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SG Quelle Fürth: "Eigentlich wollen wir nach oben schauen, wo wir auch hingehören"

Landesliga Nordost

In der Landesliga Nordost geht es wieder zur Sache. Die SG Quelle Fürth steigt zwar mit einer Niederlage ein, die Grundstimmung aber ist positiv.

"Wir gehören nach oben", sagt Quelle-Kapitän Christopher Meier (links).

 / © Sportfoto Zink

Was lange währt, wird endlich gut. Ob diese Lebensweisheit auch auf den wiederaufgenommenen Spielbetrieb im Amateurfußball zutrifft, bleibt abzuwarten. Für den Moment scheinen alle Beteiligten glücklich zu sein, überhaupt wieder gegen den Ball treten zu dürfen. Christopher Meier, Kapitän der SG Quelle Fürth, schwärmt denn auch von einem „wunderbaren Gefühl für jeden Fußballer. Allein der Grasgeruch!“ Nach einer langen, harten und vor allem ungewöhnlichen Vorbereitung genießen die Spieler derzeit jedes Training auf dem Platz, sei es noch so anstrengend. Endlich wieder gemeinsam als Mannschaft trainieren. Mit Zweikämpfen, Reibereien und allem, was so dazu gehört.

Daran war vor wenigen Monaten noch nicht zu denken. Da musste noch jeder einzeln und mutterseelenallein für sich trainieren. Eine Situation, die nicht nur trist klingt, sondern auch auf die Stimmung schlägt – könnte man meinen. Tatsächlich spricht Quelle-Trainer Serdal Gündogan auch über diese Zeit ohne Frust: „So irritierend sich das anhört, der Spaßfaktor und die Motivation waren auch in dieser Vorbereitung sehr hoch.“ Neben einem individuellen Trainingsplan kam die Fürther Mannschaft zweimal pro Woche – zu den regulären Trainingszeiten – per Videokonferenz zusammen. Gündogan beschreibt diese Maßnahme als mental sehr wichtig und stellt heraus, dass der Kontakt und der Spaß dabei im Fokus standen. Außerdem hat der eine oder andere Quelle-Mann auch körperlich davon profitiert. Spieler, die andernfalls privat eher wenig an ihrer Fitness arbeiten, gehen jetzt gestärkt in die Saison.

Wachrüttler Türkspor

Mit der anschließenden Vorbereitung unter „Normalbedingungen“ sind sowohl Trainer als auch Spielführer zufrieden. Lediglich das letzte Testspiel gegen Türkspor Nürnberg nimmt der Coach von der positiven Bewertung aus. Andererseits habe sie sich auch bei Niederlagen gegen höherklassige Gegner, wie die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg, sehr gut verkauft. Die Pleite gegen Türkspor wertet Gündogan als „Wachrüttler“ und Mahnung zur Konzentration, um die Saison zufriedenstellend zu spielen. Das Ziel ist klar: „Wir wollen nicht hinten reinrutschen und uns dann so gut wie möglich positionieren.“ Meier fügt hinzu: „Eigentlich wollen wir nach oben schauen, wo wir auch hingehören.“ Nach der 2:3-Auftaktniederlage am Samstag gegen den TSV Neudrossenfeld stehen die Dambacher auf Platz 11 der Landesliga Nordost. Damit sind sie für den Moment zwar im Mittelfeld der Tabelle, haben allerdings nach unten deutlich weniger Abstand als nach oben. Eine Lage, die sich aktuell nur schwer einschätzen lässt, weil es einfach noch zu viele unbekannte Variablen gibt. „Bei keiner Mannschaft weiß man, wo sie steht“, so der Trainer, „es hat sich viel verändert.“ Das liegt daran, dass alle Teams über Transfers noch aktiv in die Kaderzusammenstellung für die Saison eingreifen konnten.

Bei der SG Quelle Fürth gibt es derweil keinerlei Abgänge, dafür aber mehrere Zugänge, besonders aus der eigenen Jugend. Gleich vier Spieler haben in der Zwangspause den Sprung zu den Herren geschafft und kamen zum Teil auch bereits zum Einsatz. Außerdem verstärkt, neben zwei weiteren jungen Neuzugängen, mit Torwart Alexander Skowronek ein Spieler mit Regionalligaerfahrung den Quelle-Kader. Insgesamt sind das gute Voraussetzungen für die Saison. Obgleich die Rahmenbedingungen noch gewöhnungsbedürftig sind: „Das Hygienekonzept ist zwar nötig, aber es ist schon ein komisches Gefühl, sich mit Maske und Abstand auf dem Vereinsgelände zu bewegen“, so Kapitän Meier. Auf dem Platz sei aber alles „ganz normal“..

Attraktiver Pokal-Modus

Für seinen Trainer war das erste Pflichtspiel im Ligapokal gegen den FSV Erlangen-Bruck „wie immer, vielleicht ein bisschen anders“. Der 2:0-Sieg in der ersten Begegnung könnte zudem eine weitere attraktive Möglichkeit eröffnen, um die Saison am Ende erfolgreich zu gestalten. Immerhin können die Teams über den Ligapokal nach anfänglichen Gruppenspielen im K.o.-System noch aufsteigen bzw. die Klasse halten. Für Christopher Meier eine interessante Geschichte: „Wir haben mega Bock darauf. Es ist zwar nicht unser konkretes Ziel, aber wir können das auf jeden Fall. Was die Qualität des Kaders betrifft, gehören wir oben hin.“ Auch der Blick auf die aktuelle Situation fällt bei Berufsoptimist Serdal Gündogan positiv aus: „Wir sind fit und gut drauf.“ Die Rahmenbedingungen sind heuer zwar ungewöhnlich und speziell, doch sind die Dambacher gut darauf eingestellt. Auch bei den Prämien fanden Verein und Spieler, wie Gündogan wissen lässt, gemeinsam eine zufriedenstellende Lösung. Alles beim Alten also. Nur eben ein bisschen anders.

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