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Tim Olschewski: Ein Ex-Forchheimer nervt den Jahn

Landesliga Nordost

Tim Olschewski war beim 1:0-Erfolg des TSV Kornburg in Forchheim der Schütze des „Goldenen Tores“ für den Gast. Ein weiterer Schritt hin zum neuen Kornburger Ziel: "Meister 2020".

Schmerzhafte Rückkehr nach Forchheim: Tim Olschewski (am Boden) hat früher beim Jahn gespielt, jetzt schoss er seinen TSV Kornburg zum Auswärtssieg.

 / © Thomas Hahn/ Zink

Vor dem Spiel bekam Tim Olschewski noch warmen Applaus vom Publikum: Der Spieler, der noch vielfältige Verbindungen nach Forchheim hat, hatte im Team des TSV Kornburg Geld gesammelt und als Spende überreicht: Die Bewohner des nahen ASB-Heims dürfen sich davon mitsamt Betreuern einen schönen Tag im Nürnberger Tiergarten machen.

Nach dem Abpfiff war Olschewski nicht mehr so beliebt bei den Hausherren, bei den Gästen umso mehr. In einem hart umkämpften Spiel auf tiefem Rasen war es in der 34. Minute der 25-Jährige, der nach einem raffiniert getretenen Freistoß des Ex-Profis Danilo Dittrich einen Schritt schneller war als der herauslaufende Jahn-Keeper Axel Hofmann und dem Ball mit dem Scheitel die entscheidende Richtungsänderung gab.

„Ja, ich war noch ganz kurz dran – aber das hat gereicht“, sagt er nach dem Spiel. Und das schlechte Gewissen und die Freude halten sich die Waage, als er berichtet, dass er ein „Wiederholungstäter“ ist. Vor gut zwei Jahren klaute er dem Jahn in der Nachspielzeit ebenfalls mit einem Kopfball den ersten Sieg in der Bayernliga – damals kickte Tim Olschewski noch für den SV Seligenporten. Ob er deswegen immer wieder so gerne nach Forchheim kommt? Oder doch wegen der Familie? Als Kind hätte er sicherlich bei der Sportvereinigung Jahn mit dem Fußballspielen begonnen, wo sein Onkel Günther und sein Cousin André bekannte Größen sind. Doch aus familiären Gründen zieht er dann mit seiner Mutter nach Wendelstein. Fußballer wird er trotzdem bleiben.

Über die A-Junioren des SC Feucht landet er beim ASV Neumarkt, erstmals in Kornburg, schnuppert mit Seligenporten Regionalligaluft und kehrt zurück nach Kornburg. „Hier passt einfach alles. Wir sind ein verschworener Haufen – wie der Jahn auch. In Forchheim wird sehr gute Arbeit geleistet. Es war heute ein intensives Spiel. Bei beiden war ein starker Teamgeist zu spüren.“ Kornburg war nach der Hinrunde noch in Abstiegsgefahr hat aber dank des Hotelunternehmers Josef Maiser seit dem Jahreswechsel eine Mannschaft zusammengestellt, die nach Expertenmeinung bayernligareif ist. Heuer hat sie realistischerweise keine Chancen mehr, aufzusteigen, will das aber laut Olschewski nächste Saison nachholen.

„Meister 2020“

Das neue Ziel laute „Meister 2020“. Denn im Corona-Jahr ist die Weste wie die des Spitzenreiters 1.SC Feucht noch blütenweiß. Ein Nachholspiel gegen Kickers Selb noch, dann sind die Kornburger durch mit ihren Punktspielen für das Kalenderjahr. Dieses Ziel hatten vor der Partie am Samstag auch noch die Forchheimer vor Augen. Trainer Christian Springer räumt ein, dass er die Mannschaft auf dieses „Endspiel“ heiß gemacht habe. Denn auch der Jahn kann angesichts der Stabilität des Spitzenduos trotz seiner Siegesserie nicht mehr realistisch auf einen Relegationsplatz hoffen.

Doch Kornburg hat „enorm viel Qualität“, musste Springer anerkennen. Gegen solche Mannschaften könne seine junge Truppe ihr Spiel noch nicht immer durchsetzen, das auf Emotionen und Tempo beruhe. Gerade Letzteres sei auf dem schweren Boden nicht einfach gewesen. „Die Serie ist jetzt beendet, aber ich bin nicht enttäuscht, ich hoffe, die Spieler auch nicht.“

Letztlich war der Sieg für Kornburg, das auf Emmanuel Burgutzidis wegen eines Corona-Verdachts in der Familie hatte verzichten müssen, verdient. Jahn Forchheim hatte zwei Großchancen durch Fabian Hofmann und Joker Lukas Dütsch (nach Fersenprellung wieder im Kader), doch die Gäste hätten vor allem kurz nach der Pause längst zumachen müssen, wie Trainer Hendrik Baumgart fand: „Aber die mangelhafte Chancenverwertung ist eigentlich auch der einzige Kritikpunkt. Es war bis zum Schluss ein hartes Stück Arbeit, weil der Gegner wirklich alles versucht hat und es am Ende deswegen natürlich auch ein bisschen hektisch wurde.“ Sein Gegenüber Christian Springer hingegen hatte eine Viertelstunde nach Spielende den Grund für die Niederlage ausgemacht. Als Tim Olschewskis Mutter auf ihn zukam, rief er ihr zu: „Euch lassen wir nicht mehr ins Stadion!“ Grinste dabei aber freundlich.

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