Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Offene Trainerfragen bei Burgfarrnbach und Veitsbronn

Bezirksliga Süd

Nach ihrem 0:0 freuen sich der TSV Burgfarrnbach und der ASV Veitsbronn auf die Winterpause in der Bezirksliga. Beide Vereine müssen noch klären, wie es ab Sommer auf ihren Trainerbänken weitergeht.

Markus Pröll half im Tor des TSV Burgfarrnbach aus - und hielt den Kasten sauber.

 / © Schlirf/ Zink

Eigentlich ist es schon viel zu kalt, um sich noch ein Amateurfußball- Spiel anzuschauen. Selbst wenn es ein Bezirksliga-Derby ist. Da sind sich auf der Tribüne des TSV Burgfarrnbach an diesem eisigen Dezembernachmittag fast alle einig. Dieter, 59 Jahre alt und seit vielen Jahren Fan des ASV Veitsbronn-Siegelsdorf, war es trotzdem wichtig, genau heute dabei zu sein. Er hält seinem Verein seit Kreisklassen-Zeiten die Treue, war Zeuge dreier Aufstiege.

Doch den vielleicht schönsten Moment seines Fanlebens hat er in der vergangenen Woche erlebt. Manche Spiele hat Dieter zuletzt nicht mehr sehen können, er lag nach einem Herzinfarkt im Krankenhaus, war dann auf Reha. Dort hat ihn ein großes Mannschaftsfoto erreicht, unterschrieben von allen Spielern des ASV, mit einem Banner auf dem steht: „Gute Besserung, Dieter.“ Dieter ist immer noch gerührt, er sei ja noch nicht einmal Vereinsmitglied. Nach Burgfarrnbach ist er extra gekommen, um sich zu bedanken. „Mich hat das sehr beeindruckt. Das zeigt das Besondere an den Jungs. Die spielen zusammen seit der F-Jugend und sind gemeinsam in die Landesliga gegangen, obwohl sie keinen Pfennig Geld verdient haben“, sagt er.

Das Spiel, das er zu sehen bekommt, ist von überschaubarem Niveau. Auch Schiedsrichter Matthias Dresel schwankt zwischen Konsequenz und übertriebener Korrektheit. Dass er Veitsbronns Yannik Stutz wegen wiederholtem Foulspiel nach 38 Minuten mit Gelb–Rot vom Platz schickt, ist allerdings eine folgerichtige Entscheidung. Dass kein richtiger Spielfluss aufkommt, liegt auch nicht nur an Dresels teils nicklicher Linie, sondern an den beiden Teams, die viele Fouls im Mittelfeld begehen. Beide haben gute Chancen, doch es bleibt beim 0:0. „Eigentlich müssen wir das Spiel bei 50 Minuten Überzahl gewinnen“, sagt Burgfarrnbachs Spielertrainer Tobias Dorsch. Der TSV hatte kurzfristig einen Torwart finden müssen: Weil sich beide Keeper verletzten, stand Markus Pröll (früher SG Quelle und SpVgg U23) zwischen den Pfosten.

Beide Teams haben offiziell zwar am kommenden Wochenende noch eine Partie, doch es ist wahrscheinlich, dass sie auf April verlegt werden. Auch wenn die erste Saisonhälfte etwas enttäuschend zu Ende geht, fällt das Zwischenfazit beim TSV positiv aus. „Wir haben uns aus dem Tabellenkeller rauskatapultiert“, sagt Dorsch. Auf dem Weg zum Klassenverbleib sieht es gut aus, Burgfarrnbach überwintert als Zehnter mit sieben Punkten Vorsprung vor dem Relegationsplatz. „Wir haben ein Ziel: Über dem Strich zu bleiben“, sagt Abteilungsleiter Holger Schraml. Im kommenden Jahr sollen Talente aus der eigenen A-Jugend, die momentan die Kreisliga aufmischt, zur ersten Mannschaft stoßen.

Andere Umbrüche hat der TSV schon hinter sich: Mitte Oktober verließ Trainer Uwe Neunsinger den Verein nach zweieinhalb Jahren und ging zum TSV Abtswind in die Bayernliga. Der vorherige Co-Trainer Dorsch sprang interimsweise als Coach ein – und wird es nun bis Sommer bleiben. „Darauf haben wir uns geeinigt“, sagt Schraml. Anfang März will man sich unterhalten, wie es weitergeht. Die im Sommer stark umgestellte Mannschaft (17 Neuzugänge) ist gefestigter geworden. „Und es hat uns auch nochmal zusammengeschweißt, dass manche dachten, nach Uwes Weggang geht es in Burgfarrnbach bergab. Das Gegenteil war der Fall“, sagt Schraml. Neunsingers Engagement in Abtswind ging schon nach vier Wochen wieder zu Ende. Eine Rückkehr nach Burgfarrnbach ist aber unwahrscheinlich. „Man darf nie nie sagen, aber ich kann es mir nicht vorstellen. Wenn der Uwe etwas für sich abgeschlossen hat, sucht er sich etwas Neues“, glaubt Schraml.

Rot für den Co-Trainer

Auch Veitsbronn hat eine Trainerfrage zu klären. Vor der Partie erklärte Alexander Rambau, ab Sommer 2020 nicht mehr zur Verfügung zu stehen. In Burgfarrnbach saß er nicht auf der Bank, weil er auf Reha ist. Sein Vertreter, Co-Trainer Mathias Niedworok, sah in der 77. Minute vom Schiedsrichter prompt die Rote Karte wegen Meckerns. „Ich habe einfach keine klare Linie bei ihm erkannt“, erklärte er, war aber sonst glücklich mit seinem Debüt. „Ich bin sehr zufrieden, die Jungs haben alles umgesetzt, was wir geplant hatten.“ Die Nachfolge Rambaus ist noch nicht geklärt. „Würde der Verein mich fragen, wäre ich nicht abgeneigt. Aber das liegt nicht in meiner Hand“, sagt Niedworok auf Nachfrage. Vorerst freut er sich, wie wohl fast alle an diesem Nachmittag, auf die Winterpause: „Die Luft ist langsam raus, auch im Training. Es ist Advent, jeder will seine Kerzen anzünden.“

Mehr zum Thema