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Marco Ried: "Es wird wieder um den Klassenerhalt gehen"

U19- und U17-Bundesliga

Die A- und B-Junioren der SpVgg Greuther Fürth bleiben in der höchsten Spielklasse. Die Trainer planen für eine noch härtere Saison.

Marco Ried (links) würde gerne weiterhin die U19 der SpVgg Greuther Fürth trainieren. In der neuen Saison rücken Spieler auf, die in der abgelaufenen Spielzeit bei U17-Coach Tobias Gitschier trainiert haben. Der 33-Jährige ist Lehrer und kickte einst selbst in der zweiten Mannschaft des Kleeblatts.

 / © Sportfoto Zink

Mit dem Beschluss des Deutschen Fußball-Bundes ist die Saison für die U17 und U19 der SpVgg Greuther Fürth seit dieser Woche beendet. Beide Teams haben am Grünen Tisch die Bundesliga Süd/Südwest gehalten. Wegen des vorzeitigen Abbruchs der Saison verändern sich bei beiden Teams die Planungen für die neue Saison.

„Ich hätte es mit meiner Mannschaft natürlich gerne auf dem sportlichen Weg geschafft, die Klasse zu halten. Wir müssen aber so ehrlich sein, dass wir es wahrscheinlich nicht mehr geschafft hätten“, sagt A-Jugend-Trainer Marco Ried.

Mit zwölf Punkten Rückstand lag sein Team zum Zeitpunkt des Abbruchs abgeschlagen am Tabellenende. „Für mich wäre es aber auch kein Problem gewesen, zurück in die Bayernliga zu gehen und noch einmal anzugreifen. Jetzt bekommen wir eben unsere zweite Chance.“ Auch Tobias Gitschier, Trainer der U17, hätte die Runde gerne zu Ende gespielt. Sein Team stand nach 20 Spieltagen über dem Strich. „Ich bin überzeugt, dass wir die Klasse in den verbleibenden Spielen gehalten hätten. Wir hatten bis dato eine gute Rückrunde hingelegt. Aber es war jetzt absehbar, dass wir nicht mehr spielen werden.“ Aktuell ruht im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) der SpVgg noch der Ball. Das vom Bayerischen Fußballverband (BFV) veröffentlichte Konzept mit Auflagen zur Wiederaufnahme des Trainings ist selbst bei der SpVgg aufgrund der Platzverhältnisse nicht so ohne weiteres umsetzbar. So beschränkte sich die Betreuung der Jugendlichen in den vergangenen Wochen auf Fitnesseinheiten via Video-Konferenzen oder Einzelgespräche mit Spielern. Ebenso standen viele Telefongespräche mit Beratern und Eltern an.

Fordernde Englische Wochen

„Angedacht ist, dass wir vielleicht nach den Pfingstferien in den Trainingsbetrieb zurückkehren können“, erklärt Ried. Viele offene Fragen werden bleiben. Ist der angedachte Saisonstart zum 1. September überhaupt machbar, können im Vorfeld Testspiele durchgeführt werden, wann wird im Training wieder körperlicher Kontakt erlaubt sein? Zudem steuern beide Ligen durch die Aufstockung mit jeweils vier Aufsteigern auf eine anstrengende Saison zu. Mehrere Englische Wochen werden die Folge sein.

„Das wird für uns nicht einfach zu stemmen sein. Denn meine Co-Trainer und ich machen den Job ja nicht hauptberuflich“, sagt Gitschier. Unklar ist auch noch, wie viele Teams in der kommenden Saison absteigen werden. „Der Verband will sicherlich relativ rasch zu den alten Strukturen mit 14 Mannschaften in der Liga zurückkehren. Es könnte also sein, dass in der kommenden Saison sechs oder sieben Teams absteigen werden“, glaubt Ried. In den nächsten Wochen will der Verband eine Lösung präsentieren.

Durch den Klassenerhalt hat sich der Vertrag von Gitschier um ein weiteres Jahr verlängert. Bei Ried hat die SpVgg zwar nicht die vereinsseitige Option gezogen, dennoch geht der 30-Jährige, der im August Vater wird, davon aus, dass es zu „100 Prozent sicher ist, dass ich dabei bleibe. Fürth ist für mich eine Herzensangelegenheit“. Gitschier, seit 2005 im Verein, geht es genauso. „Ich bin ein Ausbilder. Und wenn ich dann sehe, dass Spieler wie David Raum, Maxi Bauer oder Jamie Leweling Profis werden, dann macht mich das stolz. Nächste Saison greifen wir mit der U17 an. Es juckt mich schon wieder, auf den Platz zu gehen, Gas zu geben und dann die Großen zu ärgern.“

„Gute Leute aus der U17“

Marco Ried steckt ebenfalls voller Tatendrang. „Ich habe sieben, acht Spieler im Kader, die in dieser Saison noch junger Jahrgang waren und schon einige Spiele gemacht haben, sich an Tempo und Härte in der Liga gewöhnt haben. Und von Tobi rücken aus der U17 gute Leute nach. Es wird wieder um den Klassenerhalt gehen, aber wir werden eine bessere Rolle spielen.“ Zunächst geht es nur darum, wieder gemeinsam auf dem Platz stehen zu können. Denn eins eint die angehenden Jungprofis und alle Hobbyspieler in der Region: der Wunsch, endlich wieder kicken zu dürfen.

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