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SV Seligenporten plant ohne Azemi, aber mit Rosinger

Bayernliga Nord

Sich im Eigenheim sesshaft zu machen und den Wechsel ins zivile Berufsleben zu vollziehen, ist bereits beschlossene Sache. Damit einher geht für Bernd Rosinger die Verlockung, seine Karriere beim Heimatklub BSC Woffenbach an der Seite des Bruders bei den Alten Herren ausklingen zu lassen. Doch noch balanciert der 30-Jährige auf der Schwelle zum Vollzeit-Kicker, der mit dem SV Seligenporten zum zweiten Mal nach 2012 in die Regionalliga aufsteigen will.

Bernd Rosinger darf aktuell nur als Gastspieler in Seligenporten spielen. Der Verein arbeitet an einer Lösung.

 / © Sportfoto Zink

Die bequeme Vereinbarkeit von sportlichen Ambitionen und Privatem weiß der ehemalige Drittliga-Spieler seit seiner Rückkehr aus Homburg im vorigen Sommer derart zu schätzen, dass er zwischenzeitliche Angebote anderer Vereine ausschlug und als einer der ersten SVS-Akteure in der Corona-Pause freiwillig auf seine Bezüge verzichtete. „Ich fühle mich hier extrem wohl“, betont Rosinger, dessen Weiterbeschäftigung dieser Tage jedoch auf der Kippe steht.

Planung ohne Azemi

Ausschlaggebend ist sein Status als arbeitsloser Ex-Profi, der einen versicherungstechnischen Konflikt bedeutet. „Bernds Qualitäten sind für uns unbestritten wertvoll. Deshalb arbeiten wir an einer Lösung, diese Verwaltungsangelegenheit zu klären“, verrät Seligenportens Spielleiter Michael Pfeifer. Anders verhält es sich bei Ilir Azemi, der erst im Frühjahr zur Mannschaft gestoßen war und aufgrund seiner Verletzungs-Vorgeschichte aus seinen Glanzzeiten im Trikot der SpVgg Greuther Fürth ebenfalls einen juristischen Sonderfall darstellt. „Mit ihm war es ein Versuch. Aktuell planen wir nicht mehr mit ihm“, kommentiert Michael Pfeifer die Spekulationen um den Verbleib des 28-jährigen Kosovaren, der sich vor seinem folgenschweren Autounfall 2014 auf dem Sprung in die Bundesliga wähnte.

Logische Defizite

Die personellen Irritationen möchte man im Kloster freilich nicht zu hoch hängen. Indes spricht Bernd Rosinger, der als vertragsloser Gastspieler weiterhin mitwirkt, durchaus von einer „komischen Situation“, meint damit allerdings ausdrücklich das Infektionsgeschehen. „Ich sehne mich zurück nach einem normalen Alltag und genieße die Minuten auf dem Platz, bin aber trotzdem skeptisch, ob das mit dem Neustart klappt.“

Knapp einen Monat vor der angepeilten Rundenfortsetzung offenbarten sich im ersten Test tatsächlich viele Unsicherheiten. Auf eigenem Platz unterlag der Bayernliga-Titelaspirant dem Regionalligisten VfB Eichstätt überraschend deutlich mit 1:6. Nachdem ein defensiver Patzer dem frühen Rückstand Vorschub geleistet hatte und ein zweites Gäste-Tor aus fast 50 Metern per Heber zum 0:2-Pausenstand fiel, geriet der kurzzeitige 1:4-Anschluss durch Andreas Schuster lediglich zur Ergebniskosmetik. Dabei litt der Vortrag der Mannen von Trainer Gerd Klaus keineswegs an mentalen Beklemmungen. „Spritziger und dynamischer, körperlich weiter und abgezockter“, wirkten die Eichstätter auf Spielleiter Michael Pfeifer. Es gelte die überlegene Klasse des Viertligisten anzuerkennen und entsprechende Schlüsse zu ziehen. Wobei die Momentaufnahme keine allzu tiefgehende Kritik erfordert. Schließlich stehe der Gegner „schon mindestens eine Woche länger im Rhythmus“ und nutzte - in Abwesenheit der aus gesundheitlichen Gründen geschonten Janz-Brüder - logische Abstimmungsprobleme in einer neuformierten Abwehrzentrale aus. „In der zweiten Hälfte haben wir uns reingekämpft und hatten gute Ballbesitzphasen“, konstatiert Pfeifer. Tags darauf durften sich die Oberpfälzer prompt ein wenig den Frust von der Seele schießen, erzielten beim Kreisligisten DJK Weingarts einen zweistelligen 14:0-Kantersieg. Auch diese Leistung wissen die Beteiligten einzuordnen.

Bilder vom Testspiel gegen Eichstätt

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