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Garcia: "Wir wollen nicht wieder hinten reinrutschen"

Bezirksliga Nord

Freundschaften müssen so einiges aushalten, auch unter Fußballern. Fabio Garcia wollte aufhören, sich mehr auf seinen Job konzentrieren. Viele, viele Jahre hatte der Mittelfelspieler aus Cadolzburg auf dem Platz gestanden, zuletzt für die SG Quelle Fürth und den ASV Vach. Landesliga, das war viel Aufwand. Damit sollte im Sommer 2018 Schluss sein.

Der TV 48 (schwarz) hatte zur Pause gegen den SV Hagenbüchach einen komfortablen Vorsprung, verlor im zweiten Durchgang aber völlig den Faden.

 / © Hofmann

Garcia ist SAP-Berater, hatte einen langen Arbeitsweg. Das mit dem Turnverein, sagt er nun, „habe ich wegen Hannes gemacht“. Beide haben beim ASV Vach zusammengespielt, „er ist ein richtig guter Kumpel“. Auch Andreas Liebel, Florian Söllmann und Richard Vidal Camejo waren in der Saison 2016/17 Teil des Fürther Landesliga-Teams.

Eine Runde wollte Garcia, der mittlerweile in Nürnberg wohnt, dann 2018 noch dranhängen im Team von Hannes Decher, dem Spielertrainer der Bezirksliga-Mannschaft des TV 48 Erlangen. Aus einem Jahr wurden zwei. Trotz Abstiegskampf und wenig Freude insbesondere in der vergangenen Hinrunde blieb der 28-Jährige bei den Erlangern. „Es ist sehr geil hier, es macht einfach Spaß.“ Zumindest meistens.

Am Sonntagnachmittag war der Spaß nicht mehr ganz so groß. Die Ansprache nach dem Spiel war „ordentlich“, sagt Garcia. Ordentlich deutlich. Hannes Decher hatte seinen Spielern nach einer indiskutablen zweiten Halbzeit einiges zu sagen. Verdientermaßen. Das sagt Garcia auch noch. „Wir haben uns hinten so unfassbar reindrängen lassen. In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel dominiert. In der zweiten Halbzeit müssen wir das genauso weiterspielen.“ Stattdessen aber ließen die Erlanger nach dem Seitenwechsel alles vermissen, was man eben zum Fußballspielen braucht. Laufbereitschaft, eine taktische Grundordnung, Teamgeist. „Der ein oder andere hat gedacht, dass wir das Ding in der Tasche haben“, sagt Decher. Er selbst hatte sich den Zeh gebrochen und konnte deshalb nicht mitspielen. Beim ersten Torjubel war der Spielertrainer allerdings zu sehr aufgesprungen, weshalb die Schmerzen wieder zunahmen.

Die schönen Tore, Garcia hatte zum zwischenzeitlichen zum 1:0 und 3:1 getroffen, waren später auch schon egal. „Beim zweiten Gegentor tanzt der Gegenspieler fünf Minuten im Strafraum herum, das darf so nicht sein“, ärgert sich Garcia. „So wären drei Punkte für uns nicht verdient gewesen.“ Direkt nach der Pause bettelten die Erlanger um das nächste Gegentor.

Viel zu leicht spazierten die Gegner durch das letzte Feld-Drittel. Mustafa Fatiras erzielte so mühelos das 2:3. Erst nach 60 Minuten schalteten auch die Hausherren wieder einen Gang hoch. Einen Freistoß spielte Florian Söllmann flach über den linken Flügel, Andre Baum scheiterte aus spitzen Winkel. Weitere guten Chancen folgten, auch durch Stoßstürmer Richard Vidal Camejo, der im Sommer vom FSV Bruck gekommen war. Mit Timo Faust aus der zweiten Mannschaft des SC Eltersdorf stand ein weiterer Zugang in der Startelf. Beim 3:3 war auch der Verteidiger nur Zuschauer.

Hagenbüchach wirkte in der Abwehr zwar ebenfalls unsicher, doch nutzten konnte der Turnverein das nicht. Stattdessen mangelte es in der Schlussphase an Einsatzbereitschaft. Noch einmal musste Keeper Dominik Ort in höchster Not retten. Auf der Gegenseite vergaben Manuel Royer und Vidal Camejo die große Doppelchance. So blieb es beim 3:3. Zu wenig nach einer guten ersten Halbzeit. Und zu wenig, um den Saisonstart als gelungen zu betiteln.

„Wir wollen nicht wieder hinten reinrutschen“, sagt Garcia, „nicht wie letztes Jahr“. Manchmal „fehlt der Wille, das Letzte aus einem rauszuholen“. Kopfsache sei das. Und schwierig zu verbessern. „Es ist sehr individuell. Wir sind ein geiles Team. Doch jeder muss selbst wissen, wie viel er geben und erreichen will.“ Mehr als in der zweiten Halbzeit sollte es allerdings schon sein. So oder so ähnlich wird das auch Hannes Decher nach dem Schlusspfiff gefordert haben.

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