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Kommentar: Der BFV hat in der Corona-Krise ein Führungsproblem

Entscheidungsträger sind Lage nicht gewachsen

Die Entscheidungsträger des Bayerischen Fußball-Verband sind der Corona-Krise nicht gewachsen, meint zumindest Christoph Benesch, Redakteur der Erlanger Nachrichten. Ein Kommentar.

BFV-Präsident Rainer Koch.

 / © dpa

Klar, auch der Amateursport verliert Einnahmen durch Bratwurstverkauf und Eintrittsgeld. Jedoch entscheiden diese Summen – anders als bei den Profis, wo Lizenzspielerabteilungen Wirtschaftsunternehmen sind – nicht über berufliche Existenz und Fortbestand einer Mannschaft. Das vorzeitige Ende einer Saison bedeutet dort im Negativen: Bürokratie. Im Positiven: Planungssicherheit und Vernunft. Volleyball und Basketball, die ihre Ligen nun vorzeitig beenden, schaffen das Wichtigste für ihre Vereine und Sportler: Klarheit. Diese vermisst man seit Beginn der Krisenzeit ausgerechnet vom mitgliederstärksten Bayerischen Fußball-Verband (BFV). Der erbat sich erst einen Tag länger als alle Bedenkzeit, um dann seinen Spielbetrieb für lachhafte zwei Wochen auf Eis zu legen; für 14 Tage also, während in den Nachrichten bereits Berechnungen liefen, wie rasend schnell sich das Virus an nur einem Tag ausbreiten kann. Auch wenn vom BFV später nachjustiert wurde, fragen sich auf Kreis- und Bezirksebene die Ehrenamtlichen, die für ein Taschengeld die eigentliche Arbeit machen, längst nicht mehr ob, sondern nur noch wann abgebrochen wird. Auch sie wollen wie tausende Fußballer nur eins: Klarheit. Doch die Funktionäre warten wieder unnötig lange ab, statt mit Vernunft ihrer Fürsorgepflicht für Mitglieder und Gesellschaft nachzukommen. So zeigt der Krisenfall einmal mehr, wie weit die Führung des BFV von ihrer Basis entfernt ist. Aber auch, dass die Funktionäre ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind.

christoph.benesch@pressenetz.de

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