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Das Ende: Baiersdorf unterliegt auch Feuchtwangen

Landesliga Nordost

Der Baiersdorfer SV steht wohl als Absteiger fest. 13 Punkte fehlen der Ebert-Truppe zur Hinrunde auf einen Relegationsplatz. Für Kapitän Christoph Lehmann ist es keine leichte Zeit.

Die 15. Niederlage im 17. Spiel: Die Baiersdorfer, am Boden Max Kammermeyer, verlieren auch gegen Feuchtwangen. Eine Rettung scheint damit unmöglich.

 / © Sportfoto Zink

Besonders die Relegationsspiele, die liebt Christoph Lehmann. Er kann das sagen, aus eigener Erfahrung. Mit dem Baiersdorfer SV hielt der 26-Jährige so erst im Sommer die Klasse. „Wie wir das Spiel noch gedreht haben“, sagt er, „ich weiß nicht, ob sich auch ein Aufstieg so anfühlt.“ So wunderbar. So geil.

Wäre es eine normale Saison geworden, hätten sich die Krenkicker vielleicht auch 2020 wieder über die K.o.-Spiele retten können. Nach der katastrophalen Landesliga-Hinrunde mit nur vier Punkten aber wäre alles andere als der direkte Abstieg ein Fußball-Wunder. Oder wie Lehmann sagt: „Alles andere wäre Träumerei.“ Am Samstag unterlag der BSV dem Tabellenvorletzten TuS Feuchtwangen mit 1:2. Trainer René Ebert sagt es war „eine der bittersten Niederlagen meiner Karriere“. Zur Halbzeitpause hätten „wir mit 4:0 führen müssen, leider stand es nur 1:0“. Die Krenkicker spielten wieder leidenschaftlich. Sebastian Hofmann erzielte nach Vorarbeit von Marco Joachim die frühe Führung.

Nach Wiederanpfiff drückte Jan Scholz den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Die Hausherren vergaben hochkarätige Chancen, Feuchtwangen ging in Front: Einer scharfen, flachen Hereingabe von Jonathan Fischer konnte Max Schmitt nicht ausweichen und traf ins eigene Tor. Wie so oft: „Wenn du die Großchancen verballerst, bekommst du es hinten rein“, sagt Ebert.

Kapitän Christoph Lehmann sieht das ähnlich, auch wenn er zugibt, dass sein Team in der Abwehr „sehr offen“ stand und ein stärkerer Gegner das ausgenutzt hätte. Selbst saß der Kapitän auf der Bank. „Ich kam erst zehn Minuten vor Anpfiff von einer Veranstaltung von der Arbeit“, so musste der Unternehmensberater zusehen. „Ich habe versucht, von außen Einfluss zu nehmen und mental etwas zu erzwingen.“ Doch der Schiedsrichter ermahnte die Baiersdorfer Ersatzspieler, also musste Lehmann zusehen, wie das 15. Spiel dieser Runde verloren ging. „Ich habe es mir einfacher vorgestellt, wir hatten zu Beginn auch zwei gute Spiele.“ Mittlerweile aber ist klar, dass die Krenkicker die Abgänge des Sommers nicht verkraften.

„Dass Nico Schwab und Max Grabert fehlen, spüren wir am meisten“, sagt Lehmann. Im Stich gelassen fühlt er sich zwar nicht. „Ich hätte mir aber gewünscht, dass der ein oder andere erfahrene Spieler bleibt.“ So lastet viel Druck auf ihm, es ist sein erstes Jahr als Kapitän. „Für mich ist das nicht einfach. Ich komme über Emotionen ins Spiel, daher versuche ich immer, die Jungs zu pushen.“ Umso „trauriger“ sei die sportliche Situation. „Die jungen Spieler tun mir leid, sie haben nie Erfolgserlebnisse.“ Obwohl, das sieht man in jeder Partie, niemand aufgibt. „Doch uns fehlt die Konstanz.“ In der Tabelle ist Baiersdorf zum Abschluss der Hinrunde Letzter. Mit dem Abstieg muss sich der Verein immer intensiver beschäftigen. „Die Planungen sind im Gange“, sagt Lehmann. Der Forchheimer selbst sieht sich auch weiterhin in der Verantwortung, es ist bereits seine sechste Saison. „Mir ist der Verein wichtig, ich möchte, dass er einen guten Job macht.“ Die Voraussetzungen in Baiersdorf seien sehr gut. „Das Ziel ist, die Mannschaften langfristig auf dem aktuellen Niveau zu halten“, die Bezirksliga soll nur ein Zwischenstopp sein. Christoph Lehmann aber hat noch einen anderen Wunsch: „Mehr Zuschauer, die Bock auf den Verein haben.“ Vielleicht hilft eine Saison in der Bezirksliga weiter. Dann könnte auch Lehmann testen, wie sich ein Aufstieg anfühlt.

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