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Aleksandar Abutovic: Lieber Lauf oder Schwaig als Camp Nou

Bezirksliga Nord

In der fränkischen Fußballszene ist er immer noch bekannt wie ein bunter Hund, auch wenn er in den letzten Jahren von der Bildfläche verschwunden schien: Aleksandar Abutovic, früherer Fußballprofi, unter anderem beim 1.FC Nürnberg, und Trainer zahlreicher Amateurvereine. Jetzt ist der 54-Jährige zurück - und das nicht nur auf der Fußballbühne.

Barcelona und Pokern sind für Aleksandar Abutovic Geschichte. Stattdessen führt er bei seinem Herzensverein SK Lauf an der Seite Regie.

 / © Sportfoto Zink

Kurz versank Aleksandar Abutovic in Nostalgie, als er mit seinem SK Lauf zum Nachbarschaftsderby beim FC Hersbruck antrat. Hatte er doch eine seiner ersten (Spieler-) Trainerstellen 1994 in Lauf angetreten, von 2009 bis 2011 ein zweites Mal dort gewirkt, ehe er zu Saisonbeginn erneut zurückkehrte. "Null Derby-Charakter" hatte er beim Auftritt und der 3:6-Niederlage seines Teams verspürt. "Ich wäre froh gewesen, wenn es zur Sache gegangen wäre und Feuer gegeben hätte", machte er aus seinen Gefühlen kein Geheimnis.

Für den Club hatte der aus Baden-Württemberg nach Franken gekommene Techniker ein Bundesligaspiel bestritten, für den FC Schweinfurt lief er 18-mal in der zweiten Liga auf. Er trug das Trikot zahlreicher Klubs in der Region, ehe er wie vom Erdboden verschwunden schien. "Ich habe die letzten sieben Jahre mit meiner Frau in Barcelona gelebt - für mich eine der geilsten Städte Europas." Auf einer Dienstreise hatte er die katalanische Hauptstadt kennen und lieben gelernt. Als City Guide bestritt er dort seinen Lebensunterhalt, kam aber alle vier, sechs Wochen nach Nürnberg, um seinen Sohn Joshua Roloff zu besuchen.

Zum großen FC Barcelona ins Stadion Camp Nou zog es ihn jedoch kaum. "Da ist es langweilig, gibt es keine Spannung, weil Barcelona immer klar gewinnt - da schaue ich mir lieber hier Spiele in der Bezirks- oder Landesliga an", verrät Abutovic. "Wenn ich hier war, bin ich meist nach Schwaig oder Lauf gegangen - eine schöne Bratwurst, ein Bier und Fußball schauen." Also die zwei Vereine, die ihm am meisten ans Herz gewachsen sind. "Ich hätte auch bei keinem anderen Verein als dem SK wieder als Trainer gearbeitet", schiebt der immer noch langmähnige 54-Jährige nach. Irgendwann fehlten ihm in Barcelona nicht nur die Bratwürste, und "letztes Jahr im Dezember hatte ich Lust, wieder nach Deutschland zu kommen".

Vorbei sind nicht nur die Barcelona-Jahre, sondern auch die, in denen Abutovic am Spieltisch saß. "Ich war aber kein Vollprofi, allenfalls Semiprofi, eher Amateur und habe mir beim Pokern ein bisschen was verdient", blickt er zurück. "Ich bin bei Turnieren gestartet und habe versucht, Preisgeld zu gewinnen, habe in Casinos vor allem in Österreich Cash Game gespielt." Diese Laufbahn ist abgeschlossen. Geld verdient der Serbe in anderen Bereichen. "Davon, was der SK Lauf zahlt, kann ich nicht leben - da kriege ich nur eine Aufwandsentschädigung", erklärt er mit einem lauten Lachen. "Ich helfe meinem Sohn, wir machen zusammen Webseiten und versuchen, hier in Nürnberg in den nächsten Jahren einen City Guide aufzubauen", beschreibt er seine hauptberuflichen Aktivitäten.

Wobei man sich unter City Guide keinen Stadtführer vorstellen darf, der Touristen zu den Sehenswürdigkeiten geleitet. "Nürnberg hat viele Messen, und deren Besucher wissen nicht, wo man gut isst - da helfe ich online weiter, reserviere, bin vor Ort, dass alles klappt", veranschaulicht Abutovic einen Teil seines heutigen Wirkens. "Außerdem würde ich gerne bei einer Fußballschule hier mit einsteigen und nebenbei noch talentierte Jugendliche trainieren."

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