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Fünf Neue für den ATSV Erlangen - Profi-Chance für Markert

Trio verlässt den Bayernligisten

Der ATSV Erlangen setzt den schon im Sommer eingeschlagenen Weg fort und angelt sich auch in der Winterpause eine Handvoll blutjunger Talente. Ein Teil des Quintetts kann sogar noch in der A-Jugend eingesetzt werden. Unterdessen verlassen Bless Fiebig und Daniel Geißler den Verein, René Vargas muss aufhören.

Darf aktuell beim Dirttligisten SpVgg Unterhaching vorspielen: Lucas Markert (li.).

 / © Sportfoto Zink

Besonders den Abgang von Bless Fiebig bedauert Markert. "Das ist sehr schade. Aber Bless wünscht sich mehr Einsätze", erklärt der Abteilungsleiter. Außerdem habe der 19-Jährige eine Ausbildung in Bamberg begonnen. Gut möglich, dass er sich einen Klub sucht, der von seiner neuen Arbeitsstätte aus günstig zu erreichen ist. "Wohin er geht, weiß ich nicht", sagt Markert. Das gilt auch für den neuen Verein von Daniel Geißler. Sicher ist nur, der Offensivmann wird den ATSV ebenfalls verlassen. Warum er geht, dazu äußert sich Markert nicht. Anders sieht es bei René Vargas aus, der in dieser Saison erst auf einen Einsatz kam. Er laboriert seit Monaten an einer Schambeinentzündung und hört deswegen auf.

Lustig und die Melchner-Zwillinge bringen Jugendbundesliga-Erfahrung mit

Viel lieber aber will der Abteilungsleiter über die Jungs sprechen, die sich den Erlangern anschließen. Neben der bereits bekannten Verpflichtung von Tim Fierus, das großgewachsene Innenverteidigertalent (Jhg. 2000) mit dem starken linken Fuß kommt vom SV Seligenporten, wechseln auch U19-Bundesligajunior Marsel Lustig (vom FC Augsburg), die Melchner-Zwillinge Daniel und Lucas (vom SK Lauf) und Benedikt Sinelis, der vom FC Großdechsendorf zurückkehrt, an die Paul-Gossen-Straße.

Der in Erlangen geborene Lustig "will wieder in der Heimat spielen", erklärt Markert. Im Sommer vergangenen Jahres hatte sich der Abwehrspieler der Bundesliga-U19 des FC Augsburg angeschlossen, nachdem er zuvor für den 1. FC Nürnberg in der U17 ebenfalls in der Jugend-Bundesliga gespielt hatte. "Für ihn wird es wichtig sein, Spielpraxis zu sammeln und wieder Spaß am Fußball zu haben", sagt Markert. Zuletzt hatten Lustig beim FCA Einsatzzeiten gefehlt. Nachdem eine kleine Hängepartie um seine Freigabe am Donnerstag erfolgreich beendet wurde, stehen Lustig, der sowohl für die A-Jugend als auch die Herren ab 1.1.2000 spielberechtigt ist, beim ATSV alle Türen offen. 

Ebenfalls noch für die A-Jugend spielberechtigt sind Daniel und Lucas Melchner, die Markert vom SK Lauf nach Erlangen geholt hat. Beide bringen Erfahrungen aus den Nachwuchsleistungszentren von Club und Kleeblatt mit. Während Daniel für das defensive Mittelfeld vorgesehen ist, ist Lucas auf der rechten Außenbahn eingeplant. Der fünfte Neue heißt Benedikt Sinelis, ist laut Markert "ein guter offensiver Linksfuß" und kehrt zum ATSV nach einem halbjährigen Gastspiel beim FC Großdechsendorf zurück. Auch er ist eigentlich noch A-Jugendspieler, gehörte in Dechsendorf aber durchweg schon zum Stamm der 1. Mannschaft. 

Lucas Markert trainiert in Unterhaching mit

Eine Chance, den Sprung in den Profi-Fußball zu schaffen, tut sich indes für Markerts Sohn Lucas auf. Vor gut einem Jahr war der damals noch 18-Jährige den Veranwortlichen der SpVgg Unterhaching aufgefallen, als die Hachinger im Rahmen des Verbandspokals in Erlangen gastiert und 2:0 gewonnen hatten. In dieser Saison gehört er nicht nur zum Stamm der Erlanger, sondern auch zu den Leistungsträgern (20 Spiele, 5 Tore) des ATSV. Seit rund einem Monat trainiert Markert regelmäßig für zwei Trainingseinheiten in der Woche beim Drittligisten mit. "Es ist ein geiles Gefühl, da mittrainieren zu dürfen. Natürlich ist das ein ganz anderes Tempo als bei uns", sagt Markert Junior, "aber es ist eine riesige Chance für mich und ich gebe alles dafür." Kommenden Mittwoch wird Lucas Markert wieder zum Training nach Unterhaching fahren, danach soll ein richtungsweisendes Gespräch folgen. Wenn alles gut geht, darf er Anfang des neuen Jahres dann auch mit den Hachingern ins Trainingslager nach Spanien reisen, ehe sich endgültig entscheidet, ob es was wird mit dem Profivertrag.

Der ATSV hingegen schlägt seine Zelte in der Faschingswoche in Belek auf. Sieben A-Jugendliche und die komplette U15 werden die Herrenmannschaft dann begleiten, insgesamt sind es 60 Leute, die sich an der türkischen Riviera optimal auf die Rückrunde vorbereiten wollen. Mit dem bisherigen Saisonverlauf zeigte sich Jörg Markert in einer Zwischenbilanz "sehr zufrieden", trotz des Auf und Abs, was die Ergebnisse anbelangte. Ihm muss man freilich nicht erklären, dass Leistungsschwankungen zwangsläufig dazu gehören, wenn man auf eine junge Mannschaft setzt. 31 Punkte und Platz sieben spuckt die Tabelle aktuell für den ATSV aus, der sich damit in einer Position befindet, "in der wir den Jungs Spielpraxis geben können, weil wir nicht unter Druck stehen." In der Tat stehen die Chancen gut, dass die Erlanger nicht wieder wie in der vergangenen Spielzeit bis zum letzten Spieltag zittern müssen, ehe der Klassenverbleib feststeht.

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