Veitsbronn. Christian Niedermeier hat den Verein in Richtung ASV Zirndorf verlassen, Bitzenbauer und Kusnyarik gehen in die zweite Mannschaft. Deshalb habe sich seine Mannschaft "qualitativ nicht verbessert, wenn man sieht was die anderen Vereine aufgefahren haben. Ich habe bestimmt 40 Leute angerufen, aber ohne Geld geht einfach nichts, und für uns ist das richtig schwierig", so Rambau, der aufgrund der Transferaktivitäten der anderen Mannschaften "froh wäre, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Es wird ein schwieriges Jahr werden." In Lauf soll sein Team unbedingt zu Punkten kommen, denn danach warten Gutenstetten und Türkspor/Cagrispor. "Wenns schlecht läuft, hast du danach null Punkte, umso wichtiger ist es, in Lauf zu punkten. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe, die Tagesform wird entscheidend sein", so der ASV-Coach.

Hersbruck-Coach Stefan Erhardt ist dankbar, dass es nun losgeht: "Ich freue mich extrem aufs erste Spiel. Wir wollen mit Spaß und Freude rangehen." Der Auftakt ist für den Trainer zwar wichtig, er hat aber auch die Erfahrung aus dem letzten Jahr gespeichert, als man nach vier Siegen zum Auftakt eine längerfristige Durststrecke durchmachte."Tennenlohe wird eine Aufgabe, sie werden mit einer gewissen Aufstiegseuphorie kommen. Wir sind gewappnet und wissen was auf uns zukommt. Wir werden alles reinwerfen, um die drei Punkte zu holen." Der SV Tennenlohe ist zurück in der Bezirksliga. Das Team von Coach Karim Farhan ergatterte über die Relegation ein Ticket. Die Pause war daher auch eher kurz für die Spieler. "Wir hatten lediglich zwei Wochen, um zu regenerieren. Die Saison hat schon geschlaucht, trotzdem war es eine ordentliche Vorbereitung, die Neuzugänge haben sich gut präsentiert", so der Coach, der mit Christoph Arnold vom TV 48 Erlangen, Philip Drießlein aus Kalchreuth, Sebastian Essensohn aus Großdechsendorf, Christian Rzonsa aus Willersdorf und John Schihada aus Burglengenfeld fünf Neuzugänge verbuchen kann. Farhan erwartet "eine sehr ausgeglichene Liga. Es werden einige Teams um den Abstieg spielen und es wird bis zum Ende spannend bleiben." Auch eine Liga höher will der Coach, dass seine Mannschaft "dominant auftritt und das Spiel gestaltet." Am liebsten gleich zum Auftakt in Hersbruck. Ein guter Start wäre wichtig, denn das Auftaktprogramm befindet der Coach für "nicht dankbar." Am zweiten Spieltag kommt der SK Lauf, ehe es gegen Türkspor/Cagrispor und Gutenstetten geht.

Weisendorf-Coach Bernd Fuchsbauer sah in den letzten beiden Tests "eine verbesserte Leistung. Ich bin froh, dass es endlich wieder losgeht. Man sieht, dass es bei uns in die richtige Richtung geht." Am ersten Spieltag empfangen seine Jungs den SV Buckenhofen. "Es ist gut, wenn man den Gegner kennt. Im letzten Jahr konnten wir beide Duelle für uns entscheiden, und wir haben auch diesmal wieder die Möglichkeit, einen sehr guten Gegner in die Knie zu zwingen", so Fuchsbauer, der in der ersten Partie aber noch auf den Rot-gesperrten Tobias Geyer verzichten muss. Auch Tom Jäckel fehlt aufgrund einer roten Karte noch für vier Spiele. Nichtsdestotrotz ist der Trainer guter Dinge: "Wir freuen uns auf das Heimspiel, sind positiv gestimmt und wollen das Spiel gewinnen." Der SV Buckenhofen beendete die erste Saison nach dem Aufstieg auf einem guten siebten Platz. In der Vorbereitung hatte das Team von Coach Helmut Wolff gute und schlechte Ergebnisse. "Die Qualität jeden Gegner zu schlagen ist da. Aber wir können auch gegen jeden Gegner verlieren. Das ist eine Einstellungssache", so Wolff, dessen Mannschaft etwa Bayernligist ATSV Erlangen schlug. Ziele haben sie sich in Buckenhofen auch vorgenommen: "Gut wäre es, wenn wir unsere Platzierung aus dem Vorjahr bestätigen können. Noch besser wäre es, wenn wir ein, zwei Plätze besser abschneiden würden. Aber noch weiter nach oben, das wäre für mich eine Überraschung." Zum Auftakt geht es zu Weisendorf, dem Gegner, dem man in der vergangenen Spielzeit sechs Punkte überließ. "Ein Punkt wäre okay. Wir brauchen einen guten Start und wollen in keinen Negativlauf hineingeraten", so Wolff.

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