Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Wettelsheim vs. Dittenheim: Ein besonderes Nachbarduell – auch als Testspiel

Testspiel

Kreisligist SV Wettelsheim unterlag der Bezirksliga-Spitzenmannschaft des FV Dittenheim mit 2:4. Auf beiden Seiten gibt es Personelles zu vermelden.

Umkämpftes Duell bei über 30 Grad: Der SV Wettelsheim (links Florian Bunz) und der FV Dittenheim (rechts Stefan Remberger) schenkten sich nichts. 

 / © Mühling

SV Wettelsheim gegen FV Dittenheim. Das ist immer ein interessantes und besonderes Duell – nicht nur aus nachbarschaftlichen Gründen. Zwei Jahre lang standen sich die beiden Jura-Süd-Vereine in der Bezirksliga Süd gegenüber, ehe der SV Wettelsheim wieder absteigen musste. Jetzt, nach der Corona-Zwangspause, trafen sich der Kreisligist und der Bezirksligist bei einem Testspiel wieder. Dittenheim gewann am Hirschfeldweg mit 4:2. Für den FVD um Trainer Martin Huber war es nach über fünf Monaten das erste Spiel überhaupt, der SVW hatte unter seinem neuen Coach Stephan Zengerle in der Vorwoche bereits bei der DJK Göggelsbuch den Re-Start gemacht und durch Treffer von Tim Ruppert und Julian Seegmüller mit 2:1 gewonnen. Am Samstag nun wurde Dittenheim in Wettelsheim seiner Favoritenrolle gerecht. Das 0:1 durch Philipp Niederlöhner glich Tobias Krois zum 1:1-Halbzeitstand aus. Nach der Pause sorgten Philipp Unöder und Timo Schweiger mit einem schnellen Doppelschlag für das 1:2 und 1:3, ehe Melvin Ljiko mit einem schönen Freistoß auf 2:3 verkürzte. Kurz vor Schluss brachte ein Eigentor noch den 2:4-Endstand. Zuschauer gab es keine, zumindest nicht direkt am Platz. Allerdings ließen sich einige Zaungäste das Derby ebenso wenig entgehen wie die Kibitze oben am Wettelsheimer Schützenhaus. Trotz der Niederlage war es aus Sicht von Trainer Stephan Zengerle ein „guter Test“. Teile der Partie stimmten ihn positiv: „Phasenweise hat mir das recht gut gefallen“. Teilweise habe man aber auch gesehen, „dass wir noch an unserer Ordnung arbeiten und unsere Hausaufgaben machen müssen“. Zengerle sprach somit von „Licht und Schatten“, wobei das mit dem Schatten auf das Wetter nicht zutraf angesichts einer Hitzeschlacht bei über 30 Grad.

Personell gesehen müssen die Wettelsheimer auch nach der Corona-Pause weiterhin auf ihren verletzten Torjäger Julian Dürnberger verzichten. Er unterstützt den neuen Coach jedoch ebenso wie Larissa Auernhammer als Co-Trainer. Außerdem kann Zengerle auch auf die Unterstützung von Reserve-Coach Michael Berthold bauen.

Torhüter Zwahr in Hamburg

Nicht mehr für Wettelsheim am Ball ist Kevin Rasch, der zum ESV Treuchtlingen gewechselt ist. Zudem wird Torhüter Christoph Zwahr kaum noch zur Verfügung stehen. Ihn hat es beruflich in den hohen Norden nach Hamburg verschlagen. Seinen Pass hat er aber weiter beim SVW. Insgesamt ist der Kader aus Sicht des neuen Trainers „ein bisschen dünn“, so dass auch gegen Dittenheim zum Ende hin etwas die Substanz fehlte. Zengerle (42), der zuletzt rund sechs Jahre als Coach beim SV Marienstein tätig war, sieht aber auch das Potenzial, das man nun schrittweise beim SVW und seinen Kickern herauskitzeln müsse.

Wenn das gelingt, dann könnte der aktuelle Tabellenfünfte durchaus im Rennen um die Relegation dabeibleiben. „Wir wollen Spiele gewinnen. Wenn es am Ende zu Rang zwei reicht, dann freuen wir uns“, sagt der Trainer. Er macht aber auch deutlich, „dass es nicht nur um Punkte und Siege geht, sondern dass wir sportlich das Beste rausholen und guten Fußball zeigen.“ Gerade in dem Testspiel habe man gesehen, dass Dittenheim „einen viel breiteren Kader hat und auch reifer ist“. Kein Wunder auch: denn der FVD ist ein Bezirksliga-Topteam, das punktgleich mit dem TSV 1860 Weißenburg und dem ASV Zirndorf die Tabelle anführt. FV-Trainer Martin Huber gerät geradezu ins Schwärmen, wenn er auf seine Mannschaft schaut: „Absolut super“ findet er den Kader und spricht von einem „echten Team, bei dem die Chemie stimmt“.

Bereits in der Winterpause hatten die Dittenheimer Johannes Meyer (SpVgg Ansbach) sowie die Brüder Tom und Oskar König (beide SG Heidenheim) hinzubekommen. Bei Meyer (26) und Oskar König (25) muss man wissen, dass beide Bayernliga-Erfahrung haben. Meyer stammt aus Pfofeld und war in der laufenden Saison bis zur Unterbrechung 17-mal für die SpVgg am Ball. Insgesamt bringt er es auf rund 100 Bayernliga-Einsätze. König hat bis 2017 für Ansbach 29 Bayernliga- und 31 Landesliga- Spiele absolviert.

Walczyk geht in die USA

Einziger Wermutstropfen ist für Huber und Co. der Weggang von Lars Walczyk, der für Studium und Fußball in die USA geht (ausführlicher Bericht folgt). Der aus Schambach stammende Mittelfeldspieler (Huber: „Einer der stärksten in der Bezirksliga.“) wurde am Wochenende vom FVD verabschiedet.

Aber auch ohne Walczyk ist der Dittenheimer Kader aus Sicht seines Trainers gut genug, um in der Bezirksliga im Aufstiegsrennen mitzumischen. „Wir wollen vorne bleiben, so lange es geht“, unterstreicht Huber die Ambitionen des FVD, wohl wissend, dass auch alle anderen Teams der dichtgedrängten Spitzengruppe die Landesliga anpeilen. „Das Schöne ist für uns“, sagt Huber, „dass wir keinen Druck haben. Wir freuen uns drauf und wollen einfach das bestätigen, was wir bislang in dieser Saison gezeigt haben.“

Mehr zum Thema