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Der Fluch ist besiegt: Der ATSV Erlangen holt sich in Bruck den Siegerpott

Brucker Drei-Königs-Turnier

Der ATSV Erlangen hat am Montag das Brucker Drei-Königs-Turnier gewonnen. Seit 1997 musste der Bayernligist auf diesen Moment warten. Für den Titelverteidiger FSV Bruck reichte es zu Platz drei. Vorausgegangen waren rassige Spiele gegen Eltersdorf und den späteren Turniersieger.

23 Jahre des Wartens sind vorbei: Der ATSV Erlangen gewinnt das traditionelle Drei-Königs-Turnier in Bruck.

 / © Sportfoto Zink

Gruppenphase:

In Gruppe A war der VdS Spardorf rund eine Dreiviertelstunde nach Turnierbeginn und zwei Niederlagen draußen. Der SC Eltersdorf wurde indes seiner Favoritenrolle vollauf gerecht und feierte gegen Spardorf (5:0) und die DJK Erlangen (8:2), die ebenfalls ins Viertelfinale einzog, deutliche Siege. Vor allem Karim Said, Julian Konrad und Simon Drießlein zeigten sich torhungrig. Ein unschönes Ende nahm das Turnier für DJK-Akteur Marcel Graf, der nach einem handelsüblichen Zweikampf verletzt vom Feld getragen werden musste.

Der FSV Erlangen-Bruck hatte zu Beginn in Gruppe B seine liebe Mühe mit der SGS Erlangen. Der A-Klassist führte lange, antwortete auf einen Rückstand mit dem 4:4, ehe Marcel Kaiser dem Landesligisten doch noch den Dreier sicherte. Gegen den TV 48 Erlangen, der seine beiden Spiele verlor, hatten die Gastgeber dann bedeutend weniger Probleme.

Die SGS Erlangen hatte es vorgemacht, dass ein A-Klassist bei diesem Turnier gut mithalten kann. Doch der Türkische SV Erlangen stand in Gruppe C auf verlorenem Posten. Nachdem die SpVgg Erlangen im Auftaktspiel den 1. FC Großdechsendorf mit 3:1 besiegt hatte, wuchs eben jener FCG im zweiten Spiel über sich hinaus. Angetrieben von den Brüdern Nicolas und Thomas Roas sowie Ken Kishimoto, triumphierte der Kreisklassen-Klub mit 8:2. Gegen die "Spieli" gab es für den Türkischen SV ebenfalls nichts zu erben (0:7).

Analog zu Spardorf in Gruppe A, war die Reise für den TSV Frauenaurach in Gruppe D schnell beendet. Gegen den ATSV Erlangen setzte es ein 1:4, auch Tennenlohe war eine Nummer zu groß. Also machten Tennenlohe und der Bayernligist den Gruppensieg unter sich aus. Der ATSV ging rasch in Führung, doch Sven Röwe und Bastian Scholz drehten die Partie. Eine erste, wenn auch eher kleine Überraschung war damit perfekt.

Hier geht's zur Ergebnisübersicht mit allen Gruppen.

Viertelfinale:

Im ersten Viertelfinale ging die DJK Erlangen, die abermals von zahlreichen gutgelaunten Fans begleitet wurde, mit 1:0 in Führung. Doch Philip Drießlein glich für Tennenlohe aus, zur Halbzeit führte der SVT. Nach dem Seitenwechsel ging der Bezirksligist verschwenderisch mit seinen Torchancen um, doch hinten schlug es auch nicht mehr ein, sodass Tennenlohe eine Runde weiter war. Die DJK Erlangen durfte sich damit trösten, dass sie gut dagegengehalten hatte. Ihre Fans sahen das ähnlich und verabschiedeten ihr Team mit Sprechchören.

Ein echter Kracher sollte die Partie zwischen der SpVgg Erlangen und dem ATSV Erlangen werden. Der Bayernligist übernahm sofort die Initiative, Josip Bajic, Lucas Markert und Yuri Meleleo trafen zum 3:0-Pausenstand. Doch die "Spieli" wehrte sich und drückte auf den Anschluss. Im ATSV-Tor stand mit Maximilian Glaß allerdings ein wahrer Meister seines Fachs. Hinten stand die Null, vorne erhöhten Markert und Sebastian Marx auf 5:0.

Im Duell zweier Außenseiter ging Großdechsendorf gegen die SGS Erlangen durch den Ex-Brucker Thomas Roas in Führung. Auf der Gegenseite stand Christian Manicki im SGS-Tor, ihn kennt man von vielen Jahren bei der SpVgg Erlangen. Manicki schnürte sogar einen Doppelpack, ehe Großdechsendorf doch nochmal ausglich. Da Manickis dritter Schuss knapp vorbei ging, musste das Neunmeterschießen eine Entscheidung bringen. Dort verschoss Manicki, während zwei Großdechsendorfer bei einem SGS-Treffer verwandelten. Der Kreisklassist stand im Halbfinale.

Das letzte Viertelfinale hätte auch ein gutes Endspiel abgegeben: Titelverteidiger und Hausherr FSV Erlangen-Bruck traf auf den Bayernligisten SC Eltersdorf. Nach verhaltenem Beginn stocherte Simon Drießlein den Ball zum 1:0 für die "Quecken" ins Netz. Adem Selmani antwortete mit einem Doppelpack. Jetzt führte Bruck wieder. Doch der SCE zeigte "Comebacker-Qualitäten", glich aus, ehe Sebastian Schäferlein das 3:2 markierte. Erstmals wurde es hitzig. Per Freistoß erzielte Selmani das dritte Tor. 3:3. Wenige Sekunden später drehte Labeat Ferizi das Spiel erneut. Bruck stand im Halbfinale, Eltersdorf war raus.

Halbfinale:

Der SV Tennenlohe ging gegen den 1. FC Großdechsendorf früh durch Maximilian Dorn in Führung. Bastian Scholz erhöhte zur Freude einiger Tennenloher Trommler schnell auf 2:0. Nach der Pause war Sven Röwe für das 3:0 verantwortlich. Die Partie war nicht erst jetzt relativ einseitig, Christian Rzonsa und Röwe legten die nächsten Treffer nach. Immerhin konnte Großdechsendorf noch einen Ehrentreffer bejubeln.

Nach dem Viertelfinaltriumph gegen den SC Eltersdorf hielt die Losfee mit dem ATSV Erlangen das nächste Schwergewicht für Titelverteidiger FSV Erlangen-Bruck bereit. Doch diesmal musste sich der Gastgeber geschlagen geben. Es hatte sich schon früh angedeutet, als FSV-Schlussmann Christos Iosifidis gegen einen Zoran-Maksimovic-Schuss zu einer Glanzparade greifen musste. Ferdinand List zielte etwas besser, der Bayernligist führte. Hakim Graine erhöhte mit einem satten Schuss auf 2:0, ehe Marcel Kaiser die Hoffnung zurück ins Brucker Lager brachte. Dann musste Maksimovic eine Zweiminutenstrafe aufgrund eines Fouls abbrummen. Doch statt des Ausgleichs fiel das 3:1 durch ein Kontertor von Sebastian Marx. Bruck verkürzte nochmal, ehe Adem Selmani abzog und der Ball von der Latte ins Tor sprang. Blöd nur, dass wohl schon die Schlusssirene ertönt war, der Treffer wurde zumindest nicht gegeben, was zu Brucker Reklamationen führte.

Spiel um Platz 3:

Zu einer klaren Sache wurde das Spiel um Platz 3 zwischen Großdechsendorf und dem FSV Erlangen-Bruck. Womöglich vom Frust über die Halbfinal-Niederlage angestachelt spielte Bruck ohne angezogene Handbremse. So stand am Ende ein klares 8:1 zu Buche. Labeat Ferizi eröffnete den Torreigen, Adem Selmani und Firat Cagli erhöhten. So ging es munter weiter, ehe Thomas Roas gegen seinen Ex-Klub immerhin noch der Ehrentreffer vergönnt war.

Finale:

In den letzten Jahren lag irgendwie ein Fluch auf den Bemühungen des ATSV Erlangen, das Turnier in Bruck zu gewinnen. Und auch im Finale war es alles andere als eine leichte Angelegenheit, denn Tennenlohe war ein zäher Gegner, der mit einem Pfostenschuss beinahe in Führung gegangen wäre. Doch Zoran Maksimovic traf kurz darauf aus spitzem Winkel zum 1:0. Jan Oldekop im Tennenloher Tor verhinderte einen höheren Rückstand, gegen Hakim Graines "Strahl" war er dann aber machtlos. Jonas Blahut brachte den SVT nochmal heran, ehe Graine erneut traf. Doch Tennenlohe ließ sich nicht abschütteln, Sven Röwe verkürzte auf 2:3. Doch dann war es soweit, nach 1997 kann der ATSV Erlangen mal wieder das Turnier in Bruck gewinnen.

Sicherlich hätte sich auch wieder der FSV Erlangen-Bruck gerne zum Sieger krönen lassen. Doch daraus wurde bekanntlich nichts. Einen kleinen Trost gab es für Labeat Ferizi, der mit zehn erzielten Treffern bester Torschütze des Turniers wurde. Der Fairness-Preis ging an den SV Tennenlohe.

Hier gibt's den Liveblog zum Nachlesen.

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