Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Club-Frauen: Trotz 8:0-Sieg um 0,06 Punkte schlechter

Frauen-Regionalliga Süd

Einen richtigen Zeitpunkt für ein Virus wie Sars-CoV2 gibt es ohnehin nicht. Noch ein bisschen ärgerlicher hat sich das Coronavirus jedoch für die Fußballerinnen des 1. FC Nürnberg ausgewirkt, wurde ihr Kurs in Richtung Aufstieg nach 17 von 24 Spieltagen in die 2. Bundesliga doch jäh gestoppt. Inzwischen wurde das Saisonende, für das sich auch der Club als einer der 23 von 24 in Frage kommenden Vereinen ausgesprochen hat, auch offiziell durch den zuständigen Süddeutschen Fußball-Verband bestätigt und ein neuer Spielmodus für 2020/21 erarbeitet.

„Ernüchternd und deprimierend“: Clubtrainer Osman Cankaya muss mit seinen Fußballerinnen einen neuen Anlauf Richtung Liga zwei nehmen.

 / © Zink / WoZi

„Sehr ärgerlich“, lautete Anfang März das Urteil von Managerin Anne Cirener über das Aus. Und das keineswegs, weil sie danach hinter den Kulissen etwa das doppelte Arbeitsprogramm zu bewältigen hatte, bescherte die Ebbe auf den Spielfeldern doch eine Menge Zusatzaufgaben vor allem in der Zusammenarbeit mit den Verbänden.

„Ernüchternd und im ersten Moment deprimierend“, fand Osman Cankaya, Sportlicher Leiter und Trainer der Regionalliga-Mannschaft, das Stoppzeichen. Verständlich, hatte seine Mannschaft doch mit 16 Punkten aus den letzten sechs Spielen ihren Rhythmus endlich gefunden und sich auf Platz drei hinter dem Freiburg II und Eintracht Frankfurt, die für einen Aufstieg nicht in Betracht kamen, vorgearbeitet. „Bei normalem Verlauf wäre uns der Sprung nach oben kaum zu nehmen gewesen, denn im dritten Jahr hintereinander standen wir vor der besten Rückrunde in der Regionalliga Süd.“.

So jedoch fehlten zu einer erfolgreichen Endabrechnung jene zwei Punkte aus dem 1:1 im letzten Heimspiel des Jahres 2019 gegen Hessen Wetzlar – mit einem nach etlichen klaren Chancen verschossenen Elfmeter in der Schlussminute als negativem Höhepunkt. Die Konsequenz: Die Quotientenregelung und damit den Aufstieg in die 2. Bundesliga entschied der SC Würzburg (16 Spiele/33 Punkte) gegen den Club (17/34) mit 2,06 zu 2,00 knapp für sich – und das, obwohl den Unterfranken im direkten Vergleich mit 0:8 die Leviten gelesen worden waren.

Bei den Clubfrauen hat man inzwischen längst einen Schlussstrich gezogen, seit Dienstag sollte eigentlich der Ball wenigstens in Kleingruppen wieder rollen, aber noch scheiterte das Training an Kompetenzproblemen. Dennoch gilt die Konzentration der Spielzeit 2020/21, deren Start am ersten September-Wochenende erfolgen soll – vorausgesetzt, das Coronavirus spielt mit.

Trainer Cankaya ist da durchaus zuversichtlich und spricht seine Vorgabe an die Mannschaft deutlich aus: Der diesmal verpasste Aufstieg soll nachgeholt werden, die personellen Weichen sind gestellt. Aus beruflichen Gründen haben mit Anna Madl (20) und Jule Riegler (18) nur zwei Abwehrspielerinnen den Kader verlassen. Neu dazu kommt ein Quartett: Jana Rippberger (24), Abwehrspielerin vom Zweitligisten FC Ingolstadt, Nadja Burkhard (20), Mittelfeldspielerin vom SV Frensdorf, Rebekka Salfelder (15), Abwehrspielerin bei der männlichen C-Jugend der JSG Wendelstein in der Bayernliga Nord und, noch mit einem Fragzeichen versehen, Jule Kleymann (19), Stürmerin vom Liga-Rivalen SC Freiburg II.

Neuer Spielmodus

Sie alle und auch die Fans des Nürnberger Frauenfußballs erwartet in der wegen des ausgesetzten Abstiegs auf 16 Teams aufgestockten Liga – mit den Aufsteigern Wacker München, Karlsruher SC und Kickers Offenbach – ein neuer Spielmodus, der beim Club auf wenig Gegenliebe gestoßen und erfolglos abgelehnt worden ist.

Cankaya befürchtet nämlich, dass deutliche Leistungsunterschiede in den beiden Achtergruppen, die noch nach regionalen Gesichtspunkten zusammengestellt werden, kaum zu vermeiden sein dürften. Sie spielen zuerst eine Doppelrunde, danach ermitteln jeweils die besten Vier jeder Gruppe unter Mitnahme der Punkte gegeneinander den Meister, die jeweils letzten Vier die Absteiger. Zumindest in der Theorie vielleicht gar nicht so schlecht für den 1. FC Nürnberg, hat er sich in der Vergangenheit doch oftmals gegen die angeblich kleinen Gegner schwer getan.

Mehr zum Thema

Lea Paulick: Jenseits des Rampenlichts

Die 19-jährige Torhüterin braucht als Profifußballerin vom großen Geld nicht zu träumen, das Ziel ist trotzdem die Bundesliga. In Jena war sie schon nah dran.