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Röwe: "Aber wir sind gut genug"

Nach dem 3:4 gegen Lauf

Der Bezirksliga-Aufsteiger SV Tennenlohe muss das Verlieren erst wieder lernen, im zweiten Spiel gab es ein 3:4 gegen den SK Lauf.

Der SV Tennenlohe von Sven Röwe muss sich auf harte Wochen in der Bezirksliga einstellen.

 / © Daniel Mahr/ Zink

Nein, es wäre gar keine große Überraschung mehr gewesen, wenn Valentin Momber ein Sonntagsschuss ins Tordreieck zum 4:4 gelungen wäre. Es gab ja schließlich wenig, was es nicht gibt, als gestern Nachmittag der SV Tennenlohe den SK Lauf empfing. Auf der Trainerbank der Gäste saß mit Aleksandar Abutovic ein ehemaliger Pokerprofi, auf dem Feld fiel erst ein hochverdientes Führungstor der Tennenloher, dann ein Ausgleich mit dem Halbzeitpfiff und später weitere fünf Treffer. Es gab außerdem eine Rote Karte und Spannung, die man eigentlich gar nicht in 45 Minuten packen kann.

Hätte also Momber, der Tennenloher Keeper, in der Schlussphase, als er im Laufer Sechzehner an den Ball kam, abgezogen – wer weiß, vielleicht hätte der SV Tennenlohe die ersten Bezirksligapunkte dieser Saison geholt. So aber blieb es beim 3:4 (1:1) in einer unterhaltsamen Partie, in der sich der SVT vorwerfen musste, 35 Minuten der zweiten Hälfte verschlafen zu haben.

„Es ist auch eine Kraftfrage bei uns“, sagte Sven Röwe, der Spielertrainer, hinterher. Durch die Aufstiegsrelegation zog sich die Kreisligasaison, der Urlaub schob sich nach hinten. Andere Mannschaften sind dem SVT nun vier Wochen voraus. Das machte sich zwischen der 60. und 70. Minute gegen den SK Lauf bemerkbar – individuelle Fehler ermöglichten Marc Schober einen Hattrick binnen 21 Minuten und Lauf eine 4:1-Führung. Die Vorentscheidung, weil Kevin Lippert nach überhartem Einsteigen Rot gesehen hatte (78.).

„Wir sind nicht mehr individuell automatisch besser auf jeder Position, wie das noch in der Kreisliga war“, sagte Röwe. Das und die Tatsache, dass der SV Tennenlohe auch wieder Spiele verlieren kann, „müssen wir alle erst lernen: Zuschauer, Umfeld und wir als Mannschaft“. Nach einer Rückrunde in der Kreisliga ohne Niederlage gab es nun bereits die zweite im zweiten Spiel in der Bezirksliga.

„Es ist schon ein Schritt zwischen diesen Ligen, aber wir sind gut genug, das hat man in der Schlussphase gesehen. Uns fehlt noch die Kraft.“ Zudem bekommt der Angriff weniger klare Möglichkeiten, vergibt diese auch reihenweise – wie unmittelbar vor dem Ausgleich, als Rzonsa eine Röwe-Hereingabe um Zentimeter verpasste. Oder als Christoph Arnold nach nur fünf Minuten einen Gegenspieler auf der Torlinie abschoss, anstatt einzuschieben.

„Mut macht die Schlussphase“

„Mut macht die Schlussphase“, sagte Sven Röwe deshalb auch, als alle schon dachten, Tennenlohe ist bezwungen. Zu zehnt bäumte sich die Mannschaft noch einmal auf, zeigte, dass sie zum einen intakt ist und zum anderen durchaus mithalten kann in der Liga: Paul Schulze-Zachau köpfte einen Röwe-Eckball zum 2:4 ins Tor, Daniel Böning markierte mit seinem zweiten Distanzschuss des Tages auch sein zweites Tor zum 3:4. Dann warf Tennenlohe alles nach vorn, auch Valentin Momber kam mit in den Angriff – mit der letzten Chance des Spiels aber köpfte Niko Bogade knapp übers Laufer Tor.

„Es wäre schön gewesen, wenn wir bis jetzt schon was mitgenommen hätten. So aber kommen jetzt die zwei Spitzenteams auf uns zu. Wir dürfen uns davon nicht verunsichern lassen“, sagte Sven Röwe. Null Punkte nach vier Spieltagen haben sie so oder so ähnlich schon einkalkuliert. „Danach beginnt für uns die Runde, wenn man so will. Bis dahin sind wir auch körperlich dann auf der Höhe.“ Harte Schichten im Training sollen weiter beim SV Tennenlohe das Heilmittel sein, „es wird bis zuletzt gegen den Abstieg gehen“, glaubt der Trainer. Der glaubt aber auch an seine Mannschaft, die „absolut die Qualität hat“, in der Bezirksliga mitzuspielen.

Das bewies sie im Spiel nach vorne, alle Treffer waren stark herausgespielt, die Führung gar per Hackenablage vom Neuzugang aus Willersdorf, Christian Rzonsa. Röwe: „Alles, was wir brauchen, ist noch ein wenig Zeit. Dann arbeiten wir uns da schon raus.“

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