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Sensation knapp verpasst: Mosbach, Lauf und Rednitzhembach ärgern die Großen

Toto-Pokal 1. Runde, Mittwoch

Mit Mut und Engagement ärgerten der SV Mosbach, der SK Lauf und der SV Rednitzhembach ihre schier übermächtigen Gegner aus Bayern-, Regional- und dritter Liga. Trotzdem war keinem das Weiterkommen vergönnt. Auch der ATSV Erlangen flog im hohen Bogen aus dem Toto-Pokal. Die Skeraj-Elf unterlag Ligakonkurrent Großbardorf mit 0:3.

Der SV Mosbach hatte die Würzburger Kickers am Rande der Niederlage. Mit einem Schlussspurt konnte sich der Drittligist aber dennoch in die nächste Runde retten.

 / © SV Mosbach

Wer mit einer klaren Angelegenheit für den Würzburger Drittligisten gerechnet hatte, der wurde eines Besseren belehrt. Der SV Mosbach spielte auf dem vom Regen durchweichten Geläuf seiner Möglichkeiten entsprechend frech nach vorne und ging nach nicht einmal 60 Sekunden sogar überraschend in Führung. Mosbach setzte die Kickers in der Defensive unter Druck und erkämpfte sich dadurch einen Eckball, den Raphael Soldner schließlich zur Führung nutzen sollte. Würzburg, das freilich spielüberlegen war und ein deutliches Plus an Möglichkeiten hatte, konnte jedoch umgehend durch Hüseyin Cakmak antworten (6.). Anschließend scheiterte der Drittligist gleich mehrmals an SVM-Keeper Matthias Bähr, der eine glänzende Leistung zeigte. Aber auch Mosbach, das nach 25 Minuten die beste Phase hatte, war nicht chancenlos und kam immer wieder nach Kontern zu gefährlichen Nadelstichen. Marcus Baumann verfehlte aus der Distanz, nachdem er sah, dass Kickers-Keeper Vincent Müller zu weit vor seinem Tor stand, das Gehäuse nur knapp. Und auch Thomas Ballbach brachte die Kugel aus elf Metern am glänzend reagierenden Müller nicht vorbei ins Tor. Die nächste gute Chance für die Heimelf hatte Hannes Türholf, aber auch dessen Distanzschuss fischte der Würzburger Torhüter aus dem Winkel. Würzburg ließ die Gastgeber überraschend oft gewähren und war gerade nach Kontern immer wieder anfällig. Und diesen Umstand nutzten die Gastgeber aus. Tom Wassermann schickte Soldner mit einem präzisen weiten Ball auf die Reise, der Angreifer pflückte das Spielgerät sicher runter und überwand Müller mit einem sehenswerten Heber zur alles anderen als unverdienten 2:1-Führung (37.), mit der es dann auch in die Pause ging. Nach dem Seitenwechsel sollte es zunächst noch besser für den Kreisligisten kommen. Eine verunglückte Flanke von Matthias Ballbach landete hinter Müller zum 3:1 im Tor. Nach einer knappen Stunde verkürzten die Gäste. Nach einer Widemann-Flanke kam Dominik Meisel im Fünfer zum Abschluss und verwertete den Ball volley zum 2:3. Wenig später glichen die Kickers dann aus. Der Ex-Fürther Patrick Sontheimer bediente Dave Gnaase, der von außerhalb des Strafraums auf 3:3 stellte. Bei den Gastgebern, die dem Drittligisten einen großen Kampf lieferten, ließen nun die Kräfte deutlich nach. Umso bitterer, dass ausgerechnet ein Foulelfmeter für die Wende sorgte. Nico Saulich brachte Cakmak zu Fall, der eingewechselte Dominik Widemann verwandelte den fälligen Elfmeter eiskalt (78.). Mosbach warf anschließend noch einmal alles in die Waagschale, helfen sollte es aber nichts mehr. Würzburg legte in der Nachspielzeit sogar noch den fünften Treffer durch Yassin Ibrahim zum 5:3-Endstand nach. Dennoch kann der SV Mosbach stolz auf sich sein und den Schwung aus der Pokalpartie nun mit in die Kreisliga-Runde nehmen.

Auf Kunstrasen lieferte der SK Lauf der DJK Vilzing bei Regenwetter einen harten Kampf und ging gegen den Bayernligisten sogar in Führung. Einen Standard, getreten von Tim Sohr, lenkte Christian Kuffner zur Führung für den Sportklub ins eigene Tor (7.). Die favorisierten Oberpfälzer hatten freilich mehr Spielanteile und auch ein Chancenplus, Lauf hielt aber gut - oftmals auch mit Härte - dagegen und konnte sich auf Keeper Sven Enzensberger verlassen, der im Eins-gegen-Eins mit Ivan Milicevic (16.) und auch gegen Lukas Chrubasik (35.) Sieger blieb. Dennoch kassierten die Platzherren aber noch vor der Pause den Ausgleich. Milicevic machte es in der Nachspielzeit der ersten Hälfte besser als noch zuvor und überwand Enzensberger nach einem Angriff über die linke Seite aus kurzer Distanz (45.). Danach war Halbzeit. Trotz des ungünstigen Ausgleichs kamen die Laufer motiviert aus der Kabine und wären nach einer Stunde beinahe wieder in Führung gegangen. Sohr schlängelte sich durch die Vilzinger Abwehr, scheiterte aber an Vilzings Keeper Sandro Weber, der mit dem Fuß noch parierte. Auf der anderen Seite hatte Tobias Hoch die Chance zur Führung, traf allerdings nur den Außenpfosten. In der 63. Minute hatte Milicevic erneut den Torjubel auf den Lippen und drehte die Partie mit seinem zweiten Streich. Nach 69 Minuten konnte Sohr jedoch ausgleichen. Nur drei Zeigerumdrehungen später hätte Alexander Kraus für die erneute Führung sorgen können, doch sein Kopfball nach Eckstoß strich am Pfosten vorbei. Und so ging die DJK Vilzing nur sieben Minuten nach dem Laufer Ausgleich erneut in Führung. Der drei Minuten zuvor eingewechselte Andre Luge bugsierte eine Hanzlik-Flanke aus kurzer Entfernung über die Linie. Vilzing war nun überlegen, weil bei Lauf die Kräfte nachließen. Der SKL versuchte alles, um noch einmal auszugleichen. Vergeblich. In der Nachspielzeit schlug der erst zwei Minuten zuvor eingewechselte Thomas Feldbauer zum 4:2-Endstand für Vilzing zu (90.+1). Bitter für den Sportklub: Vorlagengeber Luge stand wohl im Abseits.

Richtig nass gemacht wurden die Rednitzhembacher Kicker am Mittwochabend bei Dauerregen nur von oben. Ansonsten setzte es zwar für den SVR gegen den SV Viktoria Aschaffenburg mit 2:4 (1:2) die erwartete Niederlage, phasenweise konnte man jedoch dem vier Ligen höher spielenden Gast richtig gut Paroli bieten. Viktoria-Coach und Ex-Profi Jochen Seitz war dann nach Spielschluss auch nicht recht angetan von der Vorstellung seiner Schützlinge, die zuvor in der Regionalliga Bayern zwei Niederlagen in Folge (1:4 in Aubstadt und zuletzt ein 0:2 gegen SpVgg Greuther Fürth II) kassiert hatten und sich mit einer überzeugenden Vorstellung im Pokal für das anstehenden Ligaspiel in Burghausen hätten in Form bringen wollen. Dies gelang nur in Ansätzen, und so musste der Aschaffenburger Trainer bei seiner Halbzeitansprache richtig laut werden. „Die erste halbe Stunde“, so der Gästetrainer bei seinem Statement, habe ihm durchaus gefallen. Da führte der SV Viktoria nämlich mit 2:0 und hatte weitere Möglichkeiten, das Resultat noch klarer zu gestalten. Freilich waren die Gäste bei ihrem 1:0 auch ein wenig auf die Mithilfe durch Torhüter Max Wiedemann angewiesen, der auf glitschigem Boden das Leder nicht hatte kontrollieren können und im Nachsetzen Daniel Meßner nur noch von den Beinen holen konnte. Egson Gashi verwandelte den Elfer zur frühen Führung (5.). Überhaupt Daniel Meßner: Den quirligen Angreifer konnte die „Hembi“- Abwehr nur schwer kontrollieren, obwohl sie an dem Abend einen wirklich guten Job ablieferte. Das 2:0 nach gut einer Viertelstunde besorgte Meßner dann selbst, und als der Regionalligist nach knapp einer halben Stunde einen weiteren – zugegeben eher zweifelhaften – Strafstoß zugesprochen bekam, schienen die Felle der Heimelf bereits früh davonzuschwimmen. Doch Wiedemann bügelte seine Fehler beim 0:1 wieder aus und wehrte den von Gashi in die Mitte getretenen Ball ab. Nun begann die Partie quasi wieder von vorne. Zwar führte Aschaffenburg nach wie vor mit 2:0, doch wirkten dessen Angriff plötzlich nicht mehr so zielstrebig, während sich die „Hembis“ nun doch mehr zutrauten. Die Belohnung ließ nicht sehr lange auf sich warten. Bei einem weiten Ball in die Spitze sah die Gäste-Abwehr ganz schlecht aus, Philipp Seyß witterte die Situation, spritzte dazwischen und drückte das Leder mit der Schulter am verdutzt dreinschauende Schlussmann vorbei in die Maschen. Es dauerte seine Zeit, bis der Regionalligist seine Linie wiederfand. Bis zur Halbzeitpause schaffte er das nicht mehr. Und auch nach dem Wechsel benötigte der Favorit erst eine gewisse Anlaufzeit, um sich auf eine Rednitzhembacher Mannschaft einzustellen, die inzwischen ihre Chance für eine noch größere Überraschung witterten. Freilich hatte Stefan Wüst seiner Elf die Botschaft mitgegeben, dem Gegner nicht ins offen Messer zu laufen. Prompt glückte dem Kreisligist der Ausgleich: Wie beim 1:2 ein Steilpass nach vorne, Benjamin Güttler gewann den Zweikampf an der Strafraumgrenze und hatte plötzlich „freie Fahrt“ aufs Tor. Lässig schob er das Leder am Keeper vorbei zum 2:2 ins rechte Eck (72.). Es war also angerichtet für eine heiße Schlussphase, doch so weit ließen es die Gäste nicht mehr kommen. Postwendend köpfte Meßner sein Team nach einer Ecke wieder nach vorne (74.). Und als derselbe Spieler dann auch noch auf 4:2 gestellt hatte (78.), war das Spiel gelaufen. SVR-Trainer Stefan Wüst hatte diese Niederlage aber sehr schnell verkraftet und sprach ein großes Lob für seine Mannschaft aus: „Die Spieler haben sich klar an meine Anweisungen gehalten und belohnten sich mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich für ihre mutige Leistung!“ Dann war der Blick aber schon wieder nach vorne gerichtet auf den anstehenden Saisonstart in der Kreisliga. „Am kommenden Sonntag in Veitsaurach sind die Verhältnisse ganz anders, dann sind wir der Favorit!“ Roland Jainta

Nachdem sich der ATSV Erlangen noch vor einer Woche im Bayernliga-Duell mit 2:1 gegen den TSV Großbardorf durchsetzen konnte, kassierte die Skeraj-Elf beim Pokal-Aufeinandertreffen am Mittwochabend eine deutliche 0:3-Niederlage. Adrian Reith brachte die "Grabfeld-Gallier" bereits nach elf Minuten in Führung. Der ATSV suchte nach der passenden Antwort, fand diese aber nicht und kassierte wenig später bereits den zweiten Treffer durch Valentin Reitstetter (25.). Bis zur Pause sollte sich am Spielstand nichts mehr ändern, zu harmlos waren die Erlanger vor dem gegnerischen Tor. ATSV-Trainer Shqipran Skeraj versuchte in der Halbzeit von Außen einzugreifen, wollte mit zwei Wechseln für neuen Schwung sorgen. Für Yuri Meleleo und Bless Fiebig kamen Rene Vargas und Adem Daoud. Doch auch dieser Spielzug sollte verpuffen. Die Gäste aus Unterfranken ließen nur wenige gefährliche Aktionen zu und legten kurz vor dem Ende sogar noch den dritten Treffer nach. Der kurz zuvor erst eingewechselte Simon Snaschel traf zum 3:0-Endstand (87.). Damit kann sich der ATSV Erlangen jetzt voll auf die Liga konzentrieren.

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