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Farhan: "Wir müssen uns nur mal Belohnen"

Bezirksliga Nord

Aufsteiger SV Tennenlohe wartet in der Bezirksliga weiter auf den ersten Punkt. Angst hat deshalb niemand.

Lukas Riede (rechts) scheute, wie die gesamte Tennenloher Mannschaft, keinen Zweikampf. Drei Punkte aber gab es wieder nicht. Der Aufsteiger bleibt daher Tabellenletzter der Fußball-Bezirksliga. 

 / © Sportfoto Zink

Siege müssen gefeiert werden, vor allem unter Fußballern. Es gehört fast schon zum guten Ton, auch stinknormale Liga-Erfolge lautstark zu besingen, erst Recht auf fremden Plätzen. Am Sonntag in Tennenlohe wunderte sich also niemand, dass kurz vor 17 Uhr ein Haufen erwachsener Männer zu Schreien begann. Derweil versuchte Karim Farhan, der Tennenloher Trainer, die sechste Niederlage im sechsten Spiel zu erklären. Seine Fußballer saßen mit hängenden Köpfen vor der Auswechselbank, brav hörten sie zu, was die Weisendorfer in den Erlanger Vorstadt-Himmel brüllten.

Dabei hatte es zunächst gut ausgesehen, die Teams waren im ersten Durchgang ebenbürtig. Die Hausherren hatten viel Ballbesitz. Mit der ersten Halbzeit war Coach Karim Farhan zufrieden. Er applaudierte zum Pausenpfiff. Nach zuvor fünf Niederlagen war schon ein 0:0 nach 45 Minuten ein Erfolg.

Locker wollten sie beim Aufsteiger bleiben, das gelang allerdings nicht lange. Sven Röwe, der spielende Co-Trainer stand diesmal nicht in der Startelf, knabberte gerade noch an einem Schokoriegel, da zog Tim Schmidt 25 Meter vor dem Tor ziemlich unbedrängt ab. Die Kugel senkte sich erstaunlich schnell ins rechte Eck. Weisendorf führte. Die Tennenloher versuchten danach, ihr Offensivspiel anzukurbeln. Viel aber blieb Stückwerk, in den Ansätzen erkennbare Schnittstellenpässe und Flankenläufe, zu wenig, um dem ASV wirklich gefährlich zu werden.

Auf der Gegenseite rettete Valentin Momber, der sich weiterhin zwischen den Pfosten mit Sven Faßold abwechselt, gegen Tim Schmidt und Bastian Lange im Eins-gegen-Eins. Dann aber war er machtlos. Die Gäste schickten Tim Schmidt über den rechten Flügel, der zog nach innen und schob unhaltbar rechts unten ein.

Die Tennenloher Verteidiger lagen danach geschlagen auf dem Rasen. „Nach dem 0:1 wurde es schwierig, die Gegner stellen auf Fünferkette um und wir kommen gar nicht mehr rein“, sagt Farhan. „Und es ist klar, dass sie dann ihre Kontermöglichkeiten bekommen.“ Für den SVT waren es Gegentreffer Nummer 22 und 23, nur der SK Lauf ist ebenso anfällig.

„Wir müssen uns nur mal Belohnen“

„Ich finde es gar nicht so schlimm, es war ein gutes Spiel“, sagte Farhan über die Partie. „Man hat gesehen, dass die Mannschaft in Takt ist. Wir waren spielerisch besser.“ Phasenweise zumindest. „Irgendwann ist es auch Wahnsinn, mit diesem Sonntagsschuss.“ Dem Aufsteiger fehlt das Glück, das in der Vorsaison den ein oder anderen Sieg brachte. Die Einstellung aber stimmte, Gäste-Trainer Bernd Fuchsbauer lobte das „giftige“ Spiel der Tennenloher, die keinen Zweikampf scheuten. „Die letzten Urlauber sind auch zurück, mit der Fitness der Mannschaft bin ich zufrieden“, sagt Farhan. „Ich kann niemanden einen Vorwurf machen.“ Überzeugt von seiner Mannschaft ist der Coach. „Es langt auf jeden Fall, sonst wäre ich nicht hier.“ Der Schritt aus der Kreisliga in die Bezirksliga allerdings ist ein gewaltiger. In den vergangenen beiden Runden sind jeweils zwei Aufsteiger direkt wieder abgestiegen, zuletzt völlig abgeschlagen der TSV Neunkirchen. Tennenlohe aber ist kein Neuling, war von 2015 bis 2017 schon Bezirksligist und will es nach zwei Jahren in der Kreisliga wieder bleiben. „Ich bin selbstbewusst, dass wir am Ende über dem Strich stehen werden“, sagt Farhan. „Bis dahin ist aber noch ein langer Weg.“ An den Kreisliga-Aufstieg, glaubt der 29-Jährige, denkt nun sowieso niemand mehr. „Immer dieses Gschmarri über die Euphorie, das ist Käse. Wir spielen einfach Fußball, egal ob in der Bezirksliga oder Kreisliga. Da gehst du nicht ins Training und hast ein Party-Hütchen auf.“ Die Stimmung, sagt Farhan, sei in Ordnung. Die Mannschaft setzt sich weiterhin immer donnerstags nach dem Training zusammen.

„Wir müssen uns nur mal Belohnen für den Aufwand, den wir betreiben.“ Zu punkten sei „nicht unmöglich“. Das soll auch den Spielern klar sein. Die rief Farhan nach Abpfiff noch einmal zusammen, redete auf sie ein. Dann gab es kurz Applaus von allen für alle. Party-Hütchen hatte dabei niemand auf.

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