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Bayreuth-Geschäftsführer Gruber: "Kochs Macht begründet sich auch darauf, andere einzuschüchtern"

Regionalliga Bayern

Der Streit zwischen dem BFV und der SpVgg Bayreuth wird unappetitlich: "Altstadt"-Geschäftsführer Wolfgang Gruber wirft BFV-Präsident Rainer Koch vor, offen zu drohen.

Die Fronten zwischen der SpVgg Bayreuth und dem BFV sind offenbar verhärtet.

 / © Zink / DaMa

Zur Erinnerung: Mitte April hatte die SpVgg Bayreuth mit einem offenen Brief gegen die Option aufbegehrt, die Saison 19/20 ab frühestens September fortzusetzen. Noch steht für die Regionalliga - anders als für die Ligen darunter - eine endgültige Entscheidung aus, die Oberfranken aber kündigten "mit Entschlossenheit" an, sich gegen das mögliche Vorhaben des Bayerischen Fußballverbandes, "die Spielzeit sinnlos, aber kostenintensiv" zu verlängern, auch auf dem Rechtsweg zu wehren. "Sinnlos" deshalb, da aufgrund der Saisonfortführung von Liga 3 ab 30.05. ein Aufsteiger noch vor Ende der regulären Regionalliga-Spielzeit benannt werden müsste. In Folge verschärfte sich der Konflikt, der sich neben der Frage nach dem Aufsteiger auch um den Teilnehmer am DFB-Pokal drehte. Der BFV hatte entsprechende Regelungen durch eine Änderung der Spielordnung vorbereitet. "Eine Fortsetzung der Spielrunde mit einem vorzeitigen Ausscheiden einer Mannschaft als Aufsteiger, die diesen Aufstieg sportlich noch nicht erreicht hat, werden wir nicht mittragen", kündigte Geschätsführer Wolfgang Gruber via Facebook an. 

Nun meldet sich Gruber erneut zu Wort - und richtet konkrete Vorwürfe gegen BFV-Präsident Rainer Koch, der die SpVgg Bayreuth "spalten" wolle. So habe Koch in einer E-Mail den Vorstandsvorsitzenden der SpVgg Bayreuth, Christian Wedlich, aufgefordert, sein Personal zu maßregeln. "Ich würde es deshalb sehr begrüßen, wenn Sie als Vorstandsvorsitzender für einen angemessenen Umgang des Ihnen im Verhältnis zum BFV zuzurechnenden Personals Ihrer Tochtergesellschaft sorgen würden", zitiert Gruber aus Kochs Schreiben und stellt empört fest: "Erneut beweist der Präsident des BFV ein geradezu absolutistisches Machtverständnis und droht offen! Es ist wohl der letzte Versuch eines Funktionärs, durch die alt bekannte Taktik der persönlichen Verunglimpfung, ein Ablenkungsmanöver von seinen eigenen nicht mehr verständlichen Handlungen durchzuführen." Weitere Textstellen, die auf eine "Drohung" schließen lassen könnten, zitiert Gruber nicht.

Verschärft hatte sich der Konflikt auch durch eine intern durchgeführten Umfrage, bei der, laut Gruber, Ende April von 17 Regionalliga-Teams zwölf für einen Abbruch der Spielzeit votierten, vier sich enthielten und nur ein Verein weiterspielen wollte. Erst Mitte der Woche dementierte der BFV in einer Pressemeldung, dass es eine Abstimmung unter den Vereinen gegeben habe. Der BFV habe versucht, die Öffentlichkeit durch diese Pressemeldung zu täuschen, findet Gruber. So habe auch der Sprecher der Regionalliga, Markus Clemens, in einer Mail an die Regionalligisten bestätigt: "Dem BFV ist seit Wochen das Meinungsbild unserer gemeinsamen, ligainternen Videokonferenz bekannt."

"Herr Koch, was sind Ihre Gründe?"

"Herr Koch, was sind Ihre Gründe?", fragt Gruber in Richtung des BFV-Präsidenten nach dessen Beharren, die Spielsaison fortführen zu wollen - und liefert auch gleich seine persönlichen Spekulationen mit: Schon lange gehe es nicht mehr um sportliche oder juristische Argumente, sondern "vielleicht um Sponsorenverträge, die der BFV mit Firmen abgeschlossen hat, die offensichtlich an den Spielbetrieb der Regionalliga gekoppelt sind, dieser aber nie spürbar zugute gekommen sind? Was sind das für Verträge, was sind das für Zuwendungen, von denen offensichtlich in den Regionalligavereinen nichts ankommt?"

Die Fronten zwischen der SpVgg Bayreuth jedenfalls sind verhärtet und gehen inzwischen ins Persönliche: "Dr. Koch ist ein mächtiger Mann. Seine Macht begründet sich offensichtlich auch darauf, andere einzuschüchtern und zu sanktionieren. Unter seiner Leitung wird vorab bestimmt, was abgestimmt werden soll. Andere Meinungen werden nicht toleriert. Es kann nur eine Meinung geben. Durch sein zweifellos taktisches Funktionärsgeschick hat der BFV-Präsident es geschafft, ein herrschaftliches Netzwerk aufzubauen", keilt Gruber aus. Der Fußballverband sei nicht mehr Dienstleister der Vereine, "sondern im Vorgesetztenmodus Staat und Kirche zugleich."

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