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Hobsch: "In Schwarzenbruck bin ich zu Hause"

Aufstieg in Liga 3

Früher stürmte Patrick Hobsch für den TSV Ochenbruck, den 1. SC Feucht und den 1. FC Nürnberg. Jetzt ist er mit dem VfB Lübeck in die 3. Liga aufgestiegen. Doch der Kontakt ins Nürnberger Land ist nie abgerissen.

Das Toreschießen hat Patrick Hobsch (hier im Bayreuther Trikot) von seinem Vater Bernd gelernt. Mit dem VfB Lübeck ist er nun in die 3. Liga aufgestiegen.

 / © Zink

Unverhofft und unerwartet ist Patrick Hobsch mit dem VfB Lübeck in die 3. Liga aufgestiegen. Der Mittelstürmer mit mittelfränkischen Wurzeln aus Schwarzenbruck, der unter anderem beim 1. SC Feucht, dem SV Seligenporten und der SpVgg Bayreuth gespielt hat, hat am Freitagnachmittag erfahren, dass die Saison 2019/20 in der Regionalliga Nord abgebrochen wird und das Team aus der Hansestadt Lübeck damit als Aufsteiger in die 3. Liga feststeht. Spontan haben die Spieler eine Aufstiegsfeier im vereinseigenen VIP-Raum arrangiert und den Aufstieg unter Einhaltung aller Hygienevorschriften gebührend gefeiert. Damit ist für den 25-Jährigen ein Traum in Erfüllung gegangen, denn Hobsch wollte unbedingt in einer Profiliga spielen.

Patrick Hobsch ist der Sohn von Bernd Hobsch (52), der es als Profistürmer bei den Vereinen 1. FC Lokomotive Leipzig, VfB Leipzig, Werder Bremen, Stade Rennes, TSV 1860 München, 1. FC Nürnberg und FC Carl-Zeiss Jena auf eine beachtliche Laufbahn bis hinauf in die Bundesliga geschafft hat. Sohn Patrick wurde 1994 in Bremen geboren, als der Papa gerade für Werder auf Torejagd ging. Das Stürmertalent war dem Filius in die Wiege gelegt. Zunächst aber ging es für ihn als Bub von Bremen aus nach Frankreich, dann nach München und zum Schluss nach Schwarzenbruck, was der Lebensmittelpunkt der Familie Hobsch werden sollte. Der fünf Jahre ältere Bruder David wohnt noch heute in Schwarzenbruck im Nürnberger Land. „Schwarzenbruck ist für mich ein Stück Heimat geworden. Ich habe und pflege noch viele Kontakte in diese Region, obwohl ich ja jetzt weit weg ganz im Norden der Republik in Lübeck lebe”, sagt Patrick Hobsch.

Sein Heimatverein ist der TSV Ochenbruck, wo Patrick zunächst in der F3, also in der dritten Mannschaft, spielte. In der U17 kam dann der erste Vereinswechsel zum BSC Woffenbach bei Neumarkt in der Oberpfalz. Nach nur einem Jahr wechselte der 1,83-Meter große Angreifer in die U19 des 1. SC Feucht: „Das war für mich ein Sprungbrett, denn dadurch bin ich in die U19 zum Club gekommen”, erinnert sich der Rechtsfuß. Nach einem halben Jahr beim 1. FC Nürnberg in der U19-Bundesliga ging es wieder zurück zum 1. SC Feucht, wo es Hobsch in eineinhalb Jahren auf 42 Landesliga-Einsätze mit 39 Toren brachte. Eine starke Quote.

Kontakt zu Feucht besteht weiterhin

„In Feucht habe ich mich total wohlgefühlt, weil das alles so richtig herzlich und familiär war. Ich bin auch heute noch mit Feuchts Stürmer Stephan König befreundet und wir sind auch ständig in Kontakt. Wenn es bei mir zeitlich geht, dann schaue ich schon mal beim SC vorbei. Denn sie haben ja eine richtig gute Mannschaft und ich hoffe, dass sie in die Bayernliga aufsteigen. Sollte das wegen Corona nichts werden, wäre das für Feucht unheimlich bitter”, fiebert Hobsch auch noch heute mit seinem Ex-Klub mit. Vom SC in Feucht ging die Reise weiter zum Nachbarn SV Seligenporten. Von 2014 bis 2017 spielte Hobsch dort drei Jahre für die Klosterer und brachte in 75 Einsätzen auf 20 Tore. In Seligenporten musste Hobsch im ersten Jahr den Abstieg aus der Regionalliga verkraften, stieg im zweiten Jahr aber wieder in die Regionalliga auf. In Seligenporten spielte Hobsch unter dem heutigen Feuchter Trainer Florian Schlicker: „Zu Schlicko habe ich immer noch ein sehr gutes Verhältnis und er hat mir per SMS auch zum Aufstieg in die 3. Liga mit dem VfB Lübeck gratuliert.”

Im Sommer 2017 folgte der Transfer vom Tabellenvorletzten zur SpVgg Bayreuth. Hobsch, der in Nürnberg bei Kühne & Nagel neben dem Fußball drei Jahre Speditionskaufmann gelernt und nach der Prüfung drei Jahre in der Firma in Nürnberg gearbeitet hat, schlug in Bayreuth auf Anhieb ein. In 33 von 36 Spielen kam der Knipser zum Einsatz, war mit elf Treffern zusammen mit Kristian Böhnlein hinter Ivan Knezevic (zwölf Tore) zweitbester Schütze bei der Altstadt. Fünfmal wurde Hobsch sogar in die „Elf der Woche” gewählt. Die Zeit in Bayreuth möchte Patrick Hobsch nicht missen: „Es war einerseits sehr schön, aber auch sehr anstrengend. Denn ich habe ja in Nürnberg Vollzeit gearbeitet und musste dann fast jeden Tag nach Bayreuth fahren. Das war ein großer Aufwand, aber es hat sich gelohnt. Wir hatten in Bayreuth zusammen sehr viel Spaß. Auch wenn es eine schwere Saison war, die wir aber mit dem Klassenerhalt über die Relegation noch zu einem guten Ende bringen konnten”, blickt der Stürmer zurück.

Der Wunsch geht in Erfüllung

Vor fast zwei Jahren führte der Weg von Patrick Hobsch zwar nicht hinaus in die große weite Welt, aber zumindest in den Norden der Republik nach Lübeck. Als das Angebot kam, brauchte der Torjäger nicht lange zu überlegen und nahm die Chance wahr. „In Lübeck war ich dann ja Profi und das war mein großes Ziel, mein Traum, den ich nun leben konnte. Mein Wunsch war es zumindest hinauf bis in die 3. Liga zu kommen und das ist nun seit Freitag perfekt”, sagt Hobsch, für den sich die Mühen, sein Trainingsfleiß und sein unbedingter Wille gelohnt haben.

Auch wenn das erste Jahr beim Klub in Schleswig-Holstein von einer langwierigen Schambeinentzündung geprägt war und Hobsch nur in der Rückrunde auf neun Einsätze mit einem Tor kam. „Weil mir da noch eine rote Karte mit drei Spielen Sperre in die Quere gekommen ist.” Aber das zweite Jahr oder zumindest das, was davon gespielt worden ist, war dann wesentlich erfreulicher. Denn Hobsch kam in allen 25 ausgetragenen Saisonspielen zum Einsatz und markierte stolze 14 Treffer: „Ich stand ja bis auf das Spiel beim HSC Hannover immer in der Startelf, darauf bin ich stolz.”

Lübeck ist nun die neue Heimat von Patrick Hobsch: „Die Stadt mit dem historischen Stadtkern ist richtig schön, da fühle ich mich unheimlich wohl. " Und obwohl es in der Stadt noch Football und im Stadtteil Schwartau Handball jeweils in der 2. Liga gibt, so ist Fußball nun in der 3. Liga doch klar die Nummer eins in der Hansestadt: „Hier zu leben, die Ostsee gleich vor der Tür zu haben, ist unheimlich schön. Ich fühle mich in Lübeck sehr wohl, habe mich gut eingelebt und nun läuft es ja auch sportlich nach Wunsch.”

Zum Aufstieg sind die VfB-Kicker fast wie die Jungfrau zum Kind gekommen: „Wir haben am Freitag noch trainiert und sind dann nach Hause gefahren. Dann hat unserer Kapitän in die Whats-App-Gruppe geschrieben, dass wir aufgestiegen sind. Wir konnten es zuerst gar nicht glauben”, sagt Hobsch. Denn der Norddeutsche Fußball-Verband hatte am Freitag die Saison 2019/2020 für beendet erklärt und den VfB Lübeck zum Aufsteiger gekürt. „Einige Spieler waren schon auf dem Heimweg, weil wir das Wochenende frei haben sollten. Doch es sind alle zurückgekommen und wir haben uns dann im VIP-Raum zu einer spontanen Aufstiegsfeier getroffen.” Natürlich unter Einhaltung aller Abstands- und Hygienevorschriften.

Auch wenn sich mit dem VfB Lübeck für Patrick Hobsch der Lebenstraum erfüllt hat, so bleibt er bodenständig: „Auch wenn ich in Bremen geboren wurde, so bin ich doch in Schwarzenbruck in Mittelfranken zu Hause. Aber in Lübeck habe ich mein sportliches Glück gefunden und darüber freue ich mich sehr. Nun hoffe ich, dass wir ab September eine gute Saison haben. Dafür werden wir uns gut vorbereiten.”

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