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Linus Rosenlöcher: Ein Derbyheld kommt aus Mögeldorf

Nach dem 5:1 über das Kleeblatt

Der „Schorsch“, Club-Anhänger seit Jahrzehnten, wusste nicht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. Natürlich gefiel ihm als Augenzeuge am Valznerweiher der 5:1-Triumph der Regionalliga-Truppe im Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth II sehr. Aber gar nicht die „Begleitmusik“ der Profis aus Darmstadt, die ihn mit dem 3:3-Remis eine Enttäuschung bereitete. Er suchte Trost und fand ihn prompt auch: „Unsere Nachwuchskicker haben mich heute mit einer starken Leistung und diesem tollen Ergebnis voll und ganz überzeugt.“

Jubel Freude beim FCN nach Spielende: Linus Rosenlöcher (Zweiter von links) wird von seinen Kollegen geherzt.

 / © Zink / MeZi

Zunächst waren aber die Gäste am Drücker. „Wir haben sehr gut ins Spiel gefunden und starken Fußball geboten“, analysierte der Fürther Petr Ruman und wurde durch seinen FCN-Kollegen Marek Mintal voll und ganz bestätigt: „Wir haben 25 Minuten lang kein Mittel gegen die starken Fürther gefunden.“ Und so war die 1:0-Führung für das Kleeblatt durch de la Cruz (14.) der verständliche Lohn. Was sich ab der 26. Minute auf dem Max-Morlock-Platz ereignete, konnte Ruman noch lange nicht begreifen. „Dies gibt mir Rätsel auf“, stöhnte er. Seine zuvor sichere Abwehr agierte plötzlich unsicher und wurde mit einem Doppelschlag bestraft. 

Dem 1:1, das Linus Rosenlöcher mit seinem Solo in der 34. Minute erzwang, folgte 120 Sekunden danach das 2:1 durch Tim Latteier - der über links wirbelnde Rosenlöcher legte dabei auf. Doch es kam noch schlimmer für die Gäste: Praktisch mit dem Pausenpfiff zückte Zweitliga-Schiedsrichter Christian Dietz gegen Maximilian Bauer, einem der vier eingesetzten Profis, die Gelb-Rote Karte. Eine Entscheidung, über die man durchaus geteilter Meinung sein kann. Ihre Wirkung für die Partie formulierte Marek Mintal: „Bei diesen Temperaturen ist ein Unterzahlspiel natürlich ein Handicap.“ Dies offenbarte sich deutlich im zweiten Teil der Partie, der Experten wie Fürths Berater Benno Möhlmann und Club-Scout Dieter Nüssing hohes Lob zollten. Obwohl sich Fürth kräftig wehrte, kam es zur hohen Niederlage. Rosenlöcher (52.) und Latteier (57.) erzielten weitere Treffer, dem Joker Ardestani in der 89. Minute den fünften und letzten Streich folgen ließ. Besonders ansehnlich war Rosenlöchers 3:1, ein Distanzschuss aus 22 Metern in den Winkel.

Bei den Fürthern konnten die eingesetzten Helfer aus dem Profibereich nicht überzeugen. Außerdem gelang es Routinier Daniel Adlung nicht, wie gewohnt die Fäden im Mittelfeld zu ziehen. Überragender Mann in der Mannschaft war Torhüter Leon Schaffran, der mit tollen Paraden und einem ausgezeichneten Stellungsspiel eine höhere Niederlage verhinderte.

Auch wenn der 1.FCN auf eine geschlossene Mannschaftsleistung setzte, ragten doch einige Spieler heraus. Wie etwa der starke Abwehrchef Tobias Kraulich, dessen lange Diagonalpässe fast immer an den Mann kamen. Ein Akteur hat es besonders Dieter Nüssing angetan. Aus gutem Grund, denn er huldigt dem Spruch „warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah.“ Linus Rosenlöcher, der Abwehrmann und Torschütze, kam vom Nachbarverein SpVgg Mögeldorf 2000 und liefert den Beweis, dass es sich noch immer lohnt, in fränkischen Breitengraden nach Talenten Ausschau zu halten. Ein erfreulicher Aspekt dieses Derbys: Es wurde, wie Mintal extra betonte, fair gespielt und es gab auch keinen Ärger mit den Fans aus beiden Lagern.

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