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Helmut Wolff: Gekommen, um zu bleiben

Bezirksliga Nord

Eigentlich wollte Helmut Wolff (51) seinen Trainer-Wechsel vom SV Buckenhofen zur SpVgg Erlangen im Sommer vollziehen, nach der Saison 2019/20. Doch wegen der Pandemie wechselte er bereits während der Corona-Pause – vom Aufstiegs- in den Abstiegskampf. Am Sonntag traf er mit der „Spieli“ zum Re-Start ausgerechnet auf seine früheren Schützlinge.

"Ich bin Trainer, weil ich diesen Sport liebe": Helmut Wolff bei seiner Premiere als Coach der SpVgg Erlangen an alter Wirkungsstätte.

 / © Zink/T.Hahn

„Ich hatte vier sehr gute Jahre in Buckenhofen, in denen mir nichts gefehlt hat“, sagt Wolff. „Für mich war der Zenit mit der Mannschaft aber erreicht, die brauchten mal eine neue Ansprache in der Kabine.“ Nach seinem Abschied gab es einige Anfragen und Gespräche. Das mit Holger Müller, Abteilungsleiter der „Spieli“, hat Wolff am meisten überzeugt: „Er hat sich sehr um mich bemüht, mir genug Honig um den Mund geschmiert.“ Der Verein sei „sehr familiär“ und in der Mannschaft stecke „mehr Potenzial, als es der Tabellenplatz vermuten lässt“. In Erlangen folgte Wolff auf Daniel Hanisch, der eine „Babypause“ einlegt.

Für Wolff ergab sich durch die Covid-19-Pause eine besondere Situation: Er musste sich während einer laufenden Saison auf einen neuen Verein sowie eine neue sportliche Situation einstellen. „Ich hätte natürlich gerne bei null gestartet“, sagt Wolff. „Aber ich wusste ja, was auf mich zukommt.“ Die Mannschaft musste den neuen Spielstil des Trainers also möglichst schnell verinnerlichen. „Die Spieler gehen den Weg mit, machen aber natürlich noch viele Fehler, weil sie sich auf die neue Philosophie umstellen müssen. Das ist ja ganz normal“, sagte Wolff vor dem Neustart.

Gegen Buckenhofen leistete sich die „Spieli“ nur noch wenige solcher Fehler, holteso ein 1:1 beim Tabellendritten. Der Trainer gab sich mit der Leistung seines Teams zufrieden, auch wenn der SVB insgesamt überlegen war und der Führungstreffer für die Erlanger durch Tim Basener (16.) mit Unterstützung von Buckenhofen-Keeper Felix Bischoff fiel. Die Hausherren, bei denen Wolffs Sohn Julian in der Startelf stand, kamen in der 63. Minute durch Lucas Eisgrub zum verdienten Ausgleich.

Der Tabellenelfte konnte sich dadurch nicht wirklich vom Relegationsplatz absetzen, Coach Wolff glaubt aber dennoch an den Klassenerhalt: „Die Mannschaft hat die nötige Qualität, sie steht meiner Meinung nach zu Unrecht da unten. Man muss daran arbeiten, dass bei den Spielern Glaube und Leichtigkeit wieder zurückkehren. Das geht am besten durch Erfolge.“ Mittelfristig will sich Wolff mit der Spielvereinigung in der Bezirksliga etablieren, längerfristig will der Verein vielleicht sogar Richtung Landesliga schielen. Dabei setzt Wolff, der „nicht gekommen ist, um nächstes Jahr wieder zu gehen“, auf geradlinigen Tempofußball und ein „gesundes“ Pressing. „Außerdem ist mir eine gute Mischung aus Harmonie und Konkurrenz und die Symbiose zwischen Mannschaft und Trainer wichtig.“ Der Forchheimer, der für die Stadt Erlangen arbeitet, beschreibt sich als „Team-Coach, der auf Spieler eingeht, sich Feedback einholt“ und sieht sich als „12. Mann“ an der Seitenlinie.

Seine Trainer-Karriere hat Wolff nach der aktiven Zeit als Fußballer in der Jugend des 1. FC Burk begonnen. Er arbeitete sich in die A-Jugend hoch, war Co-Trainer der Herrenmannschaft, um dann beim ATSV Erlangen seine erste Anstellung als Chefcoach zu bekommen. Die „Spieli“ ist nun schon seine siebte Station im Herrenbereich, die Leidenschaft für den Fußball ist noch immer da: „Es macht Spaß, mit jungen Leuten zu arbeiten, auf dem Platz zu stehen, zu sehen, wie sich gemeinsam etwas entwickelt. Ich bin Trainer, weil ich diesen Sport liebe.“

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