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Weiler: "Wir müssen uns etwas mehr im Griff haben"

Bezirksliga Nord

Der SC Adelsdorf dezimiert sich in einem emotionalen Bezirksliga-Derby selbst und spielt nur 1:1. Doch auch der ASV Weisendorf kann nicht zufrieden sein.

Über einige verpasste Chancen mussten sich die Adelsdorfer ärgern. Hier tut das Stürmer Pascal Benes. 

 / © Oliver Gold/ Zink

Am Ende waren sie nur noch zu neunt. Innerhalb der letzten zehn Minuten hatte sich der SC Adelsdorf gegen den ASV Weisendorf selbst dezimiert. Erst sah Kapitän Sebastian Woelfel wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte (81.), in der Nachspielzeit musste auch noch Daniel Brenner wegen wiederholtem Foulspiel vom Rasen. Es war ein emotionales erstes Bezirksliga-Derby nach dem Wiederaufstieg des SCA.

„Wir müssen uns etwas mehr im Griff haben“, bemängelte Spielertrainer Dennis Weiler, der ansonsten aber nicht viel Grund hatte, unzufrieden zu sein. Außer vielleicht noch mit der Chancenverwertung. Denn die Adelsdorfer ließen einige hochkarätige Gelegenheiten liegen. Beispielhaft war die 61. Minute, als Tim Lausen nur die Unterkante der Latte traf und zwei Nachschüsse seiner Kollegen auf das freie Tor noch im letzten Moment von zwei Weisendorfer Abwehrspielern geblockt wurden.

„Es war ein ausgeglichenes Spiel, aber wir hatten ein Chancenplus. Wir hatten vier hundertprozentige Gelegnheiten und machen nur eine davon“, fand Weiler. Die Adelsdorfer Führung in der 39. Minute wurde von einem langen Ball eingeleitet, am Ende dieses Konters wurde Johannes Markus freigespielt, der den Ball an ASV-Torwart Felix Hörrlein vorbeispitzelte. Die Weisendorfer hatten zwar den besseren Start in die Partie, kamen durch Tobias Geyer auch zu einer großen Chance, um in Führung zu gehen. Doch je länger die erste Halbzeit dauerte, desto besser kam der SCA ins Spiel. Auch weil der zu passive ASV das zuließ. Der Aufsteiger aus Adelsdorf, der sich schon in der Kreisliga mit Bayern- und Landesliga-erprobten Spielern verstärkt hatte, kombinierte phasenweise sehr gefällig und war insgesamt das gefährlichere Team.

Doch Weisendorf schlug schon kurz nach der Pause zurück: Tim Schmidt schmuggelte den Ball ins Tor (48.). Doch statt sich davon beflügeln zu lassen, fiel der ASV wieder in alte Passivität zurück. „Das fehlt uns einfach: dass wir auch dran bleiben, wenn wir mal dran sind“, sagte ASV-Trainer Bernd Fuchsbauer: „Wir geben uns aktuell zu früh mit Situationen zufrieden, in denen wir noch nichts gewonnen haben.“ Der SCA machte so in den folgenden 20 Minuten gehörig Druck.

Gegen Ende fand Weisendorf dann etwas besser in die Partie, kam aber über Konter nur noch zu Halbchancen. Und hatte in der 81. Minute etwas Glück, dass der Schiedsrichter nach einem Foul an SCA-Stürmer Pascal Benes im Strafraum nicht auf Elfmeter entschied. „Das ist eine Rote Karte. Der Linienrichter muss das sehen“, fand Weiler. Weil Kapitän Woelfel aber dem Schiedsrichter gegenüber nicht die passenden Worte fand, begann Adelsdorf sich nach dieser Szene selbst zu dezimieren. Weisendorf war nun am Drücker, doch erneut sprangen gegen die defensiv sehr aufmerksamen Adelsdorfer kaum echte Gelegenheiten heraus. Kurz vor dem Schlusspfiff schoss der eingewechselte Bastian Lange noch über das Tor (93.).

„Es wird eine enge Saison“

Trainer Fuchsbauer trauerte nach der Partie vor allem noch dem Spiel der Vorwoche hinterher, als der ASV in Hagenbüchach lange geführt, aber nicht nachgelegt und am Ende nur Unentschieden gespielt hatte. „Wir wollten gegen Adelsdorf schon den ersten Saisonsieg einfahren, aber so wie das Spiel gelaufen ist, muss man mit dem Punkt zufrieden sein“, fand er. Mit zwei Punkten hängt Weisendorf nach drei Spielen auf Platz 14 und damit im Tabellenkeller. „Wir hängen etwas hinterher. Es sind enge Spiele und es wird eine enge Saison. Siege kriegst Du aber nicht im Vorbeigehen, da müssen wir hart dafür arbeiten“, sagte Fuchsbauer.

Aufsteiger Adelsdorf (vier Punkte, Platz neun) kann mit dem Saisonstart dagegen insgesamt zufrieden sein. „Das ist in Ordnung. Aber wenn man sich die drei Spiele ansieht, wäre mehr drin gewesen“, sagte Weiler: „Wir haben eine gute Truppe. Mit der ist noch mehr möglich.“

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