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Müller: „Momentan können wir sagen, dass es fruchtet“

Bezirksliga Nord

Nach einem Katastrophenjahr wollen sie bei der SpVgg Erlangen erst einmal Ruhe einkehren lassen. Am Freitag schlugen sie Buckenhofen, einen von Abteilungsleiter Holger Müllers "Topfavoriten".

Vom gestürzten Favoriten zum Favoritenschreck: Die Spielvereinigung bezwang nun Buckenhofen.

 / © Harald Hofmann

Manche behaupten ja, der Seufzer zum Saisonende in der Bezirksliga wäre im Waldsportpark derart laut ausgefallen, dass man ihn selbst am Walberla noch deutlich vernehmen konnte. „Eine Kack-Saison“, so sagt es Holger Müller, der Abteilungsleiter der Spielvereinigung Erlangen, hatten sie hingelegt. Als Absteiger aus der Landesliga leicht favorisiert mit kaum verändertem Team gestartet, gab es kein erhofftes Aufstiegsrennen, sondern knallharten Abstiegskampf.

Aus den letzten fünf Spielen holte die Spieli keinen Sieg mehr, ein Punkt trennte den Tabellendreizehnten am Ende noch vom Turnverein 1848, vom Relegationsplatz zur Kreisliga. „Wir müssen uns alle hinterfragen“, sagte Holger Müller angefressen. Dann ging es in den Urlaub, dort wollten sie „vor allem mal durchschnaufen“.

Um Entwarnung zu geben oder von einer signifikanten Verbesserung zu sprechen, sagt Holger Müller nach drei Spieltagen der neuen Bezirksligasaison, sei es noch zu früh. „Aber wir glauben schon, dass wir auf einem guten Weg sind und die Entscheidungen, die wir nach der Saison getroffen haben, nicht ganz verkehrt waren.“

Krisensitzung im Sportheim

Müller hatte sich mit seinen Vertrauten zusammengesetzt, um die Saison aufzuarbeiten und „zu überlegen, was wir im Funktionsteam tun können“. Außer dem Abteilungsleiter hatten die Spielleiter Thomas Legassa und Peter Grundl teilgenommen sowie Müllers Stellvertreter Markus Müller. „Wir waren uns schnell klar, am Trainer festzuhalten und in der Mannschaft eine nötige Veränderung anzustoßen“, so Holger Müller. „Nach dem Abstieg haben wir kaum etwas verändert und wir glauben es war an der Zeit, mal neue Gesichter ins Team zu bringen.“ Schon zur Winterpause hatte die Spielvereinigung Verstärkungen teils aus der Bayernliga geholt, diese konnten – teils verletzt, teils angeschlagen – aber nicht weiterhelfen.

Im Gegenteil: Ab Weihnachten begann der Baum an der Kurt-Schumacher-Straße eher immer mehr zu brennen. „An Joachim Müller aber lag das nicht“, ist sich der Abteilungsleiter sicher: „Der Trainer findet die richtige Ansprache zum Team, ist ein großes Vorbild und mit Fleiß und Engagement und auch hohem sportlichen Sachverstand bei der Sache.“ Also wurde im Team angepackt, ein neuer Kapitän bestimmt und „vor allem aus unterklassigen Vereinen verstärkt“. Die Hierarchie, so der Wunsch, sollte sich neu bilden, Konkurrenzkampf die Leistungen bei den neuen wie bei den alteingesessenen Spielern steigern. „Momentan“, sagt Holger Müller, „können wir sagen, dass es fruchtet.“ Der Auftaktsieg im Derby gegen den Turnverein geriet vom Spielverlauf noch knapp, die Niederlage in Ottensoos war mindestens unglücklich – aber auch selbst verschuldet. 30 Minuten starkem Fußball und einer 2:0-Führung, „der besten halben Stunde, die wir auswärts gespielt haben“ (Holger Müller), folgte eine kurze Tiefschlafphase samt Platzverweis. Die Spieli gab den Sieg wieder aus der Hand.

„Es war der Moment, wo wir schon gedacht haben: Au weia, jetzt geht das wieder los“, sagt Holger Müller. Spielerisch in weiten Strecken besser, aber am Ende ohne Punktgewinn – so war es auch häufig im Vorjahr gelaufen. „Mut macht, dass wir nun gegen Buckenhofen, für mich einen absoluten Topfavoriten auf den Titel, ein gutes Spiel haben folgen lassen. Und gewonnen haben“: 3:1 stand es am Ende in einem guten Bezirksligaspiel für die Spielvereinigung: Marius Meyer, Johannes Winkelmann und Timur Zenginer schossen die Tore, zwei davon vorbereitet von Tim Basener. Timo Strohmer konnte nur noch auf 1:3 verkürzen, dann war Schluss. „Wir hoffen, dass wir so konzentriert und fokussiert weitermachen“, sagt der Abteilungsleiter. Das Saisonziel haben sie zwischen Platz fünf und zehn festgelegt. „Wichtiger ist, dass endlich mal Ruhe einkehrt und wir wieder sachlich arbeiten können.“ Wenn das gelingt, darf wieder geseufzt werden. Wenn auch mit Sicherheit nicht mehr so laut.

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