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Andreas Sponsel: Der Religionslehrer will mit Feucht nach oben

Landesliga Nordost

Dass der 1. SC Feucht sich auf Aufstiegskurs befindet, hat er unter anderem seinem Keeper Andreas Sponsel zu verdanken. Neben dem Feld ist der 34-Jährige fest in seinem Glauben verwurzelt.

Daumen hoch für und von Torwart Andreas Sponsel: Der angehende Lehrer bringt beim SC Feucht Beruf und Sport unter einen Hut.

 / © Hans-Joachim Winckler

Die Ansage ist klar: "Unser Ziel ist, vorne zu bleiben und aufzusteigen." Andreas Sponsel, Torhüter und Kapitän des SC Feucht, gibt dem Primus der Landesliga Nordost vor dem Restart die Richtung vor. Mit sieben Punkten Vorsprung vor dem TSV Buch führt der SC die Tabelle an, zwölf Partien stehen für den früheren Regionalligisten noch auf dem Plan.

"Ich durfte schon Aufstiege erleben, glücklicherweise – von daher weiß ich, wie schön das ist", und dieses Glücksgefühl gönne er vor allem den jüngeren seiner Mitspieler, sagt der 34-jährige Ex-Profi. Mit den Amateuren des 1. FC Nürnberg beispielsweise stieg er 2008 in die Regionalliga auf. Beim Club hatte der gebürtige Forchheimer, der in Gräfenberg aufwuchs und dort seine ersten fußballerischen Gehversuche unternommen hatte, das Nachwuchsleistungszentrum durchlaufen. Er saß bei den Profis aushilfsweise auf der Bank, ehe er ab 2009 beim Drittligisten FC Rot-Weiß Erfurt zum Stammkeeper avancierte – bis er 2013 zur SpVgg Bayreuth wechselte und am Saisonende aufstieg, wieder in die Regionalliga.

2016 rückte das Lehramtsstudium bei Sponsel stärker in den Fokus, und er wechselte nach Feucht, wo er Fußball und Studium besser unter einen Hut brachte. Seine nicht gerade alltägliche Fächerkombination: Sport und evangelische Religionslehre für Gymnasiallehramt.

"Man muss Stellung beziehen"

"Ich bin durch die Familie sozialisiert worden und hatte dort schon auch immer Kontakt zur Gemeinde", hatte Sponsel schon vor einigen Jahren im NZ-Gespräch die Gründe bei der Wahl seines Studienfachs genannt. "Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, in dem der Glaube etwas bedeutet – das ist die Basis dafür, dass man später vielleicht auch das Interesse dafür behält und sich damit auseinandersetzt." Lehramt heißt, etwas vermitteln zu wollen, als Person und Lehrer für etwas zu stehen – und hinterfragt zu werden. "Man muss Stellung beziehen, schon auch zu dem stehen, was man macht", sagt Sponsel. "Ich bin überzeugt, dass man eher etwas rüberbringen kann, wenn man mit Eifer, mit Interesse, mit Leidenschaft dahintersteht", erklärt er, ohne dabei missionarisch zu wirken.

Mit dem Thema Glaube hat er sich schon zu Profi-Zeiten mit Kollegen ausgetauscht. "Es gibt viele gläubige Sportler – der Sport ist ja ein Spiegelbild der Gesellschaft, und die Christen in einer Mannschaft finden sich da häufig sehr schnell." Die erste Phase seines Referendariats hat der verheiratete Vater zweier Töchter an der Seminarschule hinter sich, "und ich bin das zweite Halbjahr an der Einsatzschule in Lauf". Und es wirkt nicht aufgesetzt, wenn er davon erzählt, überrascht gewesen zu sein, auf seine Vergangenheit als Fußballprofis angesprochen worden zu sein. "Die Kids wollten aber auch wissen, ob ich noch spiele." Und das tut Andreas Sponsel ja durchaus höherklassig: "Ich stoße auf viel Verständnis im Verein und in der Mannschaft, wenn ich wegen einer Lehrerkonferenz mal beim Training fehle, aber der Beruf hat jetzt einfach Vorrang." Die Zeiten seien vorbei, als er seine Termine um den Fußball herum anordnete. "Aber ich bin immer noch hundertprozentig dabei, wie immer, wenn ich etwas mache." Das ist ihm wichtig.

Seinen ersten Schuljahrsbeginn hat der 34-Jährige kürzlich unter besonderen, von Corona diktierten Bedingungen absolviert. Die ersten Stunden in seinen neuen fünften, neunten und zehnten Klassen hat er absolviert. "Ich habe das Gefühl, dass ich auf jeden Fall das Richtige studiert habe und mich in dem Beruf wohlfühle, in beiden Fächern", zieht er eine erste frühe Zwischenbilanz. Und hofft, am Saisonende mit dem SC Feucht ebenfalls eine positive Bilanz ziehen zu können, einen weiteren Aufstieg mit der Rückkehr in die Bayernliga unter Dach und Fach gebracht zu haben.

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