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Ein 1:4 mit vielen Diskussionen: Ottensoos hätte das Spiel gegen den TV 48 Erlangen lieber abgesagt

Bezirksliga Nord

Wenn der FC Ottensoos im nächsten Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, steht das Festprogramm bereits jetzt fest. Unklar ist freilich, ob die Fußballer dann noch der Bezirksliga Nord angehören oder nicht. Ihre Lage hat sich jedenfalls am Sonntag durch die 1:4-Heimniederlage gegen den TV 48 Erlangen weiter verschlechtert.

Kampf war Trumpf: Hier packt der Ottensooser Kapitän Patrick Schäfer die Grätsche aus.

 / © Robert Hoffmann

Das „Vorspiel“ vor den 90 Minuten in Form von Diskussionen mit durchaus verständlichen unterschiedlichen Auffassungen war fast interessanter als das Geschehen auf dem Rasen. Der Fakt: Die von Ottensoos beantragte Absage, wie dies bei den anderen sechs Partien der Bezirksliga Nord und Süd der Fall war, wäre nur mit einer Zustimmung der Erlanger möglich gewesen. „Nachdem der Termin bereits vor zwei Wochen verschoben worden ist, wollten wir heute unbedingt spielen“, begründete TV 48-Abteilungsleiter Max Bittner die Beharrlichkeit der Gäste.

Einem Argument konnte sich aber auch der erste Vorsitzende des FCO, Abi Karger, nicht verschließen: Die Erlanger haben bereits zwei Nachholspiele zu bestreiten, fürchten Terminprobleme nach der Winterpause. Ottensoos hatte Bedenken wegen des Untergrunds und verlegte die Partie auf den B-Platz, der sich in einem ausgezeichneten Zustand präsentierte. Ob personelle Probleme eine Rolle gespielt haben, ist nicht völlig von der Hand zu weisen. Denn laut Aussage von Trainer Matthias Schiller mussten acht Spieler durch Kicker aus der Reserve und den Alten Herren ersetzt werden.

Eine Schwächung, die sich in der ersten Viertelstunde keineswegs offenbarte. Ottensoos spielte munter mit und besaß sogar die erste Chance. „Wir lassen zu viele klare Möglichkeiten aus und werden dafür bestraft“, stöhnte Schiller. Clever dagegen die Gäste: Nach dem 1:0 durch David Yunus Perst in der 18. Minute zeichnete sich der agile Spielertrainer Hannes Decher wenig später beim 2:0 als Freistoßspezialist aus.

Die Hoffnungen der Gastgeber ruhten auf einer Leistungssteigerung nach der Pause. Doch ihre Hoffnungen zerplatzten schon Minuten nach Wiederanpfiff, als Richard Vidal-Camejo das 3:0 für den TV 48 erzielte. Wenig später hätte Fabio Garcia nach einer Tätlichkeit eigentlich eine Rote statt der Gelben Karte sehen müssen. Stattdessen musste aber FCO-Trainer Schiller seinen Platz am Spielfeldrand verlassen, weil er eine Schiedsrichterentscheidung kritisiert hatte. „Wenn keine Emotionen mehr erlaubt sind, geht der Fußball kaputt“, kritisierte er.

Bei dem Geschehen auf dem aufgeweichten Rasen waren technische Kabinettstückchen absolute Mangelware, nur Kampf um jeden Ball und Zentimeter dominierte. Immer wieder wälzte sich irgendein Spieler schmerzverzerrt am Boden. Die Nachspielzeit bescherte den nur rund 50 Zuschauern als Trost aber noch zwei Tore: Nach dem 1:3 durch Florian Schuhmann sorgte Thomas Gertz mit einem sicher verwandelten Foulelfmeter für den Schlusspunkt.

Auch wenn sich beide Vereine über den Termin nicht einig waren, herrschte aber in einem Punkt absolute Übereinstimmung: Der Bayerische Fußball-Verband sollte in der Vorweihnachtszeit keine Spiele mehr ansetzen. Wie sagte doch TV-Spielertrainer Decher: „Die Spieler laufen doch jetzt alle auf Felgen und brauchen eine Pause.“ Vielleicht auch die Zuschauer, deren Zahlen im Amateurfußball – dies abgesehen von wenigen Ausnahmen – deutlich zurückgehen. „Unsere Leute sind heute alle am Ottensooser Weihnachtsmarkt“, seufzte Karger verständlicherweise. Der Beweis: 50 Unentwegte am Spielfeldrand, aber einige Hundert bei dem nur 500 Meter entfernten Markt mit Glühwein, Bratwürsten und Geschenkartikeln.

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