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TSV Kornburg: Seligenportener Achse als Garant für den Klassenerhalt?

Landesliga Nordost

Das Ziel für die Rückrunde heißt in Kornburg ganz klar Klassenerhalt. Die prominenten Neuzugänge, die dabei helfen sollen, sind sorgfältig ausgewählt. Alle drei weisen eine Gemeinsamkeit auf.

Wollen wieder öfter jubeln: die Spieler des TSV Kornburgs stehen nach einer enttäuschenden ersten Saisonhälfte im Tabellenkeller.

 / © Sportfoto Zink

Wenn eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller im Winter gleich drei hochkarätige Neuverpflichtungen tätigt, liegt der Gedanke nicht allzu fern, dass es sich hierbei um Transfers aus einer gewissen Panik heraus handelt. Davon will man jedoch beim TSV Kornburg nichts wissen. Der Abstieg wäre für den aktuell Tabellensechzehnten der Landesliga Nordost zwar ein herber Rückschlag, aber Trainer Hendrik Baumgart wählte die Neuzugänge dennoch ganz bewusst und mit Sorgfalt - und ohne von Panik getrieben zu sein - aus.

Schließlich sind ihm alle drei nicht unbekannt. Der 42-jährige Coach, der erst Ende Oktober dem entlassenen Klaus Mösle nachfolgte, war - wie so viele in Reihen der Kornburger - in den vergangenen Jahren bei Bayernligist SV Seligenporten tätig. Zwei Saisons lang war er Co-Trainer der Oberpfälzer, bevor er sie in der vergangenen Spielzeit als Chefcoach auf Platz sechs führte.

Aus dieser Zeit kennt er sowohl den Kosovaren Artan Selmani, der in der vergangenen Saison 20 Spiele unter ihm absolvierte, als auch Tim Olschewski, der auch in den zwei Jahren zuvor schon das Seligenportener Trikot übergestreift hatte. Der dritte Neuzugang ist Ex-Profi Danilo Dittrich (ehemals Unterhaching), der die laufende Saison bei Regionalligist Rot-Weiß Erfurt begann und sich nach dessen Insolvenz ebenfalls dem TSV Kornburg anschloss.

Gemeinsame Vergangenheit als Trumpf

Ein großer Vorteil, wie Baumgart meint. "Dass ich die Jungs alle bereits kenne, ist ein großes Plus, gerade bei Winterzugängen. Bei ihnen muss ich mir bezüglich der Integration keine Sorgen machen, da sie allesamt sehr umgänglich sind." Er weiß aber auch, dass eine gewisse Eingewöhnungsphase auf spielerischer Ebene normal ist. "Dafür haben wir ja glücklicherweise jetzt vier intensive Wochen Zeit. Ich bin sehr zuversichtlich, denn die nötige Qualität bringen sie ja allemal mit. "

Rückblick auf die bisherige Landesliga-Saison

Das Ziel für die restliche Saison ist der Klassenerhalt, das ist im Verein jedem klar. Von den ursprünglich ambitionierteren Saisonzielen hat man sich nach dem verkorksten Start (sechs Niederlagen in den ersten acht Spielen) früh verabschieden müssen. Um den Ligaerhalt zu erreichen, setzt Baumgart auf eine klare Spielphilosophie. "Ich möchte jedem Spieler einen Plan von meiner Spielweise vermitteln. Einstudierte Abläufe in Offensive und Defensive werden uns zu hoffentlich mehr Stabilität verhelfen." Im Herbst habe es bereits vielversprechende Ansätze gegeben. "Diese gilt es nun im Lauf der Vorbereitung zu vertiefen." Optimale Bedingungen dafür soll es besonders dann geben, wenn die Mannschaft am kommenden Wochenende ein Kurztrainingslager in Regensburg beim befreundeten Jahn absolviert.

Baumgart will die Relegation vermeiden

Die Relegation will Baumgart mit seiner Mannschaft dabei tunlichst vermeiden. "In diesen Spielen geht es sehr emotional zu, und der Glücksfaktor ist vergleichsweise hoch. Auf eine solche Lotterie sollten wir uns nicht einlassen." Startschwierigkeiten wie zu Beginn der Saison wird sich das Team jedenfalls nicht leisten können. Baumgart warnt: "Bis auf das Nachholspiel gegen Selb haben wir direkt zu Beginn gleich die direkten Konkurrenten wie Röslau und Großschwarzenlohe vor der Brust. Hier direkt zu punkten, wird für den weiteren Saisonverlauf extrem wichtig sein", mahnt Baumgart und fordert für diese Spiele neben dem spielerischen Element auch klassische Tugenden ein. "Im Abstiegskampf sind Leidenschaft und eine gewisse Physis einfach die Grundvoraussetzungen, um bestehen zu können."

Große Unruhe empfindet der Coach aktuell trotzallem nicht. "Ich finde hier ein angesichts der Situation recht ruhiges Umfeld vor." Ein ruhiges Umfeld, das war im bisherigen Saisonverlauf nicht unbedingt selbstverständlich in Kornburg. Schon zu Saisonbeginn kamen zu der sportlichen Misere auch noch Unstimmigkeiten mit dem Verband, die zu mehreren Geldstrafen gegen den Verein führten, bevor dann der Trainerwechsel folgte. Vielleicht ist das neue Arbeitsklima am Ende entscheidend, um die Klasse zu halten, Von Panik ist aktuell in Kornburg jedenfalls nichts zu spüren.

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