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Bergmüller: "Wir können alles und müssen nichts"

Landesliga Nordost

Beim 3:0 gegen den SV Schwaig zeigt der TSV Buch abgesehen von zwei Schreckmomenten Landesliga-Spitzenfußball, der Trainer aber mag von einer Spitzenmannschaft noch nicht sprechen.

Machen sie eine typische Handbewegung: Stefan Fleischmann und Buch jubeln im Derby.

 / © Roggenthin

Eine halbe Stunde ist vorbei im Spiel zwischen dem TSV Buch und dem SV Schwaig, da würde Helmut, genannt Alu, Rahner gerne noch einmal von vorne beginnen. Rahner war einmal Trainer in Buch, musste gehen, ging nach Schwaig, hatte dort Erfolg, stieg auf in die Landesliga und kehrte nun das erste Mal als Gegner zurück nach Buch.

Als ein Gegner, vor dem sie in Buch, wo sie seit längerem schon zur Landesliga-Spitze gehören, durchaus Respekt hatten. Zwei Punkte trennten vor dem Anpfiff nur die erwartete Spitzenmannschaft aus Buch und die überraschende Spitzenmannschaft aus Schwaig. Der Aufsteiger spielt eine bemerkenswerte Saison und warum das so ist, das erkennen die Zuschauer in Buch nach wenigen Spielminuten. Kevin Schwarz taucht da alleine vor dem Bucher Tor auf und alleine der Seelenruhe von Torwart Patrick Bogner ist es zu verdanken, dass die Gastgeber nicht in Rückstand geraten. „Das wäre dann ein anderes Spiel geworden, wenn er getroffen hätte“, sagt später Buchs Trainer Manuel Bergmüller.

Er sagt das aber nach einem Spiel, das sehr genau so geworden ist, wie sich das die Bucher gewünscht haben. Nach dieser ersten Gelegenheit für Schwaig übernehmen sie die Kontrolle, am Ende steht es 3:0 und hätte es noch höher stehen können. Da hat es auch nichts geholfen, dass Rahner seine Mannschaft nach einer halben Stunde komplett umbaut.

Da wird einer hierhin und einer dorthin verschoben, bis am Ende Torwart Oliver Haßler nach draußen rufen muss:„Welches System spielen wir denn jetzt?“ Rahner schaut auf seinen Zettel und sagt „4-4-2“. Und: „So wie bisher können wir auf jeden Fall nicht weiterspielen.“ Machen sie aber dummerweise, schaffen es aber trotzdem, nur mit einem Tor Rückstand in die Pause zu gehen. Als es wieder losgeht, geht es genau so los wie in der ersten Halbzeit, nur dass diesmal Martin von Vopelius gleich zweimal alleine vor Bogner die Chance zum Ausgleich für Schwaig vergibt. „Wir wissen, was wir an ihm haben“, sagt Bergmüller später über seinen Torwart.

Was sie an ihm haben, wussten sie in Buch bis zur letzten Woche auch von Oliver Lahr. Der Angreifer war in dieser Spielzeit bislang der treffsicherste Bucher, was er auch am letzten Wochenende in Selb unter Beweis stellte und den Siegtreffer erzielte. Dummerweise riss sich Lahr in diesem Spiel aber auch das Kreuzband. Im November wird er operiert und deshalb in dieser Saison nicht mehr für den TSV spielen können.

Wie sie ihn ersetzen war vor der Partie die große Frage. Im Kollektiv und ganz vornemit Philip Lang, lautete Bergmüllers Antwort. Es war keine schlechte Antwort. „Standards“, sagt Bergmüller, haben sie in der Woche vor dem Spiel auch trainiert. Eine solche Standardsituation bringt ihnen dann nach 25 Minuten die Führung. Nach einer Ecke trifft Yannick Scholz per Kopf.

Das 2:0 nach der Pause besorgt dann tatsächlich Lang, der einen Ball über die Linie drückt, der auch ohne sein Zutun ins Ziel gefunden hätte. „Das hätte ich als Stürmer nicht anders gemacht“, sagt Bergmüller. Er sieht sehr zufrieden aus, als er über dieses Spiel redet, dem Stefan Fleischmanns Kopfballtreffer nach 72 Minuten und ebenfalls einer Ecke das Endergebnis beschert.

Über den Erwartungen

Keine zwölf Punkte hätten ihnen manche im Verein vor der Saison in der Vorrunde zugetraut, sagt Bergmüller. Zu jung sei diese Mannschaft für diese Liga, so lautete der Vorwurf. Jetzt haben sie nach 17 Spielen tatsächlich schon 31 Punkte gesammelt. „Wir haben also 19 Punkte mehr als erwartet“, sagt Bergmüller und lächelt. Er mag ja diesen Verein, der mit seiner Sportanlage jedes Jahr ein bisschen wächst und in dem auch die Ansprüche größer werden. Er findet dieses Projekt spannender als bei den Ligakonkurrenten in Selb, wo sie sich gerade mit sehr viel Geld am Aufstieg in die Bayernliga versuchen. „Dafür haben die einen Platz, wo nicht einmal die Tore parallel zueinander stehen“, sagt Bergmüller.

In Buch wollen sie mit Bedacht nach – ja, wohin eigentlich? „Das Ziel bleibt ein einstelliger Tabellenplatz“, sagt Bergmüller. Wenn er dafür belächelt wird, sagt er noch: „Wir können alles und müssen nichts.“

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