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Söllmann und Winkelmann: Erlanger Stadtderby mit neuen Anführern

Nach dem 2:1-Sieg der "SpielI"

Beim 2:1-Sieg der Spielvereinigung Erlangen gegen den Turnverein 48 Erlangen zum Bezirksliga-Auftakt standen zwei neue Kapitäne auf dem Feld.

Erfolgreich gebremst: Der Neu-Kapitän der Spielvereinigung, Johannes Winkelmann, stoppt Richard Vidal-Camejo vom TV (blaues Trikot).

 / © Wolfgang Zink

Vereinstreue seit 2007, etliche Spiele im rot-weißen Trikot und Kapitän beim ältesten Fußball-Verein in Erlangen: Dominik Beier ist ein echtes Urgestein der Spielvereinigung. Zur neuen Spielzeit reicht der 32-Jährige die Binde jedoch weiter – freiwillig, wie Trainer Joachim Müller klarstellt: „Ich will ausdrücklich betonen: Auf Wunsch von Domi Beier. Eigentlich war angedacht, dass er aufhört wegen Alter, Verletzung und Verpflichtungen in der Familie. Wir konnten ihn umstimmen, dass er weitermacht. Aber er hat sein Kapitäns- Amt abgegeben.“ Auf der Suche nach einem Nachfolger ging der Coach den logischen Weg – und bestimmte Johannes Winkelmann, im vergangenen Jahr noch Co-Kapitän, zu seinem Sprachrohr innerhalb des Teams. Für den 24-Jährigen stellt dies eine „große Ehre“ dar, er möchte in Zukunft „in jedem Spiel alles reinwerfen, um der Sache gerecht zu werden“.

So auch am Wochenende, beim Bezirksliga-Auftakt, das für die Spielvereinigung Erlangen gleich mit einem Stadtderby-Sieg begann: Der Turnverein 1848 war zu Gast im Waldsportpark, die Spieli siegte mit 2:1 (0:0). Und Winkelmann erlebte sein erstes Spiel als Kapitän.

Verantwortung mit der Binde

Mit der Binde am Oberarm ändern sich ein paar Dinge, findet er: „Ich spüre mehr Verantwortung auf dem Feld und merke, dass die Mannschaft mich sucht und auch auf meine Worte hört“, sagte er. Deswegen habe er versucht, seinem Team vor und während der Partie gegen den TV 48 „alles mit auf den Weg zu geben“. Als Kapitän möchte Winkelmann künftig „immer vorangehen und nie aufgeben“. Zudem möchte er die Stimmung hochhalten und legt Wert auf ein gutes Mannschaftsgefüge. Aus diesem Grund folgte nach dem Auftakt in der Bezirksliga auch direkt ein Mannschaftsabend.

Bei diesem dürfte kräftig gefeiert worden sein, nachdem die Spielvereinigung erfolgreich war. Damit bleibt man auch im zehnten Aufeinandertreffen in Folge ungeschlagen. Zwar markierte Richard Vidal-Camejo in der 58. Minute nach ausgeglichener erster Hälfte und einem zu kurz geratenen Rückpass vorerst die Führung für die Gäste, doch drehte die „Spieli“ die Begegnung durch Tore von Marius Meyer und Timur Zenginer aus der 72. und 87. Minute. Die Hausherren hätten bereits in der ersten Hälfte in Führung gehen können, Kapitän Winkelmann vergab jedoch vom Punkt. Gerade gegen Ende der 90 Minuten nahm das Spiel noch einmal Fahrt auf und hatte einige umstrittene und hitzige Szenen. Noch in der Nachspielzeit ging TVE-Kapitän Florian Söllmann im Strafraum zu Boden, Schiedsrichter Kenny Abieba ließ jedoch weiterlaufen.

„Der Unparteiische hat seine Linie aus der ersten Hälfte irgendwann verlassen“, befand Söllmann, der ebenfalls neu im Amt des Spielführers ist. Auch er war in der vergangenen Saison Stellvertretender Kapitän, auch er wurde von seinem Trainer, Hannes Decher, bestimmt. „Es ist eine Anerkennung für die Leistung und Erfahrung, die ich in meinen Fußballer- Jahren gesammelt habe“, findet Söllmann. Für ihn sei es nach dem Wechsel von Florian Schwarzenbrunner zum FC Kalchreuth der logische Schritt gewesen: „Vielleicht aber auch weil ich jetzt der Älteste in der Mannschaft bin“, so der 29-Jährige.

„Als Vorbild vorangehen“

Im Zuge seiner neuen Aufgabe möchte Söllmann „als Vorbild vorangehen“. Dabei habe er als Führungspersönlichkeit in seinem Beruf als Werkstoffingenieur schon Vorerfahrungen gesammelt. Zudem setzt auch er – wie sein Pendant aufseiten der SpVgg Erlangen – auf eine positive Stimmung innerhalb des Teams. Diese lässt sich natürlich am besten durch eine erfolgreiche Saison aufrechterhalten, in der laut Coach Decher am Ende Tabellenplatz vier bis neun herausspringen soll. Woher aber kommen angesichts der vergangenen Spielzeit, in der der TVE erst über die Relegation die Klasse hielt, so große Ambitionen? „Wir sind in der Rückrundentabelle 2018/19 siebter geworden und haben Verstärkungen dazubekommen. Das verschafft Selbstbewusstsein“, so Söllmann.

Bei der Spielvereinigung möchte man sich keine genauen Ziele stecken, eines ist aber sicher: „Auf jeden Fall besser als vergangenes Jahr“, so Kapitän Winkelmann. Denn da landete die „Spieli“ mit nur einem Zähler mehr als der Lokalrivale auf Rang 13. „Wir versuchen erst einmal kleine Brötchen zu backen und jedes Spiel zu gewinnen. Ich denke, wir haben gegen den TV 48 gezeigt, dass wir uns vor keinem verstecken müssen.“

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