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Ebert: "Mir tun die Jungs leid"

Landesliga Nordost

Der Baiersdorfer SV bleibt auch im achten Spiel der neuen Landesliga-Saison ohne Sieg. Gegen Röslau gab es am Dienstagabend ein bitteres 2:5.

Ein wenig ratlos: René Ebert und sein Team warten immer noch auf einen Sieg.

 / © Schreiter

Am Ende saß auch René Ebert geschlagen auf der Bank. 2:5 waren seine Fußballer untergegangen. Und das, obwohl sie nie aufgegeben hatten. Jeder Sportler kann nachfühlen, wie schlimm das ist. „Mir tun die Jungs leid“, sagt Ebert, ihr Trainer, „wir machen das vorne gut, doch wenn du fünf Stück kriegst“, vor allem nach individuellen Fehlern, „dann sind das bittere Tore“.

An der Seitenlinie war Ebert immer engagiert. Von der ersten Minute an dirigierte er seine Elf. Hörte man zu, hatte man schnell den Eindruck, der Trainer würde morgen heiser sein. Doch Trainer, das macht vielleicht auch die Übung, können sehr laut und lange schreien, ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen. Eberts Team war zunächst um eine stabile Grundordnung bemüht, offensiv zeigte der Tabellenletzte der Landesliga gute Ansätze.

Eine einfache Kombination reichte aus, um die BSV-Abwehr zu überwinden. Kaan Gezer traf zur Führung. Die hielt zwar keine zwei Minuten. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld schalteten die Krenkicker schnell um, Sven Wächter vollstreckte per Flachschuss zum 1:1. Doch obwohl sich die Hausherren anschließend um ein weiteres Tor bemühten, trafen die Gäste, sogar doppelt. Tonka und Anthony Hofweller erhöhten auf 3:1, abermals leistete die BSVDefensive zu wenig Gegenwehr.

Direkt nach dem Seitenwechsel gab es nach einem klaren Foul Elfmeter für Baiersdorf, Marco Joachim verwandelte. Die Krenkicker kämpften um den Ausgleich. Nach knapp 70 Minuten aber machte ein schlimmer Fehlpass im Spielaufbau alles zunichte. Tonka hatte freie Bahn, ebenso wie Gezer beim 5:2 kurz vor Schluss.

Die Situation, nun acht Spiele ohne Sieg, beschäftigt René Ebert natürlich auch, wenn er den Sportplatz in Baiersdorf längst verlassen hat. Der Erlanger ist „Fußballer durch und durch“, wie er sagt. „Man macht sich täglich Gedanken. Es wäre eine Lüge, wenn man behaupten würde, dass man nach dem Training zu Hause abschalten könnte.“

"Wir brauchen uns nichts vormachen"

Nach acht Spieltagen mit nur einem Punkt dazustehen, ist für einen Trainer nicht leicht, insbesondere in einem neuen Verein, mit neuen Spielern und in einer neuen Position. Vor seinem Engagement in Baiersdorf war Ebert Co-Trainer beim SC Eltersdorf, gemeinsam mit Bernd Eigner betreute er dort das Bayernliga-Team. „Ich bin aber nicht unerfahren“, sagt der 37-Jährige. Ganz im Gegenteil sei vielmehr die Aufgabe, Assistent zu sein, etwas Ungewöhnliches gewesen.

„Ich bin schon seit elf Jahren Trainer, habe mit 26 Jahren als Spielertrainer bei Hertha Aisch angefangen.“ Dann folgten vier Jahre, in denen Ebert beim Aufbau des FC Kickers Erlangen dabei war. Ebert ist in Büchenbach aufgewachsen und hat dort beim BSC die ganze Jugend und noch zu BOL-Zeiten gespielt. Mittlerweile wohnt der Fußballtrainer in Dechsendorf. Dort arbeitet er auch im Büro des Familienbetriebs.

Der BSV war für Ebert neu, doch immer wieder betont er, dass ihn der Verein sehr gut aufgenommen habe. Ebert hatte sich nach dem Rücktritt von Thomas Luckner schnell als Wunsch-Nachfolger herausgestellt. Selbst hat sich Ebert aber auch sofort in Baiersdorf wohl gefühlt. „Ich bin ein Mensch, der fast überall klar kommt“, sagt er über sich selbst. „Ich kann mich gut integrieren und schaue auch, dass das Drumherum passt.“ Einfach nur ins Training gehen, reicht nicht, auch das Vereinsleben ist dem Coach wichtig. „Ich unterhalte mich mit allen hier und trinke auch mal ein Bier mit.“ Die sportliche Situation ist dennoch schwierig, auch wenn das nicht wirklich überraschend kommt nach dem Klassenverbleib über die Relegation, einer kurzen Vorbereitung und einem Umbruch im Team. Vor allem im Defensivbereich haben viele Stammspieler den Verein verlassen, die Auswirkungen sind noch zu spüren. „Uns ist eine komplette Achse weggebrochen“, sagt Ebert. „Wir müssen uns da erst wieder stabilisieren.“ Angesichts der vielen Urlauber und Verletzten ist das nicht leicht.

Auch gegen Röslau musste der Coach wieder umstellen, „bis auf Christoph Lehmann ist eine ganze Viererkette im Urlaub.“ So lief das schon die ganze Runde. „Wenn wir Fortschritte gemacht haben, dann haben danach sofort wieder vier Spieler gefehlt.“ Die Leistung sei zwar immer gut gewesen, als einzige Ausnahme nennt Ebert das 2:6 in Mitterteich. Doch die Resultate stimmen nicht.

„Die Jungs sind vom Charakter her alle sauber und geben alles. Sie wollen sich weiterentwickeln“, sagt Ebert. „Sie können ja nichts dafür, dass der Kader offensiv besser besetzt ist.“ Ob Baiersdorf auch in der Abwehr Landesliga-tauglich ist, muss die Mannschaft erst noch nachweisen. „Das Schöne ist, die Truppe gibt am Donnerstag im Training wieder Vollgas.“ Die Baiersdorfer hoffen auf die Urlauber, die noch zurückkehren. Ebert weiß aber auch, dass alle im läuferischen Bereich noch mehr tun müssen. „Wir brauchen uns nichts vormachen. Wenn wir Woche für Woche so viele Gegentore schlucken, dann wirst du absteigen.“ Darin, das noch in letzter Minute zu vermeiden, haben die Baiersdorfer mittlerweile allerdings eine gewisse Routine entwickelt.

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