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Nürnberger Agentur IFX: Fußball als integrativer Faktor

Spieler von der B-Klasse bis zur Bayernliga

Ein wenig kryptisch mutet IFX an. Doch bei diesen drei Buchstaben handelt es sich keineswegs um irgendein Kürzel aus der digitalen Welt oder irgendwelche Comics. IFX steht für International Futbol X-Change, eine weltweit tätige Agentur, deren Deutschland-Zentrale ihren Sitz in Nürnberg hat und die Spieler an Amateurklubs vermittelt.

Eng am Mann: In der Bayernliga spielt US-Boy Kamron Crow (links) aktuell für das Spitzenteam des SV Seligenporten im defensiven Mittelfeld.

 / © Sportfoto Zink

Dem internationalen Austausch im weitesten Sinne widmet sich IFX mit verschiedenen Programmen. Vor allem Sprachkurse, aber auch das Studium beispielsweise an der ICN Business School in Nürnberg organisiert die Agentur für junge Menschen aus aller Welt. Schwerpunktmäßig aus den USA, aber auch aus Afrika und sogar Myanmar kamen und kommen die Klienten. Eine wichtige "integrative Aufgabe" erfüllt dabei der Fußball, erzählt Christian Schaller, der als stellvertretender Geschäftsführer für die Koordination der Austauschprogramme in Europa und vor allem in Deutschland zuständig ist. Dabei helfen soll, dass Kursteilnehmer während ihres Aufenthalts hier bei heimischen Amateurvereinen spielen.

"Das fußballerische Level ist bunt gemischt: Wir haben Jungs, die spielen in der B-Klasse, wir haben welche da, die sind in der Bayernliga aktiv", sagt Schaller, der einst in der Jugend der SG Quelle Fürth hochklassig spielte, ehe er seine Karriere verletzungsbedingt früh beenden musste und im hiesigen Bereich gut vernetzt ist. Dank IFX steht Nathaniel Drew beim Bezirksliga-Primus SVG Steinachgrund im Tor, Kamron Crow läuft in der Bayernliga für den SV Seligenporten auf, Rodrigo Lloveras für den Liga-Rivalen DJK Don Bosco Bamberg, während Joseph Paone beim SK Lauf II in der Kreisliga Erlangen- Pegnitzgrund 2 die Außenbahn beackert.

Mehrere 30-tägige Schnupperkurse bieten Schaller und sein Team Interessierten an, bei denen diese Land und Leute, Kultur und Fußball kennenlernen. Dabei steht auch regelmäßiges Training auf dem Plan, bei dem Schaller und Trainer aus der Region die Qualitäten der Kicker beurteilen. Von Anfang an mit dabei ist Manfred Dedaj, einst Club-Amateur, heute Trainer beim Landesligist FSV Stadeln. "Wir trainieren im Sommer bis zu viermal in der Woche, und da sieht man schon in etwa, wie die Spieler einzustufen sind", erzählt Dedaj. Und verschweigt auch nicht, darauf zu achten, wer für Stadeln in Frage kommen könnte. Für ihn auch wichtig: "Mir macht das viel Spaß, wir lernen uns persönlich gut kennen, und ich erkläre ihnen, wie es in Deutschland zugeht, was hier alles gefordert wird."

SG Quelle als Sprungbrett nach Malta

Gute Erfahrungen mit Spielern, die von IFX ablösefrei vermittelt werden, hat die SG Quelle gemacht. "Wir hatten immer wieder Jungs, die bei uns in der Landesliga gespielt haben. Dany Djoufack war der letzte, der von uns aus nach Malta gegangen und dort Profi geworden ist", erzählt Teammanager Thomas Färber. Und er nennt einen weiteren nicht zu unterschätzenden Faktor: "Es waren gute Typen dabei, die auch menschlich etwas in die Mannschaft gebracht haben", sagt Färber und nennt Jordan Ferrell, der auch in Ansbach spielte, "ein lockerer kalifornischer Surfer-Typ mit Rasta-Locken".

Natürlich komme es vor, dass die ausländischen Kicker sich qualitativ anders, sprich höher einschätzten als ihre fränkischen Trainer. "Aber ich denke schon, dass wir die meisten leistungsgerecht unterbringen", ist Schaller überzeugt. Sowohl die ambitionierten, die eine Karriere in höheren Ligen anstrebten, als auch solche die nur zum Spaß kicken wollten, um sich zu verbessern.

Billig ist das Ganze nicht, ist IFX doch ein privatwirtschaftliches Unternehmen. So kostet der Schnuppermonat zwischen 2.500 und knapp 3.000 Dollar, ein komplettes Jahr/Saison in Deutschland knapp 17.000 Dollar. "Die Hauptkunden sind internationale Studenten in der Altersgruppe 18 bis 22, 23, die mit der Schule fertig sind oder nach dem Studium nicht gleich arbeiten, sondern ins Ausland gehen wollen, um sich weiterzubilden und ein bisschen zu kicken", beschreibt Schaller seine Klientel.

Als Win-win-win-Situation sieht er die IFX-Angebote für die jungen Menschen, die Vereine und IFX. Die sich 2020 allerdings Corona-bedingt schwieriger gestaltet. So sind die Schnupperkurse nach hinten geschoben, gehen laut Schaller dann weiter, wenn die Situation es zulässt.

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