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"Spieli"-Coach Müller: "Dann sollen sie mich rausschmeißen"

Bezirksliga Nord

Bei der SpVgg Erlangen kippt nach sieben Spieltagen in der Bezirksliga die Stimmung. Gegen den ASV Veitsbronn-Siegelsdorf verliert die Mannschaft von Joachim Müller mit 0:3. Es ist die dritte Pleite in Folge. Der Trainer ist sauer und erinnert sich ans Vorjahr.

Die Bilder gleichen denen der Vorsaison: Spieli-Trainer Joachim Müller steht ratlos an der Seitenlinie.

 / © Edgar Pfrogner

Der Schrei war am ganzen Sportplatz zu hören. Es war nicht der Versuch, möglichst dramatisch einen Freistoßpfiff zu provozieren, das merkte man sofort. Marius Döhler hatte sich das Knie verdreht, er hatte schlimme Schmerzen, "mein Knie, mein Knie", es war schon fast ein Kreischen. "Coach, eine Trage", rief ein Teamkollege. Es dauerte etwas, bis eine aufgetrieben war. Zu fünft trugen die Erlanger den Verletzten vom Rasen, Simon Exner und Yannick Diederichs, dazu Betreuer und natürlich Birgitta Schönberger, die immer für die Spieler da ist.

Die Partie war daher nach einer halben Stunde unterbrochen, wenig später ging es mit 0:1 aus Sicht der Hausherren in die Kabinen. Für die "Spieli" hatten Tommy Kind, Tim Basener und Tim Baumann gute Chancen, das Tor aber war auf der Gegenseite durch Stefan Sieder gefallen. Aufwachen hieß es bei den Hausherren, Kind klappste sich zu Beginn der zweiten Halbzeit dreimal mit den Handflächen an die Wangen. Zuvor hatten die Erlanger dreimal in Folge nicht gewonnen, und mit dem 0:1 war diesmal ja noch nichts verloren. Im zweiten Durchgang versuchten die Erlanger mutig nach vorne zu spielen. Erst scheiterte Basener nach starkem Kauf-Zuspiel, dann köpfte Diederichs übers Tor, weil er auf dem seifigen Rasen ins Straucheln geraten war. Nach einem Rückpass und dem folgenden Freistoß im Strafraum brachte Kind die Kugel nicht im Kasten unter. Eine Viertelstunde vor Schluss parierte Oliver Harnos einen strammen Flachschuss stark. Kurz darauf erzielte Marco Dimper das 2:0 für den ASV, nachdem die Erlanger Hintermannschaft mit einem Pass ausgehebelt war. Jetzt ging alles viel zu schnell für die Spieli. Das 3:0 durch Daniel Benkert war das k.o.

Super Spieler, keine Zauberer

Kurz nach dem Schlusspfiff stand Erlangens Trainer Joachim Müller im Nieselregen und versuchte die Leistung seiner Mannschaft zu erklären. "Es ist genauso gelaufen, wie wir es erwartet haben. Wir haben vorher besprochen, dass wir kompakt stehen und keine leichten Fehler machen wollen." Tatsächlich ist genau das passiert. Veitsbronn-Siegelsdorf konnte all seine Stärken ausspielen. "Es ist ärgerlich. Ich bin überzeugt, wenn wir das 1:1 machen, ergibt sich vielleicht sogar die Chance zum 2:1." Der Saisonstart mit sieben Punkten aus vier Spielen war dem Team eigentlich gelungen. Doch nun gab es die dritte Niederlage in Folge. Weder gegen Aufsteiger Hagenbüchach noch Adelsdorf gab es Siege. Für den Trainer sieht es so aus, als würde es werden wie im Vorjahr, als würde sein Team wieder hinten rein rutschen im Bezirksliga-Klassement. Er erinnert sich an sein erstes Jahr bei der "Spieli", in dem alles gegen Trainer und Mannschaften laufen sollte. Nur als Dreizehnter retteten sich die Erlanger im Sommer zum Klassenverbleib. "Es ist nun noch schwieriger", meint Müller. Der 52-Jährige hadert mit sich und seinen Spielern.

Die beherzigen seine Anweisungen nicht, machen trotz allem "kapitale Fehler", wie Müller sagt. "Ich probiere alles. Dann sollen sie mich rausschmeißen." Wieder wirkt der Trainer ratlos. Zwar hat er gute Spieler im Kader, Tommy Kind kam beispielsweise von Bayernligist SC Eltersdorf. Einspielen aber kann sich der Verteidiger mit seinen neuen Kollegen nicht, vor allem wegen der vielen Urlauber muss der Coach die Formation immer wieder umbauen. Es mangelt auch an der Einstellung.

"Wir haben super Spieler, doch es muss miteinander passen. Auch sie können nicht zaubern", sagt Müller. Die Verletzung von Marius Döhler, ein weiterer Abwehrspieler, kommt nun noch dazu. Zunächst muss man abwarten, was die Untersuchungen ergeben. Betreuerin Birgitta Schönberger war mit dem 27-Jährigen ins Krankenhaus gefahren. Im Waldsportpark schrien währenddessen nach Abpfiff die Gegner. Vor Freude.

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